Caritas liefert Zelte ins Erdbeben-Gebiet
28.05.2008 | 16:32 Uhr 2008-05-28T16:32:00+0200CHENGDU/ESSEN. In der vergangenen Nacht, 28. Mai, gegen 4 Uhr Ortszeit ist der zweite Hilfsflug von Caritas international, der Auslandshilfeabteilung des Deutschen Caritasverbandes auf dem Flughafen in Chengdu/China eingetroffen.
Ein Mitarbeiter des Hilfswerkes hat die Umladung von 2150 Zelten auf LKWs kontrolliert. Im Verlauf des heutigen Tages begleitete eine Mitarbeiterin von Caritas international die Verteilung der Zelte im chinesischen Erdbebengebiet. Sie berichtet: „Der Tag war erfolgreich. Die Familien haben direkt mit dem Aufbau begonnen und sich eingerichtet. Endlich haben sie ein Dach über dem Kopf. Weitere Zelte sind unbedingt notwendig, denn die Zeit, bis konkret an Wiederaufbau gedacht werden kann, ist noch lange und selbst die Behelfsunterkünfte werden erst im Juli fertig gestellt sein.“
Nachdem immer wieder schwere Nachbeben in der chinesischen Provinz Sechuan weitere Häuser zerstören und erneut Tausende Menschen obdachlos wurden, bereitet Caritas international heute einen dritten Hilfsgüterflug mit 2500 Zelten vor, der am kommenden Montag in China ankommt. Caritas international hat zusammen mit der chinesischen Partnerorganisation „Jinde Charities“ in Chengdu ein Projektbüro eingerichtet. „Jinde Charities“ ist eine katholische Organisation die sich derzeit besonders auf medizinische Versorgung konzentriert. Da viele Menschen Familienangehörige sowie ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, ist auch psychosoziale Unterstützung für die traumatisierten Opfer vonnöten, so die Caritas.
Jinde Charities hat für die Nothilfe ausschließlich ausgebildete Helfer in die betroffenen Gebiete geschickt. Mit Zelten, in denen sie übernachten, sind die 46 medizinischen Helfer und Helferinnen seit Tagen unterwegs, zu Fuß und auf Trucks zu entlegenen Orten, in den Bergen Sichuans. In improvisierten Krankenstationen, Zeltlagern und am Rande der Schuttberge kümmern sie sich um Verletzte und Überlebende. Die Bergungsarbeiten führt das chinesische Militär mit Unterstützung internationaler Rettungsgruppen durch. Das von der Caritas unterstützte Team besteht überwiegend aus Frauen, die sich gezielt um die sichtbaren und unsichtbaren Wunden der Überlebenden kümmern. "Waisenkinder, alte Menschen und schwangere Frauen stehen bei unserer Hilfe im Vordergrund." berichtete Schwester Jingai Zhai aus der Nähe von Mianyang. Die Jinde Charities-Mannschaft hat mittlerweile ein Basislager in Mianyang eingerichtet, startet von dort aus in drei Gruppen. Während sich ein zweites Team auf den Einsatz bei den Kindern und Kranken vorbereitet, wächst in den Camps die Angst vor Seuchen.
Eine der Aufgaben, die die Helfer jetzt ebenfalls mit übernehmen: das Desinfizieren und Aussprühen der Not- und Krankenlager. Nach 14 Tagen soll das derzeit eingesetzte Team ausgewechselt werden. Denn auch für die Helfer ist die Situation oft extrem belastend. Mittelfristig wird sich die Caritas mit ihren lokalen Partnern vor allem um den Wiederaufbau kümmern. Neben der Lieferung von Zelten unterstützt Caritas international und die Bundesregierung die Hilfsprogramme und Partner vor Ort mit 1 Mio. Euro. Das Erdbeben der Stärke 7,8 hatte am Montag, dem 12. Mai, in Südwestchina zahlreiche Kleinstädte nördlich von Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, zerstört. Am schwersten betroffen waren die Bezirke Wenchuan und Beichuan. Das Epizentrum des Bebens befand sich etwa 90 Kilometer von Chengdu. In Beichuan, wo rund 160.000 Menschen leben, stürzten rund 80 Prozent der Gebäude ein. In der Großstadt Dujiangyan nördlich von Chengdu stürzte ein Schulgebäude ein und begrub bis zu 900 Schüler unter sich. Die Zahl der bestätigten Todesopfer liegt bei 68.000, etwa 20.000 Menschen werden noch vermisst. Fast 250.000 Menschen wurden verletzt. Über 5 Millionen Menschen sind obdachlos. Insgesamt sind 3669 Orte von dem Beben verwüstet worden.
Für die Hilfsprogramme von Caritas international in China ruft die Caritas im Ruhrbistum zu Spenden auf Unter dem Stichwort „Erdbeben China“ Auf das Konto 14400 des Caritasverbandes für das Bistum Essen, bei der Bank im Bistum Essen, Bankleitzahl 360 602 95
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