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Mängel an Gleisen

Bummel-Bahnen ärgern Pendler in Essen

17.11.2009 | 07:36 Uhr
Bummel-Bahnen ärgern Pendler in Essen

Essen. Die Bahn lässt ihre Züge zeitweilig an bestimmten Gleisabschnitten mit nur 20 km/h fahren, weil das Schienennetz starke Mängel aufweist. Das ärgert Pendler. In Essen sind derzeit drei S-Bahnlinien betroffen.

Mängel an Gleisen nennt die Deutsche Bahn als Grund, warum teilweise Züge nicht schneller als 20 km/h fahren. Derzeit betroffen ist in Essen u.a. die Strecke der S-Bahn-Linien S1, S3 und S9 östlich des Hauptbahnhofs. Genauer gesagt: „Schadhafte Gleise.” Deshalb habe man diesen Streckenabschnitt bereits vor Wochen als so genannte „Langsamfahrstelle” ausgewiesen. Ein Bahnsprecher in Düsseldorf kündigte an: „Bis Ende des Monats sind die Gleise repariert, dann fahren die Züge wieder in normaler Geschwindigkeit.”

Gründe: Kaputte Gleise, Schäden an Übergängen

Gleiches gelte für den Streckenabschnitt der S 3 (Oberhausen – Hattingen) zwischen den Haltepunkten Steele-Ost und Horst: Dort fahren Züge derzeit nur 50 statt 80 km/h. Daran schuld sind nach Angaben eines Bahnsprechers Schäden am Bahnübergang Dahlhauser Straße.

Eine S-Bahn fährt am Essener Hauptbahnhof ein. Foto: Remo Bodo Tietz

Die Ernennung von Gleisabschnitten in „Langsamfahrstellen” sei ein „normaler Vorgang”, heißt es. Bundesweit habe man die Zahl der „mängelbedingten Langsamfahrstellen” in der Bundesrepublik in den vergangenen Jahren „drastisch zurückgefahren”, erklärte ein Frankfurter Bahnsprecher.

Bahn: Viel weniger "Langsamfahrstrecken" als früher

Kritische Beobachter der Branche gehen jedoch davon aus, dass notorische „Langsamfahrstellen” aus der Statistik gestrichen werden, indem man die Schleich-Zeiten einfach in den Fahrplan integriert. Das wies der Sprecher jedoch als „unredlich” zurück.

In der Nähe des Haltepunkts Eiberg hatte es in der vergangenen Woche einen Zwischenfall gegeben: Etwa 50 Fahrgäste der Linie S 3 (Oberhausen – Hattingen) hatten morgens zwei Stunden im stehenden Zug verbringen müssen – wegen eines technischen Defekts konnte die Lok nicht weiterfahren. Die Fahrgäste erhielten Taxi-Gutscheine als Entschädigung.

Zug stand still, Gäste saßen zwei Stunden fest

Einen besonders lang anhaltenden Schaden an einem Bahnübergang hatte es bis zu diesem Frühjahr ebenfalls in der Nähe des Haltepunkts Eiberg gegeben: Dort waren am Bahnübergang „Weg am Berge” anderthalb Jahre lang die Schranken defekt – zwei Mitarbeiter sicherten den Übergang Tag und Nacht mit Flatterbändern. Auch das zwang die S-Bahn-Linie 1 sowie die nächtlichen Güterzüge dazu, ihr Tempo zu drosseln.

Wie viele „Langsamfahrstellen” es derzeit in Essen gibt, darüber wird offiziell keine Statistik geführt. Aus dem aktuellen „Netzzustandsbericht NRW”, den das Landesverkehrsministerium jüngst hat erstellen lassen, geht aber hervor: Züge der S1-Linie Dortmund–Duisburg brauchen heute länger als vor 15 Jahren.

Martin Spletter

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Kommentare
17.11.2009
23:33
Bummel-Bahnen ärgern Pendler in Essen
von MBSSB | #22

Liebe Berüfsnörgler...

Bevor ihr mit falschen Baureihen um euch werft hier folgendes: Rechts im Bild ist eine Baureihe 420 (S9), in der Mitte eine Baureihe 425 (RB 42) und links daneben ist ein Zug der Baureihe 426 (teilweise RB 42)

MFG

17.11.2009
20:17
Bummel-Bahnen ärgern Pendler in Essen
von HorstEiberg | #21

Es ändert alles nicht daran, dass die S1 seit Jahren chronisch verspätet fährt.
Schadhaflte Gleise hin oder her.
Der Hit ist die Ansage, dass die S-Bahn 20 Minuten verspätet ist (will sagen, der Zug fällt aus)!!

17.11.2009
20:04
Bummel-Bahnen ärgern Pendler in Essen
von felix | #20

So weit ich weiß, muss die S6 wegen der Anwohner so langsam fahren. Ist wohl sonst zu laut.

Ich wundere mich immer wie die S6 es schafft, trotz pünktlichem Abfahrens, eine Verspätung herauszufahren.

17.11.2009
16:31
Bummel-Bahnen ärgern Pendler in Essen
von allmutige | #19

Ich fahre nicht sehr häufig mit der S6 zwischen dem Essener HBF und Werden.. Aber neben der Tatsache, daß die S& insgesamt sehr unpünktlich ist, habe ich mich immer darüber gewundert, daß sie zwischen dem HBF und Süd so langsam fuhr. Habe es nie anders erlebt. Findet aber keine Erwähnung im Artikel.
Kennt jemand den Grund dafür?

17.11.2009
15:31
Bummel-Bahnen ärgern Pendler in Essen
von fry | #18

jein ... bis vor nem halben jahr sind diese züge die strecke der s9 gefahren ;-)

17.11.2009
12:17
Bummel-Bahnen ärgern Pendler in Essen
von Ein Läufer | #17

Das sind aber Probleme....fahre jeden Tag die Strecke D-Kley Mülheim, und ich fahre jetzt gerne Bahn in D. War letztens in Asien....ne, wat haben wir es hier gut....richtig gut!!!!!

Achso, und 3 mal die Woche nehm ich das Fahrrad auf dem Rückweg, damit ich nicht so fett wie manch Autofahrer werde :-)!

17.11.2009
11:10
Bummel-Bahnen ärgern Pendler in Essen
von soissesnunmal | #16

@15
Was ist der Unterschied zwischen einer Schlange und einer Autoschlange?
Richtig: Bei der Schlange ist das ********* hinten!!
Ein Großteil der AutofahrerInnen handelt nach der Premisse: Motor an - Gehirn aus!!!

17.11.2009
10:48
Bummel-Bahnen ärgern Pendler in Essen
von millefit | #15

das reissverschlussverfahren ist die ursache von staus nicht deren lösung.....würden die autofahrer möglichst früh auf die freie spur wechseln würde der verkehr erheblich flüssiger fliessen da kein stop and go und alle spurwechsel über eine grössere strecke erfolgen und der stau somit entzerrt würde...aber nein...der spurwechsel hat an EINER stelle zu erfolgen und somit haben BEIDE spuren blockiert zu sein....

also in meinen augen sehe ich im reissverschlussverfahren wie es im moment praktiziert wird nicht die geringste logik....

17.11.2009
10:04
Bummel-Bahnen ärgern Pendler in Essen
von Otto Müller | #14

Ist ja ganz schön, dass die WAZ / Der Westen über die Defizite bei der Deutscehn Bahn ausführlich berichtet. Es wäre jedoch noch schöner, wenn mit der gleichen Vehemenz über den Katastrophenzustand auf Rädern bei der EVAG berichtet würde. Stattdessen wird ein Forum Wie gut ist die EVAG? eingerichtet. Mir ist klar, dass die WAZ sich bei kommunalen Unternehmen nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen möchte, doch die Fragestellung Wie schlecht ist die EVAG? wäre realistischer. Ein Beispiel: Die U18 sollte heute morgen um 8:30 Uhr ab Wickenburg in Richtung MH-Hauptbahnhof fahren. Die Verspätung von 13 Minuten (bie einem 10 Minuten - Takt) wurde mit einer Betriebsstörung begründet. Das kann alles von eingeschlafenem Fahrer, über Personen im Gleis bis zum Fahrzeugschaden bedeuten. Als ich mir im Fahrgastzentrum der MVG die Verspätung bescheinigen ließ, fragte mich die Mitarbeiterin dort (ohne eine Antwort zu erwarten): Warum informiert uns die EVAG nicht über derartige Verspätungen?: Solche Verhältinsse sind bei der EVAG die Norm. Leider liest man in der WAZ nie davon.

Otto Müller

17.11.2009
09:12
Bummel-Bahnen ärgern Pendler in Essen
von S.C. | #13

Ich fahre diese Strecke täglich ab und man sieht, dass dort langsam aber sicher sämtliche Gleise aus allen drei Richtungen zusammenlaufen (Steele, Kray-Nord, Kray-Süd), sodass kurz vor dem HBF ganze 12 oder mehr Gleise nebeneinander herlaufen. Ist es denn da nicht möglich mal ein Nebengleis zum ausweichen zu nehmen?

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