Bundestagsmandat auf Probe

Matthias Hauer (CDU, MdB) mit Luca Ducrée im Bundestag in Berlin.
Matthias Hauer (CDU, MdB) mit Luca Ducrée im Bundestag in Berlin.
Foto: CDU
Was wir bereits wissen
Luca Ducrée aus Kray engagiert sich in der Jungen Union. Der 19-jährige Jurastudent hatte nun bei „Jugend und Parlament“ die Chance, „große Politik“ hautnah zu erleben

Essen-Kray..  Arbeitstreffen, Ausschusssitzungen, Plenardebatten, Pressegespräche – für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Jugend und Parlament“ jagt ein Termin den nächsten. Jeder der insgesamt 315 „Jungparlamentarier“ schlüpft dabei in die Rolle eines fiktiven Abgeordneten einer fiktiven Fraktion. Und mittendrin: der 19-jährige Jurastudent Luca Ducrée aus Kray.

Beim Planspiel „Jugend und Parlament“ wird die tägliche Arbeit der Politiker in Berlin nachgestellt. Dass Luca vier Tage lang im Bundestag selbst wie ein Abgeordneter arbeiten durfte, verdankt er Matthias Hauer. Der Essener Bundestagsabgeordnete, der für die CDU im Finanzausschuss sitzt, hatte ihn nominiert. „Ich bin allerdings im Innenausschuss gelandet. Als Vertreter der Christlichen Volkspartei aus Bayern“, berichtet Luca Ducrée. „Da habe ich im Kontakt mit den anderen Teilnehmern ziemlich schnell gemerkt, dass im Süden der Republik die Ansichten und Standpunkte oft andere gelagert sind als bei uns im Ruhrgebiet.“

Seiner politischen Arbeit in Berlin tat diese Erfahrung jedoch keinen Abbruch: „Es wird uns immer wieder eingeschärft, uns mit dem jeweiligen Koalitionspartner abzustimmen.“ Dies gelang – schon wegen der politischen Mehrheit im Parlament – allerdings recht gut. Lucas Mentor Matthias Hauer: „Abstimmung und gute Argumente sind sehr wichtig. Doch aus Erfahrung weiß ich, dass das Verhandlungsergebnis in der Praxis zum Glück um einiges besser aussieht als nur ein Kompromiss, bei dem die eigenen Standorte auf der Strecke blieben.“

In Berlin setzte sich Luca Ducrée mit Vertretern der eigenen und der anderen fiktiven Fraktionen mit einem geplanten Einwanderungsgesetz auseinander. Ein Thema von hoher Brisanz: „Wir haben gemeinsam versucht, einen Anforderungskatalog zu formulieren, der die Eingliederung von Einwanderern erleichtern soll.“ Sprachkenntnisse, die jeweilige Ausbildung des Probanden, seine Berufserfahrung, aber auch seine persönliche finanzielle Situation finden sich in dieser Liste wieder. „Ein weiteres Kriterium war für uns, ob es sich um einen Job handelt, in dem auch wirklich Bedarf besteht“, erklärt Luca weitere Inhalte.

Lucas Nominierung kam nicht von ungefähr, ist sie doch als Unterstützung seines politischen und ehrenamtlichen Engagements gedacht. „Ich bin bereits seit vier Jahren in der Jungen Union aktiv“, sagt Luca. „Für mich hat dieser Besuch in Berlin sehr viel gebracht. Ich habe sehr viele Jugendliche, auch anderer Parteien, kennengelernt, unterschiedliche Standpunkte gehört und kann diese nun besser werten und einordnen.“

Jurastudent im 2. Semester

In der Jungen Union hat Luca auch zahlreiche Juristen kennengelernt. Dies hat ihn auch in seiner Studienwahl beeinflusst: „Ich finde die Arbeit eines Juristen sehr interessant. Allerdings stehe ich ja erst am Beginn des zweiten Semesters. Ich habe also noch sehr viel zu lernen, da ist eine politische Karriere noch sehr weit weg.“ Dennoch könne er sich durchaus vorstellen, Berufspolitiker zu werden. Auch wenn der Job vielleicht beschwerlich werden könnte: „Wir haben ja selbst in den vier Tagen manchmal bis 24 Uhr gearbeitet, um mit den Vorlagen fertig zu werden.“

Von der Stadt Berlin hat Luca daher nicht allzu viel gesehen. „Ein Besuch am Brandenburger Tor und auf dem Funkturm war dennoch drin.“ So blieb der Höhepunkt seiner Reise die abschließende Debatte im Plenum vor voll besetzter Besuchertribüne und unter der Leitung des Bundestags-Vizepräsidenten. Lucas Fazit: „Ich habe viel gelernt. Gerade auch, wie viel Arbeit in einem Gesetzgebungsverfahren steckt, bis das Gesetz schließlich verabschiedet wird.“

Erklärtes Ziel des Programms „Jugend und Parlament“ ist es, den nominierten Jugendlichen im Alter von 16 bis 20 Jahren die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten näher zu bringen.

Die Jugendlichen üben sich im Debattieren und versuchen, Mehrheiten für ihre Anliegen zu gewinnen. Das Planspiel, das jährlich im Juni stattfindet, soll Arbeitsweisen des Parlaments vermitteln.

Die abschließende Debatte, bei der die Jugendlichen wie die Profis über ihre ausgearbeiteten Gesetzesvorlagen streiten, findet übrigens an Originalschauplätzen im Deutschen Bundestag statt.