CDU-Chef Britz tritt im Juni ab - Matthias Hauer soll folgen

Generationenwechsel bei der Essener CDU: Nach über zwölf Jahren an der Spitze der Kreispartei will Franz-Josef Britz auf dem Parteitag im Juni das Amt abgeben. Das bestätigte der frühere Landtagsabgeordnete und jetzige ehrenamtliche Bürgermeister gestern der WAZ. Mit dann 67 Jahren hält Britz die Zeit für gekommen, einem Jüngeren die Verantwortung zu übergeben, auf einen Kandidaten hat sich die CDU-Spitze schon geeignet: Der Bundestagsabgeordneten Matthias Hauer soll Nachfolger werden, betonte Britz. Der 37-jährige Bredeneyer muss zwar noch von den Parteitags-Delegierten gewählt werden, doch dürfte dies nach jetzigem Stand eine Formsache sein.

Mit ihm zusammen werden auch der stellvertretende Parteivorsitzende Manfred Kuhmichel und Schatzmeister Bernhard Görgens ihre Ämter abgeben, teilte Britz gestern Abend dem Parteivorstand mit. Auch dies laufe ausschließlich unter der Überschrift Generationenwechsel und habe keinerlei politische Hintergründe. Görgens, bis vor einem Jahr Vorstand der Stadtwerke, gilt immer noch als graue Eminenz in der Essener CDU. Ihm wurde stets ein eher gespanntes Verhältnis zu Fraktionschef und OB-Kandidat Thomas Kufen nachgesagt. Designierte Nachfolger für die Ämter von Kuhmichel und Görgens gebe es noch nicht, betonte Britz.

Seit kurzem hat Kufen bei der OB-Wahl im September mit dem Katernberger CDU-Mitglied Friedhelm Kölsch einen bislang weithin unbekannten internen Gegenkandidaten - allerdings wohl nicht mehr lange. Britz will einen Antrag stellen, Kölsch aus der Partei zu werfen. „Natürlich nicht wegen der Gegenkandidatur, wir haben aber bei dieser Gelegenheit erst festgestellt, dass Herr Kölsch auf seiner Homepage bei der letzten Bundestagswahl zur Wahl der AfD aufgerufen hat“, sagt der Parteivorsitzende. In den CDU-Statuten in solchen Fällen eine ganz klare Beschlusslage: die Trennung.

Störgefühle anderer Art gibt es laut Franz-Josef Britz in der CDU auch wegen der offiziellen Teilnahme der Partei an der Anti-Hogesa-Demo am vergangenen Sonntag in der Innenstadt. Dabei gehe es nicht um die Abgrenzung zu Rechtsextremen, die selbstredend unstrittig sei, sondern um den Schulterschluss mit Linksextremisten wie der DKP. Diese und andere kommunistische Gruppierungen waren ebenfalls offiziell Teil des Demo-Bündnisses, obwohl ihre Verfassungstreue als mehr als zweifelhaft gilt.

„Viele CDU-Mitglieder haben damit große Probleme“, bestätigte Britz gestern. Die CDU habe letztlich nur mitgemacht, weil sie eine Abwägung vollzog: „Wenn beispielsweise die Kirchen mitmachen, dann ist es für uns als CDU sehr schwer, uns fernhalten.“