Chinesisch für Anfänger

Die Sprache ist schwer, für Anfänger geht es aber erstmal darum, sich überhaupt mit Land und Leuten zu beschäftigen. Acht Neulinge lassen sich auf das Sprachabenteuer Chinesisch ein. Im Katholischen Bildungswerk an der Bernestraße 5 werden sogar gleich mehrere Kurse angeboten.

„Bevor ihr die Schriftzeichen kennenlernt, müsst ihr erstmal die chinesische Mentalität verstehen“, sagt Kurslehrerin Xiao Dong Albers. „Die Einstellung in China ist bei vielem ganz anders als in Deutschland“, erklärt sie und fährt fort: „Deutsche planen gern. In China würde das nie klappen“. Anhand einiger Bildtafeln zeigt sie Gegenüberstellungen von Angewohnheiten und Vorurteilen der Menschen beider Länder. Die abgebildeten Skizzen bringen einige zum Schmunzeln. „In China gibt es zum Beispiel keine eckigen Tische beim Essen. Dort legt man viel Wert darauf, dass alle, quasi gleichberechtigt, an runden Tischen sitzen“, berichtet Albers.

Auf das Thema „Essen“ scheinen einige Teilnehmer schon gewartet zu haben und diskutieren fleißig. Einig sind sich alle, dass chinesisches Essen in Deutschland oft lecker, meist aber nicht ansatzweise so schmeckt wie in China. Die meisten Teilnehmer sind nicht mehr die allerjüngsten, dennoch sind sie höchst motiviert und interessiert, die Sprache und die Kultur besser kennenzulernen. „Mich reizt das Andere. Mit der Sprache bin ich bei der Meditation bei meinem TCM-Arzt in Berührung gekommen. Jetzt möchte ich gerne auch ein bisschen was verstehen und auch meinen Arzt mal auf Chinesisch begrüßen können“, erklärt Gabriele Anders. Aufmerksam schauen die Kursteilnehmer zu ihrer Lehrerin nach vorne. Die hantiert mit der Mappe, sie hebt das nächste Bild hoch. „In China ist der Chef groß und hat eine besondere Stellung gegenüber den Mitarbeitern. In Deutschland wird er eher auf Ebene der Kollegen gesehen, zwar mit mehr Verantwortung, aber der Unterschied gilt aus chinesischer Sicht nicht als so enorm wie in China“.

Ganz anders als in Deutschland seien auch die Essgewohnheiten in China. Zum Erstaunen einiger Schüler erzählt Albers, dass es in China täglich drei warme Mahlzeiten gibt. Selbst zum Frühstück würde oft eine Suppe gelöffelt. Eine Teilnehmerin setzt in der Erklärung ein und berichtet von einem Aufenthalt in Peking. Dass Chinesen gerne laut und gesellig im Restaurant speisen, kann sie bestätigen. Die Motivation die fremde, schwere Sprache zu lernen, scheint bei vielen private Gründe zu haben. „Meine Nichte hat in Dalian studiert und ich habe sie da besucht. Es hat mir so gut gefallen, dass ich wiedergekommen bin nach China. Ich finde, dieses Land hat eine herrliche Kultur“, so Elke Herzberg-Caspari. Sie hält auch weiterhin Kontakt nach China und ist gastfreundlich. „Ich nehme chinesische Studenten bei mir auf“, sagt sie. Zum Abschluss der Unterrichtsstunde wird noch die chinesische Aussprache der Zahlen geübt.