Callcenter CCC will in Essen weitere 400 Mitarbeiter einstellen

Erst seit Ende 2013 in Essen: Das Competence Call Center in der Dahnstraße.
Erst seit Ende 2013 in Essen: Das Competence Call Center in der Dahnstraße.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Unternehmen will in Essen dieses Jahr weitere 400 Mitarbeiter einstellen. Das Geschäft mit Kundenhotlines im Auftrag großer Konzerne floriert.

Essen.. Der Callcenter-Anbieter Competence Call Center (CCC) legt in Essen ein rasantes Wachstum an den Tag. Wie Ulf Herbrechter (41), operativer Vorstand der CCC-Gruppe, ankündigte, will das Unternehmen in diesem Jahr 400 weitere Mitarbeiter am Standort in der Dahnstraße einstellen und seine Belegschaft damit verdoppeln. Dabei war CCC erst im November 2013 in Essen gestartet – zunächst mit 150 Mitarbeitern. Ende vergangenen Jahres arbeiteten bereits 400 Beschäftigte für CCC in Essen.

Das in Wien vor 16 Jahren gegründete Unternehmen CCC übernimmt unter anderem im Auftrag großer Unternehmen deren Kunden-Hotlines. Dabei profitiert das Unternehmen davon, dass Konzerne solche Kundendienstleistungen mehr und mehr an Fremdfirmen auslagern. Zu den Auftraggebern von CCC gehören unter anderem Air Berlin, das Internet-Auktionshaus Ebay, seit neuestem auch Tchibo. Von Essen aus werden die Kunden von insgesamt zehn Konzernen betreut. Nicht jeder will dabei gern namentlich bekannt sein. Deshalb spricht Herbrechter auch nur von einem großen Baumarkt oder einem E-Commerce-Unternehmen, die außerdem auf der Auftraggeber-Liste stehen.

Attraktiver Arbeitsmarkt

Wirtschaft Essen ist für CCC als Standort vor allem wegen der Arbeitskräfte interessant. Die Multi-Kulti-Gesellschaft im Ruhrgebiet ist ein Schmelztiegel für viele Sprachen, die CCC wiederum sucht. Für die Fluggesellschaft Air Berlin beispielsweise betreut CCC die Hotline in 13 Sprachen. „Als wir uns für Essen entschieden haben, haben wir uns den Arbeitsmarkt in Essen genau angesehen“, sagt Herbrechter. Damals habe es zwar viele freie Stellen im so genannten Outbound-Bereich gegeben. Im Inbound-Bereich dagegen nur zwei. Ein Indiz dafür, dass der Markt noch Wachstum bietet. Outbound bedeutet, dass die Callcenter-Mitarbeiter aktiv anrufen müssen, beim Inbound-Geschäft – wie es CCC anbietet – rufen dagegen die Kunden an. Herbrechter macht kein Hehl daraus, dass sich leichter Menschen für einen Job im Inbound-Geschäft finden lassen. Am Telefon der Oma die Heizdecke zu verkaufen, sei dagegen für viele eher abschreckend.

Dennoch werde es auch für CCC in Essen nicht leichter, Mitarbeiter zu finden. Der Betrieb im Callcenter läuft rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. „Die Flexibilität, die wir von unseren Mitarbeiter fordern, ist nicht immer einfach zu finden“, meint Herbrechter.

Die Bezahlung bei CCC liegt zunächst nur auf Mindestlohn-Niveau von 8,50 Euro, dazu kommen allerdings Prämien und Zulagen. Gerade für viele Langzeitarbeitslose sei das eine Chance, im Arbeitsleben wieder Fuß zu fassen, glaubt der CCC-Vorstand.