Chef zu Schülern - „Haken Sie nach“

Harro Bode ging auf Fragen der Schüler ein. Der Ruhrverband ist für das Wasser in der Ruhr zuständig.
Harro Bode ging auf Fragen der Schüler ein. Der Ruhrverband ist für das Wasser in der Ruhr zuständig.
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Was wir bereits wissen
Wie sauber ist unser Wasser? Und wird es irgendwann Krieg darum geben? Ruhrverband-Chef Harro Bode beantwortete Schülerfragen.

Essen.. Wird es irgendwann einmal Krieg um Wasser geben? Wie sehen die Berufsperspektiven in der Wasserwirtschaft aus? Diese und weitere Fragen brannten den wissbegierigen Schülern unter den Nägeln und konnten beim „Dialog der Jugend“ beantwortet werden. In der Veranstaltungsreihe des Initiativkreises Ruhrgebiet erhalten Schüler der Oberstufe Einblicke in Unternehmen. Sie sollen dabei die Gelegenheit bekommen, mit den Vorständen in direkten Kontakt zu treten.

Das nutzten die rund 65 Schüler des BMV-Gymnasiums, des Gymnasiums an der Wolfskuhle und des Heinrich- Heine Gymnasiums Bottrop am Dienstagnachmittag beim Ruhrverband. Hier stellten sie in der Diskussionsrunde viele Fragen zu Wasserqualität und Berufsperspektiven und erhielten zudem einen Einblick in die Praxis. Denn vor der Diskussionsrunde beim Ruhrverband hatten die Schüler eine Führung über die Kläranlage Essen-Süd unternommen. Die Eindrücke flossen auch später noch in die Diskussionsrunde mit ein.

Direkter Kontakt zu Unternehmen

In der fünften Etage des Ruhrverbandes konnten die Schüler nicht nur einen eindrucksvollen Blick auf die Stadt erleben, sie hatten vielmehr die Möglichkeit, Harro Bode, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands, mit Fragen zu Unternehmensarbeit, Berufsperspektiven und Wasserqualität zu löchern.

Zu Beginn der späten Nachmittagsstunden gab Bode den Schülern in einer Powerpoint- Präsentation einen kurzen Überblick zum Unternehmen und eine Einführung ins Thema Wasser und Klima. Im Anschluss daran schnellten auch schon die ersten flotten Finger nach oben. Wie es etwa um die Frauenquote im Ruhrverband bestellt sei, wollte eine Schülerin wissen. Bode antwortete, dass im Aufsichtsrat bereits einige Frauen vertreten seien, insgesamt arbeite das Unternehmen weiter daran, den Frauenanteil noch zu steigern. „Eine Frauenquote von 30 Prozent haben wir noch nicht erreicht, aber wir nähern uns“, so Bode.

Ausführliche Antworten

Er gab den Schülern sehr ausführliche Antworten und forderte die Schüler auf, gern auch noch einmal nachzufragen, wenn sie mit der Antwort nicht ganz zufrieden seien. „Glauben Sie, dass es irgendwann einmal Krieg um Wasser geben wird?“, fragte ein Schüler. Nach einer längeren Pause antwortete Bode: „Das kann schon sein. Auch in Deutschland gibt es Versorgungsengpässe“. Mehrere Schüler hatten Fragen zur Wasserverschmutzung. So äußerten sich einige besorgt über Medikamentenrückstände im Abwasser. „Unter einer gewissen Grenze ist es nicht schädlich, und die Konzentration hält sich Untersuchungen nach sehr in Grenzen“, erläuterte Bode. Er ergänzte: „Mit Wasser aus dem Hahn ist man noch mehr auf der sicheren Seite, als mit abgefülltem Wasser in der PET-Flasche. Hier können auch Rücklösungen und Keime eine Rolle spielen“, so Bode. Eine andere Frage gab es auch zur Wasserpreiszusammensetzung.

Harro Bode erklärte: „80 Prozent des Geldes sind Fixkosten, 20 Prozent davon entstehen durch die Wasserproduktion.“ Während es draußen dunkel wurde, hatten die Schüler weiterhin viele Fragen. Auch zu Strukturen und Berufschancen im Unternehmen hatten die Oberstufenschüler Fragen. „Welche Qualitäten sollte eine Führungskraft mitbringen?“ Eine Führungskraft solle mehrere Qualitäten mitbringen, so Bode. Sie müsse fachlich gut und kommunikationsfähig sein und in der Lage, Gedanken zu ordnen und auszudrücken. Zudem müsse sie mit ihrem Verhalten ein Vorbild sein. Auch Begeisterungsfähigkeit sei notwendig.

Ganz entscheidend sei aber, dass die Person selbst über den Tellerrand geguckt habe. Zum Schluss fasste Bode zusammen: „Der Dialog mit der Jugend ist eine gute Möglichkeit, mit den Schülern, den Arbeitnehmern von morgen, über die Wirtschaft zu diskutieren“.