Busfahrerin aus Essen wehrt sich erfolgreich gegen Dumpinglohn
28.12.2012 | 08:00 Uhr 2012-12-28T08:00:00+0100
Essen. Lore Tilger-Sopp wehrte sich erfolgreich gegen ihre Entlohnung beim Mesenhohl-Tochterunternehmen MM-Bus. Die Busfahrerin erstritt 17.500 Euro. Ihr Kampf gegen Dumpinglöhne ermutigte zahlreiche weitere Kollegen.
Fast ein Jahr haben Lore Tilger-Sopp und ihr Sohn Armin um ihren rechtmäßigen Lohn gekämpft. Über Tage, Wochen, Monate gab es in der Familie kaum ein anderes Thema. Lore Tilger-Sopps Mann hat da schon längst nicht mehr daran geglaubt, dass am Ende alles gut würde. Auch Armin musste von seiner Mutter immer wieder aufgebaut werden. Doch Lore Tilger-Sopps Kampf hat sich gelohnt.
Die 62-Jährige arbeitete bis Herbst 2011 bei der Krayer Mesenhohl-Tochter MM-Bus als Busfahrerin. Genau wie ihr Sohn Armin. Als sie mit einer Kollegin nicht mehr zurechtkam, sich trotz Beschwerden nichts änderte, kündigte sie. Doch sie wollte sich von ihrem Arbeitgeber Geld zurückholen, das ihr ihrer Meinung nach für unbezahlten Urlaub noch zustand. „Wenn wir nicht gearbeitet haben, gab es auch kein Geld. Egal ob Urlaub oder Krankheit“, erinnert sie sich.
MM-Bus kündigte Sohn nach Beschwerde
Sie wandte sich an den Arbeitsrechtler Peter Bühner. Er rechnete ihr vor, dass sie nicht nur um ihren bezahlten Urlaub gebracht worden sei. „Sittenwidrige Entlohnung und Nichteinhaltung der Mindestarbeitsbedingungen“, lauteten die Vorwürfe, mit denen der Anwalt gegen die Firma zu Felde zog. Zum Teil, so rechnete Bühner aus, waren Busfahrer mit weniger als fünf Euro pro Stunde bezahlt worden.
Als das anwaltliche Schreiben von Lore Tilger-Sopp bei MM-Bus landete, wurde Armin kurz nach Weihnachten 2011 fristlos gekündigt - ohne Begründung, wie er sagt. Er reichte Kündigungsschutzklage ein und wollte nun auch seinen ausstehenden Lohn zurück. Von nun an kämpften beide zusammen.
Lawine von Klagen losgetreten
Ihrem Vorbild folgten weitere ehemalige Kollegen. Über Michael Dreesen und Brigitte Wegmann beispielsweise hatte die WAZ berichtet. Lore Tilger-Sopp löste 2012 eine regelrechte Verfahrens-Lawine aus, die anhält und das Bus-Unternehmen bislang einen sechsstelligen Betrag gekostet hat. Rund 30.000 Euro forderte allein Lore Tilger-Sopp vor Gericht von MM-Bus. In einem Vergleich einigten sie sich auf die Zahlung von 17.500 Euro. Armin erhielt 18.000 Euro.
Während seine Mutter seit ihrem Weggang bei MM-Bus Blutproben für ein Labor fährt, ist der 23-jährige Armin immer noch auf der Suche nach Arbeit. Das Geld hilft, über die Runden zu kommen. Die 62-Jährige hat sich dagegen einen lang gehegten Wunsch erfüllt: neuen Zahnersatz. Anwalt Bühner hat gehalten, was er ihr im Januar versprochen hatte: „Dann kämpfen wir jetzt für Ihre Zähne.“

23:00
Sehr tolle Nachricht!
Dass es in Deutschland überhaupt möglich ist solch eine Art von Lohndumping zu betreiben finde ich einfach nur widerwertig.
Anscheinend auch alles illegal!
Nicht zu fassen! Dass diese Mentalität der Firmen nicht zum Firmenbankrott führt, wundert mich.
20:32
Das Hauptproblem ist eine Gesetzelsücke.
Deswegen hat Mesenhol als Subunternehmer der EVAG das Tochterunternehmen MM-Bus als ihren Subunternehmer gegründet.
Denn wer städtische Aufträge haben will muss tatsächlich gewisse Mindestarbeitsbedingungen erfüllen. Mesenhol umgeht das indem sie sich selber prüfen lassen um die Aufträge dann, übrigens völlig legal, an ihren eigenen Dumpinglöhner MM weiterzureichen.
Eine gewollt ungewollte Gesetzeslücke die die alte Bundesregierung von Helmut Kohl, mit tatkräftiger Unterstüzung der FDP, wenn wundert es, bei der Revision des Arbeitsrecht in den 90ern geschaffen hat als auch das Prinzip "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" für Zeitarbeiter ausgehebelt wurde.
15:25
Mal sehen wann Insolvenz angemeldet wird
.. würde nur eine andere Betriebsbezeichnung zur Folge haben , welche das Volk gar nicht merkt . Bei MM ist einiges unrund und die Stadt verteilt zum Dank auch noch die Aufträge dort hin . Einige Wettbewerber werden sich momentan mal wieder freuen und es stehen ja noch Fälle an .
Dafür ist die Firma selbst verantwortlich! Solche Firmen kann hier sowieso keiner gebrauchen!
14:24
...einer Frau ....geraten auf Wiedereinstellung zu klagen.
14:22
Sehr gut! Endlich kommt Bewegung in Sache.
Habe gestern einer Frau, deren befristeter Vertrag nicht verlängert worden war mit der Begründung, die Stelle würde wegfallen, auf Wiedereinstellung zu klagen.
Denn ohne irgendeine Wartefrist wurde ein anderer Mitarbeiter auf genau ihre Stelle eingestellt - auch befristet. Damit wollen die Arbeitgeber umgehen, befristete Verträge in unbefristete ändern zu müssen.
Aber da ihr zur Kenntnis kam, dass die Stelle eben doch weitergeführt wird, kann sie dagegen klagen... wird sie auch tun. Hat ja nichts zu verlieren.
13:27
Würde gerne wissen, ob die Beiden auf 400,00 €-Basis beschäftigt waren. Im Bericht ist nichts davon vermerkt. Dann sieht die Sache wieder anders aus und komplizierter. Manche Arbeitgeber zahlen beim Minijob Urlaubs- und Krankengelt, manche leider bzw. gesetzwidrig nicht.
... möglicherweise (??) auch aufgestockt worden . Demzufolge würde man wohl jetzt auch die Summen verrechnen ??
Arbeitnehmer auf 400 Euro-Basis haben die gleichen Rechte wie jeder andere Arbeitnehmer auch, d.h. Lohnfortzahlung bei Krankheit und Urlaub. Da gibt es keinen Unterschied. Arbeitgeber die nicht daran halten, kann man genauso erfolgreich verklagen wie MM.
12:56
Dsa ist schon eine Sauerei. Die bei der EVAG angestellten Busfahrer verdienen deutlich mehr, haben Urlaubsgeld, Weihnachstgeld und sónstoíge Vergünstigungen. Um das Defizit der EVAG zu senken , werden Mitternachtsunternehmen als Subunternehmer beschäftigt , zu Bedingungen die unterste Schublade sind.. Fahrer die keine Ortskenntnisse haben, kaum deutsch sprechen sind die Regel. Übrigens kein Einzelfall bei der EVAG , auch andere Unternehmen im VRR , Bogestra, Dortmunder, Hagener Strassenbahn , VER , Wupertal und , und,und.schämen sich nicht Subunternehmer zu beschäftigen bei denen Fahrer noch nicht einmal das Existenzminimum verdienen. Eine Schande !
12:56
Da sieht man was von unseren Politikern zu halten ist, statt solche Betriebe zu kontrollieren und bei einem solchen Betrug Verträge zu kündigen werden sie einfach, ohne Reaktion, weiterbeschäfftig.
Einem Hartzer der gegen die Regeln verstößt wird fast seine Existenzgrundlage über Sanktionen genommen. Da würgt es einem mächtig im Halse :-))
12:01
Hauptsache die fahren weiterhin für die EVAG bzw. VIA.
10:19
#karlo22
Erst lesen, dann schreiben!
Oder glauben Sie, das in dem Vertrag etwas davon gestanden hat, das Kranken- Urlaubstage nicht bezahllt werden?
das ist ein mimijob! Und welcher 23 Jährige kommt mit einem Minijob klar?
Icdh bin mir sicher das hier nicht alles steht
Übrigens habve ich mich auch noch anderweitig informiert.
@karlo22
..und wo??
Beim "Ausbeuter" selber??
Was gab es für spannende Informationen?
Ihr sdolltet euch mal etwas intensiever mit einigen Plaudertaschen von MItarbeitern unterhalten. Der Arbeitgeber ist mir egal. Wie langen waren die beiden den hier angestellt, das ca 30000,00Euro zusammenkommen? Und nochmal wie kann ein junger Mann davon leben, und geht erst dann zum Anwalt. Weiterhin scheint das ergebniss ja nicht so klar gewesen zu sein, sonst gehe ich keinen vergleich ein! Hier haben beide dreck am stecken. keinen weiteren Komentar.such eure Infos mal im Netz und bei den Mitarbeitern