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Chaos im Alltag

26.11.2008 | 16:36 Uhr

Finanzielle Sorgen stehen meist im Mittelpunkt der Studienberatung.

Rund 6500 Studenten suchen jährlich die „Allgemeine Studienberatung” der Universität Duisburg-Essen auf. „Und im Laufe des Gesprächs steht schnell das Thema Studienfinanzierung im Mittelpunkt”, weiß Barbara Berkhuijsen, Leiterin des Akademischen Beratungszentrums Studium und Beruf. „Denn es ist oft nicht einfach Studium und Job unter einen Hut zu bekommen.”

Gemäß der bundesweiten 18. Sozialerhebung der Studentenwerke finanzierten 2006 rund 60 Prozent der Studierenden ihr Studium selbst durch die Tätigkeit in Nebenjobs. „Dabei liegt der Anteil im Ruhrgebiet sicher noch höher”, meint Berkhuijsen. Oftmals kommt es dann zu Konflikten mit dem Studium. „Viele der jungen Leute müssten eigentlich als Teilzeitstudierende definiert werden, da der Job so viel Raum einnimmt”, so Berkhuijsen. „Ein Teilzeitstudium ist an der Hochschule allerdings nicht vorgesehen, so dass es schnell zu Problemen kommen kann.”

Die Umstellung der Studiengänge von Diplom-und Magister- zu Bachelor und Masterstudiengängen verschärfe das Problem inzwischen zusätzlich. „Die Stundenpläne sind inzwischen gut gefüllt, es gibt Präsenzpflichten und die Prüfungszeiten sind inzwischen weit in die vorlesungsfreie Zeit gerückt, so dass die Zeiten zum Geldverdienen knapp geworden sind”, weiß Berkhuijsen.

Dennoch arbeiten viele Studenten bis zu 19 Stunden wöchentlich, wobei mancher Job körperlich recht anstrengend sei. Bürotätigkeiten, Meinungsforschung, Kellnern und die Arbeit als Messehostess seien als Studentenjob weit verbreitet. „Ideal ist es natürlich, wenn der Job zum Studium passt”, meint Berkhuijsen. „Zudem haben Studenten hohe und viele Kompetenzen und sollten ihren Nebenjob daher sorgfältig auswählen und sich nicht unter Wert verkaufen.”

Wichtig sei aber, dass das Studium nicht zu kurz komme. „Wenn es hakt, ist eine Bestandsaufnahme wichtig, um einen Überblick über alle Aktivitäten zu bekommen. Viele sind dann erschrocken, wie wenig Zeit für's Studium bleibt”, berichtet Berkhuijsen von ihren Erfahrungen. „Wichtig ist dann Ruhe und Struktur in den studentischen Alltag zu bringen.”

Andrea Kleemann

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