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Kultkneipen in Essen

Chat Noir: Kult seit den 80ern

20.07.2010 | 18:26 Uhr
Chat Noir: Kult seit den 80ern
Olaf Maria Meier, Betreiber des Chat Noir.

Essen.Wer, sagen wir mal als Abiturient oder Jung-Studi, Mitte der 1980er Jahre in Essen leger Wein trinken wollte und um das klassische Restaurant einen Bogen machte, der landete fast automatisch im Chat Noir. Denn bereits damals hatte der Laden in der Brigittastraße mit der eher rudimentären (aber nicht ungemütlichen) Einrichtung aus Holz schon beinahe Kultstatus.

Bistro, Weinstube, Künstlercafé: eben einer dieser undefinierbaren Orte mit Mischfunktion. Fürs Viertel, aber auch für die Stadt. Olaf M. Meier, seit fast sechs Jahren Chat Noir-Betreiber, reiht sich ohne weiteres in die Linie seiner Vorgänger und Vorgängerinnen ein. Sein wichtigstes Ziel: das Chat Noir nicht umzukrempeln, die Patina der Institution zu erhalten aber dennoch moderat frischen Wind reinzulassen. Und das im wörtlichen Sinne. Denn die durchgreifendste Änderung war sicher der Einbau der großen Glasfenster, die nicht nur das einstmals sehr Schummerige dieser „Location“ zwischen Südviertel und Rüttenscheid deutlich erhellen, sondern auch Verbindung zur Straße herzustellen.

Voilà. Wirkt doch gleich französischer. Nicht nur die Menschen vom nahen Deutsch-Französischen Kulturzentrum werden das dankbar angenommen haben. Sie gehören ebenso zur Kunden-Allianz des Chat Noir, wie viele aus dem Dunstkreis des Museums Folkwang, des Aalto- und Grillo-Theaters oder der Programmkinos.

Künstlerisches Lebensgefühl

Nein, man zog sich keine Kunst affine Monokultur heran. Das wäre sicher nicht im Sinne der Erfinder. Aber ein bisschen wie ein künstlerisches Lebensgefühl sei es schon, im Chat Noir, sagt Olaf M. Meier. Und dazu gehört vor allem auch das im Laufe der Jahre sukzessiv ausgebaute Weinangebot. Wenn die Erinnerung nicht trügt, beherrschten damals, also vor etwa einem Vierteljahrhundert, die großen Anbaugebiete Frankreichs das Feld, das überwiegend rot bestellt war.

Mittlerweile hat man sich breiter aufgestellt. Auch die Weißen nehmen nun (fast) den Raum ein, der ihnen gebührt. Immerhin sind auch acht gute deutsche Tropfen darunter, unter anderem eine exotische Cuvee aus Chardonnay, Riesling und Silvaner vom Pfälzer Bio-Winzer Heiner Sauer (schade, nicht auch dessen toller Sauvignon-Blanc). Ein frischer Franke (Silvaner, was sonst) rundet mit Weinen von Pfalz, Mosel, Rheingau sowie einigen Elsässern das immerhin nicht ganz alltägliche (weiße) Sortiment ab.

Speisekarte? Sicher. Neben Suppen und Snacks trifft man auf eine schöne Reihe französischer Käse-Klassiker, aber auch einen Pecorino - fabelhaft mit Kastanienhonig - , der per Direktimport seinen Weg in die Brigittastraße findet. (Meiers Eltern leben überwiegend in der Toskana.) Noch ein (warmer) Klassiker: Maultaschen nach Art des Hauses. Und sonst? Einmal im Monat sonntags, 20.15 Uhr: Kleinkunst als Konkurrenz zum „Tatort“. Und jeden Samstag: Katerfrühstück in der Schwarzen Katze, von Zehn bis Drei.

Dirk Aschendorf

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Kommentare
22.11.2010
16:34
Chat Noir: Kult seit den 80ern
von Hacker Schorr | #7

Fand den Laden schon damals total öde. Nur so Wein-Fuzzies, zum Heulen. Stimmung negativ. Und die Weiber wie Essig. Kein Fußbreit werd ich da reinsetzen.

19.10.2010
15:08
Blockierter Kommentar.
von Keine-Scheu-Vor-der-Wahrheit | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

01.09.2010
03:17
Chat Noir: Kult seit den 80ern
von Johanna2010 | #5

Ja, ich muss auch mal wieder ins chat noir. War ja Ewigkeiten nicht dort. Das muss sich ändern! Aber darf man dort rauchen? g*

24.07.2010
00:59
Chat Noir: Kult seit den 80ern
von Mutti | #4

Wer, sagen wir mal als Abiturient oder Jung-Studi, Mitte der 1980er Jahre in Essen leger Wein trinken wollte und um das klassische Restaurant einen Bogen machte, der [...] heißt heute Mißfelder, Westerwelle oder so ähnlich...

22.07.2010
23:21
Chat Noir: Kult seit den 80ern
von Dienstwaffe | #3

aber podium mit katangas scharfklingigem oberzachel war auch nicht ungeil. und der unzüchtige rd-lebert im gelben dienst-käfer... lebt der noch?

21.07.2010
23:26
Chat Noir: Kult seit den 80ern
von Benno Justfelder | #2

Hallo NRZ-Radktion,

wenn schon Kultkneipen in meiner ABO-Zeitung vorgestellt werden, dann darf das Domino in Holsterhausen auf gar keinen Fall fehlen, auch wenn es umgezogen ist. Es existiert seit 1975 in Holsterhausen. Bekannt ist die Kultkneipe wegen der Musik (Blues, Jazz, Bluesrock, Classic Rock) und wegen der Speisekarte. Außerdem gibt es dort den Pool-Billiardtisch und einen historischen Fipper. Also berichtet dann auch über diesen Kult-Laden.

21.07.2010
13:57
Chat Noir: Kult seit den 80ern
von Bernd W. | #1

Oh Mann! Ich war schon viel zu lange nicht mehr da. Wird mal wieder Zeit und gerade jetzt ist das richtige Wetter für einen gut gekühlten Pinot Noir... Nur: Wer fährt mich dann... ;)

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