BVB-Ultra warf Rauchbombe auf Roman Weidenfeller

Verärgert zieht BVB-Torwart Roman Weidenfeller ab, nachdem im Derby gegen Schalke am 26. Oktober 2013 aus dem Borussen-Fanblock eine Rauchbombe auf ihn geworfen wurde.
Verärgert zieht BVB-Torwart Roman Weidenfeller ab, nachdem im Derby gegen Schalke am 26. Oktober 2013 aus dem Borussen-Fanblock eine Rauchbombe auf ihn geworfen wurde.
Foto: Bernd Thissen / dpa
Ausgerechnet auf den eigenen Torwart warf ein BVB-Ultra im Derby gegen Schalke eine Rauchbombe. Jetzt musste er sich vor dem Landgericht verantworten.

Essen.. Harmlos schauen sie aus. Vor Gericht wissen sie sich zu benehmen. Aber dort sitzen sie, weil sie am 26. Oktober 2013 als Ultras des BvB in Essen über Bahngleise liefen und in der Schalke-Arena Bengalos abfeuerten. Mittlerweile arbeitet die Justiz die Verfahren gegen die Dortmunder „Fans“ in zweiter Instanz ab.

So wutverzerrt ihre Gesichter oft in den Stadien sind, so freundlich und reumütig wirken viele von ihnen vor Gericht. Zwei Berufungsverfahren aus dem Derby gegen Schalke hat die IV. Essener Strafkammer hintereinander gesetzt. OP-Pfleger ist der erste Angeklagte, BWL-Student der zweite. Beide waren bereits vom Amtsgericht Buer verurteilt worden.

Es war "nur" eine Rauchbombe

Dass die Fan-Randale in der Arena des „Erzfeindes“ Schalke geplant war, daran ließ schon das Urteil erster Instanz keinen Zweifel. Rund 500 BVB-Fans hätten bewusst gegen Absprachen mit der Polizei verstoßen und seien mit dem Zug bis zum Bahnhof Essen-West gefahren. Von dort hätten sie mit einem anderen Zug nach Buer fahren und auf dem Fußmarsch zur Arena auf Schalker treffen wollen.

Die Polizei in Essen unterband die Aktion, verfrachtete die Ultras in Busse, nachdem diese in Essen-West über die Gleise gelaufen waren. In der Arena zerschlugen sie Scheiben, zündeten zum Anpfiff Rauchbomben und Fackeln.

Der OP-Pfleger aus dem Westerwald gibt zu, dass er sich vermummt hatte. Er hätte aber keine der gefährlichen Fackeln gezündet, sondern „nur“ eine Rauchbombe. Die Video-Aufnahmen widerlegen ihn: Andere Fans drücken seinen Arm wegen der Gefahr von sich weg. Schließlich räumt der OP-Pfleger auch die Fackel ein. Ergebnis: Wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung verurteilt die Kammer ihn zu 4500 Euro Geldstrafe (90 Tagessätze zu 50 Euro).

Strafkammer nimmt Erklärungen nicht ab

Gefährlicher war die Aktion des BWL-Studenten aus dem Stuttgarter Raum. Der hatte zwei Rauchbomben gezündet und geworfen. Die zweite ausgerechnet in die Laufrichtung von BVB-Torhüter Roman Weidenfeller, der auf dem Weg war, die Fans zu besänftigen. Das Video zeigt, wie Weidenfeller ausweicht, um der Rauchbombe zu entgehen.

Der Student, der sich mittlerweile von Fußballkreisen distanziert haben will, sagt, er habe Weidenfeller nicht gesehen und die Bombe aufs leere Spielfeld geworfen. Die Strafkammer nahm ihm das nicht ab. Richter Volker Uhlenbrock wies ihn mehrfach auf Widersprüche hin. Auch seine Verurteilung aus Buer bleibt im Grundsatz bestehen, wird allerdings in eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen umgewandelt. Bei einem Tagessatz von 13 Euro beträgt sie seinem Einkommen entsprechend 1560 Euro.