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Burggymnasium - in der eSport-Schulmeisterschaft auf Finalkurs

09.02.2012 | 19:50 Uhr
Burggymnasium - in der eSport-Schulmeisterschaft auf Finalkurs
Foto: Arne Poll

Essen.   Am Burggymnasium gründeten Jugendliche ein Computerspiel-Team. Bei der bundesweiten eSport-Schulmeisterschaft liegen sie nun auf Finalkurs.

Map, Lane, Arcade, Chat oder Shooter? Die Welt der Computerspiele kennt viele Fremdwörter aus dem Englischen. Deren Gebrauch ist für jüngere PC-Nutzer fast schon selbstverständlich. Immerhin das Wort „daddeln“ können Laien im Duden nachschlagen: (am Spielautomaten) spielen.

Die damit verbundene Art des elektronischen Freizeitvergnügens steht am Burggymnasium derzeit hoch im Kurs. Auf Initiative von sieben Schülern bildete sich im November 2011 ein eigenes Team, das ein Lehrer betreut. Bereits im Premierenjahr stehen sie kurz vor dem Finaleinzug bei der bundesweiten eSport-Schulmeisterschaft.

Immer wieder sonntags werden aus Robin, Julian, Felix, Jakob, Anton, Lucas und Felix virtuelle Personen. Dann heißen die 15- bis 17-Jährigen etwa „Killeralge“, „spideynator“ oder „Hanqu“. Ab 19 Uhr kämpfen jeweils drei von ihnen am heimischen PC für den Ruf ihrer Schule, circa 90 Minuten lang. Die anderen sind per Konferenzschaltung eines kostenlosen Internet-Telefondienstes dabei.

In den Disziplinen „Trackmania “ (Autorennen), „Haxball“ (virtueller Kicker) und „League of Legends “ (Strategiespiel) treten sie per Internet gegen ihre Kontrahenten aus ganz Deutschland an. Die Gruppenphase schlossen sie als Sieger ab und in der Endrunde sind sie ungeschlagen geblieben. „Wir haben noch zwei Begegnungen vor uns, ein Sieg reicht und wir sind in der Finalrunde“, erzählt Teamcaptain Felix alias „Hanqu“.

Nur in der Freizeit

So recht passen die sieben Jungs nicht in das Klischee des pickeligen, sich von Junkfood ernährenden Nerds – laut Duden ein Ausdruck für einen sehr intelligenten, aber sozial isolierten Computerfan. „Die einen spielen Musik, sind im Orchester oder einer Band, die anderen machen Sport. Das Zocken von Computerspielen ist zwar viel verbreiteter als früher, aber eben nicht die einzige Aktivität neben der Schule“, erklärt Anton. Das Training und die Vorbereitung der Spieltage finden auch nicht in der Unterrichtszeit statt, sondern in der Freizeit.

Ihre Entscheidung, in dieser freiwilligen Form die Fahnen ihrer Schule hochzuhalten, haben sie nicht bereut, denn es mache keinen Unterschied, ob sie jetzt privat für sich oder im Namen des Gymnasiums spielten. Dabei kam die Idee aus purem Zufall: „Wir haben den Wettbewerb gleichzeitig im Internet entdeckt und dann zwei Lehrer unabhängig voneinander angesprochen“, berichten Felix und Jakob. Aus zwei Initiativen wurde eine und seither betreut Binoy Sinha die Mannschaft. Eigentlich lehrt der 34-Jährige in den Fächern Sozialwissenschaften und Geschichte, aber „in Maßen daddele ich auch“.

„Vorher habe ich natürlich geschaut, was das für Spiele sind“, sagt er. Kritikpunkte, die gegen die Teilnahme sprachen, hat er nicht gefunden. Computerspiele gehörten einfach zur Lebenswelt seiner Schüler. „Ich sehe das auch als Beitrag zur Medienerziehung“, sagt Sinha. Das Verteufeln von Computerspielen finde er nicht gut. Auch er lerne dazu, etwa die Begriffe, die seine Schützlinge gebrauchten. Felix bekräftigt das: „Man kann damit gut Englisch lernen, weil die Computerspiel-Szene sehr international ist.“

Eine Sache konnten sie aber bisher nicht ändern: Die Jungs unter sich. „Mädchen gehen damit nicht so offen um, wenn sie zocken“, meint Anton. Und den Hauptgrund für fehlende weibliche Mitglieder kennen Robin und Jakob: „Die spielen nur so Mädchen-Sachen.“

Hintergrund – Was ist eSport?

Der Begriff „electronic Sport“ meint das Spielen von Computer- und Videospielen mit mehreren Teilnehmern unter Wettkampf-Bedingungen. In den 1990er-Jahren startete dieser Trend mit sogenannten „LAN-Turnieren“. Das Internet vergrößerte die Möglichkeiten. Die eSport-Schulmeisterschaft geht 2012 in die sechste Saison. Sie wird organisiert von der Firma „Turtle Entertainment“. Letztes Jahr nahmen 62 Schulen und über 400 Schüler teil. Infos im Internet: www.schulmeisterschaft.de

Tim Walther

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