Bürgerprotest gegen Bordell-Pläne am Essener Autokino
10.07.2012 | 12:04 Uhr 2012-07-10T12:04:00+0200
Essen. Am Schacht Neu-Cöln machen Anwohner mobil: Im Gewerbegebiet soll ein Bordellbetrieb in einem ehemaligen Bürogebäude einziehen. Die Bürger fürchten, dass ein Bordell vor allem osteuropäische Kunden des Autohandels rund um das Autokino anzieht. Und das wollen sie mit allen Mitteln verhindern.
Die Nachricht fegte wie ein Sturmwind durch Borbeck: Im Gewerbegebiet Schacht Neu-Cöln soll ein Bordellbetrieb in einem ehemaligen Bürogebäude einziehen. Anwohner sind ebenso alarmiert wie Bezirkspolitiker: Sie fürchten, dass das Bordell vor allem osteuropäische Kunden des Autohandels rund um das Autokino anzieht. Und das wollen sie mit allen Mitteln verhindern.
Am Donnerstag war es noch ein Gerücht. Doch inzwischen ist ein Bauantrag „ganz frisch eingetroffen“, bestätigte gestern Klaus Fidomski-Rest, Leiter der Bauaufsicht Nord, auf Anfrage dieser Zeitung. Der Investor will drei Zimmer im Obergeschoss des Gewerbegebäudes Schacht Neu-Cöln 34 als „Gästezimmer“ eines „bordellartigen Betriebes“ nutzen. Sogar die Öffnungszeiten sind schon bekannt: werktags von 10 bis 23 Uhr, sonntags und an Feiertagen 12 bis 19 Uhr. Drei Gästezimmer, sagt Fidomski-Rest, das ist kein großer Laden: „Es gibt in Essen sicher größere einschlägige Betriebe.“
„Wenn der Antrag rechtens ist, dann haben wir hier keine guten Karten“
Und dennoch hat die Nachricht von den Bordell-Plänen die Nachbarschaft elektrisiert. Die Anwohner Gregor Arnold und Andrea Littmann reagierten am schnellsten: Gleich gestern früh jagten sie ein Schreiben an Oberbürgermeister Reinhard Paß hinaus mit der „dringenden Bitte, die Genehmigung der Nutzungsänderung in jedem Fall zu verhindern“. Gleichzeitig begannen sie Unterschriften zu sammeln und die Politiker vor Ort zu alarmieren.
Die Sorge, die die Anwohner umtreibt: Ebenso wie das geplante Hotel/Gästehaus an der Bottroper Straße könnte das Bordell ein gezieltes Angebot für die osteuropäischen Besucher des Autokino-Umfeldes sein. Friedhelm Klix (SPD), Mitglied des Rates und der Bezirksvertretung, treibt zudem die Sorge um, das Bordell könne womöglich erst der Anfang sein. Diese Sorge teilt auch Anwohner Arnold: „Hinter dem Gebäude ist nach ganz viel Platz, um ein Beherbergungsgewerbe aufzuziehen.“ Er fürchtet „die Erweiterung eines anfänglich kleineren Bordellbetriebes“. Klix’ CDU-Kollege im Bauausschuss Klaus Diekmann stehen Sorgenfalten auf der Stirn. „Das Gebäude liegt im Gewerbegebiet. Wenn der Antrag rechtens ist, dann haben wir hier keine guten Karten.“ Einen Sperrvermerk, der das Rotlichtmilieu ausschließt, gibt es für dieses Gebiet nicht.
„Hier wohnen ringsum Familien mit kleinen Kindern“
Die Anwohner wollen das Argument mit dem Gewerbegebiet nicht gelten lassen. „Hier wohnen ringsum Familien mit kleinen Kindern“, zählt Gregor Arnold auf. An der Straße liegen zwei Kinderspielplätze und von Familien genutzte Grünanlagen. „Nebenan in der Zweigstraße soll eine Kita neu gebaut werden. Und im Bereich Neustraße/Heegstraße soll eine Siedlung mit Einfamilienhäusern entstehen. Der Investor wird sich schön bedanken, wenn er zwei Millionen Euro in die Hand nimmt und dann nebenan ein Bordell entsteht.“ Andrea Lottmann ergänzt: „Ob im Sommer oder Winter: Zum Spielen oder zum Rodeln sind hier immer mindestens ein Dutzend Kinder auf der Straße. Das passt doch überhaupt nicht zusammen mit einem Bordellbetrieb, Gewerbegebiet hin oder her!“
SPD-Bezirksvertreter Ulrich Schulte-Wieschen nimmt die Ängste der Anwohner vor einem Andrang osteuropäischer Besucher sehr ernst. „Erstmal ist es nur eine Vermutung, aber eine Vermutung, die nach unserer Erfahrung sehr nahe liegend ist.“ Ihm liegt das Bordell-Projekt ähnlich schwer im Magen wie das Hotel an der Bottroper Straße: „Das ist das I-Tüpfelchen in der aktuellen Debatte um das Autokino.“
Diekmann, Klix und Schulte-Wieschen haben den Anwohnern Unterstützung über die Parteigrenzen hinweg zugesichert: „Was wir machen können, werden wir auch tun.“ Erst einmal müsse nun die Prüfung des Bauantrages abgewartet werden. Die Anwohner haben aber schon angekündigt: „Wir werden den Druck auf die Verwaltung hoch halten.“
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Bergeborbeck leidet unter dem Autohandel. Herr Klix hat hier eine ordentliche Initiative entwickelt die Belastungen des Stadtteiles zu verkleinern. Er versucht den Ärger in der Bevölkerung aufzunehmen und bessere Strukturen zu schaffen.
Prinzipiell sind Bordell Pläne für die Entwicklung eines Stadtteiles sicher nur bedingt förderlich.
Wenn die Politiker nun den Bürgerprotest unterstützen will, ist das erstmal positiv.
02:28
Nur wenige hundert Meter vom Autohandel ist bereits ein Bordell - dann müßte ja da ein noch höherer "Verkehr" von Osteuropäern stattfinden. Einfach mal dort Erfahrungswerte einholen.
Der vorgesehene Platz hat im Moment den Charme einer Mischung aus Schrottplatz und Müllhalde. Mein Vorschlag : die Sache genehmigen mit den Auflagen, ein ansprechenderes Umfeld auf dem Grundstück zu schaffen.
Und an die besorgten Bürger : das ganze spielt sich hinter verschlossen Türen ab und nicht mitten auf der Straße ...
02:01
Die am lautesten schreien , sind die ersten Kunden.....
18:18
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18:01
Kleine Kinder raffen doch gar nicht, worum es da geht. Und wenn die Kinder älter werden und sich dafür interessieren, tja liebe Eltern dann muss man halt ehrlich sein. Auch eure Kinder hat nicht der Storch gebracht. Hoffentlich ist euer Schlafzimmer gut isoliert, ich will gar nicht darübernachdenken welche schweren psychischen Schäden die Kinder sonst erleiden könnten.
17:57
ach nicht zu vergessen: das Thema veranschaulichen und darstellen kann heutzutage jede Oper fast besser - sozusagen Sex für alle!
17:43
Wollust im praktischen Sechserpack: 1. wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!
2. LUST HAT VIELE SCHÖNE GESICHTER! 3. Ohne Fleiß (der anderen) kein Preis.
4. Stehen Sie Ihren Mann! 5. Gelegenheit macht Diebe! 6. Die Welt gehört Ihnen! Hier geht es um Urinstinkte wie Hunger, Libido und vor allem die Lust auf Macht! Wie immer sollen wir Frauen diese befriedigen: am Kochtopf, im Bett, am Arbeitsplatz. Männer, Bordelle haben im Laufe der Jahrhunderte nur noch den Beigeschmack vom abgestandenem Schnaps, Bier und kaltem Zigarettenrauch. Nichts prickelndes, aufregendes, verbotenes. Please, etwas mehr Phantasie, Kreavität und Eigeninitiative - sonst stinkt das Ganze nur nach Dritter Welt, Thailand- Gehabe, nach Gigolo, Mafia und Aniis - dings oder wie sie hieß, nach Simmel, Millionär nimmt Studentin, Angelina und nach - ach das haben wir schon im Internet. Nach IHHH, und Skandal - Mord und langweiligem Rotlicht - nehme ich übrigens gegen Sinusitis.
Hmm, der wirrste Stuss hier kommt von einer Frau. Das sollte Ihnen zu denken geben.
Aha - und welche Kernaussage haben nun die aneinandergereihten Satzfetzen ???
17:33
Wenn man sich die Gegend ansieht, versteht man die Aufregung nicht. Das Gewerbegebiet ist abgeschirmt und weit genug weg von jeder Wohnbebauung (es sei denn man bewohnt eine Dienstwohnung im Gewerbegebiet).
Ein sehr goßes Bordell ist einige hundert Meter von meiner Wohnung entfernt. Alles friedlich. Meine Kinder interessiert im Vorbeifahren nur, ob sie einen Lehrer im Auto sehen könnten.
Hätte ich die Wahl, möchte ich es auf keinen Fall gegen eine Disko, einen Sportplatz, ein Drive-In, eine Tankstelle,...tauschen.
17:16
Spießbürger gibt es immer und überall. In Gelsenkirchen gab es auch Proteste gegen ein Etablissement weil dieses schräg gegenüber eines Kindergartens liegt.
Das Paradoxe: Öffnungszeiten von Kindergarten und "Massage"-Salon schließen einen Kontakt der jeweiligen "Kundschaft" von vorne herein aus!
Aber aufregen kann man sich ja mal...
Soviel ehrliche moralische Entrüstung lässt einen bestimmt nachts gut schlafen!
16:50
In 1,2 Kilometern Fahrstrecke, oder 500 Metern Luftline gibt es schon einen Rotlichtbetrieb, also ist die ganze aufregung eher lustig.