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Bürgerprotest gegen Bordell-Pläne am Essener Autokino

10.07.2012 | 12:00 Uhr
Hier soll ein „bordellähnlicher Gewerbebetrieb“ entstehen. Foto: Jan Dinter

Essen.   Am Schacht Neu-Cöln machen Anwohner mobil: Im Gewerbegebiet soll ein Bordellbetrieb in einem ehemaligen Bürogebäude einziehen. Die Bürger fürchten, dass ein Bordell vor allem osteuropäische Kunden des Autohandels rund um das Autokino anzieht. Und das wollen sie mit allen Mitteln verhindern.

Die Nachricht fegte wie ein Sturmwind durch Borbeck: Im Gewerbegebiet Schacht Neu-Cöln soll ein Bordellbetrieb in einem ehemaligen Bürogebäude einziehen. Anwohner sind ebenso alarmiert wie Bezirkspolitiker: Sie fürchten, dass das Bordell vor allem osteuropäische Kunden des Autohandels rund um das Autokino anzieht. Und das wollen sie mit allen Mitteln verhindern.

Am Donnerstag war es noch ein Gerücht. Doch inzwischen ist ein Bauantrag „ganz frisch eingetroffen“, bestätigte gestern Klaus Fidomski-Rest, Leiter der Bauaufsicht Nord, auf Anfrage dieser Zeitung. Der Investor will drei Zimmer im Obergeschoss des Gewerbegebäudes Schacht Neu-Cöln 34 als „Gästezimmer“ eines „bordellartigen Betriebes“ nutzen. Sogar die Öffnungszeiten sind schon bekannt: werktags von 10 bis 23 Uhr, sonntags und an Feiertagen 12 bis 19 Uhr. Drei Gästezimmer, sagt Fidomski-Rest, das ist kein großer Laden: „Es gibt in Essen sicher größere einschlägige Betriebe.“

„Wenn der Antrag rechtens ist, dann haben wir hier keine guten Karten“

Die Bürger sind alarmiert: Gregor Arnold gehört zu den Anwohnern und hat eine Info-Veranstaltung initiiert. Foto: Jan Dinter

Und dennoch hat die Nachricht von den Bordell-Plänen die Nachbarschaft elektrisiert. Die Anwohner Gregor Arnold und Andrea Littmann reagierten am schnellsten: Gleich gestern früh jagten sie ein Schreiben an Oberbürgermeister Reinhard Paß hinaus mit der „dringenden Bitte, die Genehmigung der Nutzungsänderung in jedem Fall zu verhindern“. Gleichzeitig begannen sie Unterschriften zu sammeln und die Politiker vor Ort zu alarmieren.

Die Sorge, die die Anwohner umtreibt: Ebenso wie das geplante Hotel/Gästehaus an der Bottroper Straße könnte das Bordell ein gezieltes Angebot für die osteuropäischen Besucher des Autokino-Umfeldes sein. Friedhelm Klix (SPD), Mitglied des Rates und der Bezirksvertretung, treibt zudem die Sorge um, das Bordell könne womöglich erst der Anfang sein. Diese Sorge teilt auch Anwohner Arnold: „Hinter dem Gebäude ist nach ganz viel Platz, um ein Beherbergungsgewerbe aufzuziehen.“ Er fürchtet „die Erweiterung eines anfänglich kleineren Bordellbetriebes“. Klix’ CDU-Kollege im Bauausschuss Klaus Diekmann stehen Sorgenfalten auf der Stirn. „Das Gebäude liegt im Gewerbegebiet. Wenn der Antrag rechtens ist, dann haben wir hier keine guten Karten.“ Einen Sperrvermerk, der das Rotlichtmilieu ausschließt, gibt es für dieses Gebiet nicht.

„Hier wohnen ringsum Familien mit kleinen Kindern“

Die Anwohner wollen das Argument mit dem Gewerbegebiet nicht gelten lassen. „Hier wohnen ringsum Familien mit kleinen Kindern“, zählt Gregor Arnold auf. An der Straße liegen zwei Kinderspielplätze und von Familien genutzte Grünanlagen. „Nebenan in der Zweigstraße soll eine Kita neu gebaut werden. Und im Bereich Neustraße/Heegstraße soll eine Siedlung mit Einfamilienhäusern entstehen. Der Investor wird sich schön bedanken, wenn er zwei Millionen Euro in die Hand nimmt und dann nebenan ein Bordell entsteht.“ Andrea Lottmann ergänzt: „Ob im Sommer oder Winter: Zum Spielen oder zum Rodeln sind hier immer mindestens ein Dutzend Kinder auf der Straße. Das passt doch überhaupt nicht zusammen mit einem Bordellbetrieb, Gewerbegebiet hin oder her!“

SPD-Bezirksvertreter Ulrich Schulte-Wieschen nimmt die Ängste der Anwohner vor einem Andrang osteuropäischer Besucher sehr ernst. „Erstmal ist es nur eine Vermutung, aber eine Vermutung, die nach unserer Erfahrung sehr nahe liegend ist.“ Ihm liegt das Bordell-Projekt ähnlich schwer im Magen wie das Hotel an der Bottroper Straße: „Das ist das I-Tüpfelchen in der aktuellen Debatte um das Autokino.“

Der Essener Norden und die City

Diekmann, Klix und Schulte-Wieschen haben den Anwohnern Unterstützung über die Parteigrenzen hinweg zugesichert: „Was wir machen können, werden wir auch tun.“ Erst einmal müsse nun die Prüfung des Bauantrages abgewartet werden. Die Anwohner haben aber schon angekündigt: „Wir werden den Druck auf die Verwaltung hoch halten.“

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Kommentare
11.07.2012
13:02
Bürgerprotest gegen Bordell-Pläne am Essener Autokino
von BorbeckerBefreiungsFront | #19

Bergeborbeck leidet unter dem Autohandel. Herr Klix hat hier eine ordentliche Initiative entwickelt die Belastungen des Stadtteiles zu verkleinern. Er...
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Bürgerprotest gegen Bordell-Pläne am Essener Autokino
Bürgerprotest gegen Bordell-Pläne am Essener Autokino
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/buergerprotest-gegen-bordell-plaene-am-essener-autokino-id6861969.html
2012-07-10 12:00
Bordell,Borbeck,Autokino,Anwohner,Protest,Gewerbegebiet,Bebauungsplan
Essen