Cash-Trapping - Diebe nutzen klebrigen Trick am Geldautomaten

Frank Eisenburger von der Kripo mit einem manipulierten Verschluss.
Frank Eisenburger von der Kripo mit einem manipulierten Verschluss.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Essener Polizei sind neue Fälle von Cash-Trapping bekannt geworden. Dabei bleiben die Geldscheine am Ausgabeschacht des Geldautomaten kleben.

Essen.. Wer in diesen Tagen Bargeld an Bankautomaten abhebt, sollte wachsam sein. Der Polizei sind mehrere Fälle des sogenannten Cash-Trapping bekannt geworden, einer besonders perfiden Art des Diebstahls: Über den Geldausgabeschacht wird ein täuschend echter Verschluss geklebt. Diese Apparatur ist innen mit einer Klebefolie versehen, die verhindert, dass das Geld ausgegeben oder wieder vom Automaten eingezogen wird – die Geldscheine bleiben buchstäblich im Ausgabeschacht kleben.

Der Geldautomat selbst funktioniert allerdings einwandfrei. Der Bankkunde kommt nur nicht an sein abgehobenes Geld. Stattdessen erscheint nach einer Weile der Hinweis auf eine Störung. Die meisten verlassen daraufhin die Bank, um ihr Glück an einem anderen Geldautomaten zu versuchen. Dann ist für den Dieb die Stunde gekommen – er kann die Blende schlicht entfernen und mit den darin „festgeklebten“ Scheinen verschwinden.

Mehrere Anzeigen bei der Polizei

Ende Mai 2015 landeten drei dementsprechende Anzeigen aus Frohnhausen beim zuständigen Sachbearbeiter des Kriminalkommissariats 13, Anfang Juni eine aus der Innenstadt. Die benutzten Geldautomaten werden in der Regel außerhalb der Geschäftszeiten der Geldinstitute nach 18 Uhr und an Wochenenden manipuliert. Beim letzten Fall am 4. Juni alarmierte der betreffende Kunde die Polizei, nachdem er kein Geld erhalten hatte. Die Polizisten erkannten die Vorsatzleiste, an der noch das zuvor angeforderte Geld klebte. Der Zeuge hat in diesem Fall alles richtig gemacht. Dagegen haben die Opfer, die Ende Mai in Frohnhausen manipulierte Geldautomaten benutzten, die jeweilige Örtlichkeit ohne Geld verlassen und nicht die Polizei gerufen.

Die Polizei gibt Tipps, wie Sie sich vor Cash-Trapping am Geldautomaten schützen können: Kontrollieren Sie den Ausgabeschacht des Geldautomaten vor Ihrer Verfügung. Sieht alles „original“ aus? Ist etwas wackelig und wirkt „nicht dazugehörig“? Informieren Sie im Zweifelsfall Mitarbeiter des Geldinstituts oder die Polizei. Falls Sie kein Geld erhalten haben: Bleiben Sie in jedem Fall beim Geldautomaten. Lassen Sie sich nicht von einem vermeintlich hilfsbereiten Fremden vom Automaten weglocken. Bitten Sie einen anderen Kunden, einen Bankmitarbeiter zu holen.

Bei Automaten außerhalb von Banken rufen Sie gegebenenfalls per Handy bei der Bank an. Verständigen Sie die Polizei auch außerhalb der Öffnungszeiten von Banken und Kreditinstituten.