Brückenschlag zur Praxis
11.08.2009 | 18:01 Uhr 2009-08-11T18:01:00+0200
Prof. Rüdiger Kiesel übernimmt den europaweit ersten Lehrstuhl für Energiehandel an der Universität Duisburg-Essen.
Der Praxisbezug reizt ihn besonders an seiner neuen Aufgabe. Professor Rüdiger Kiesel hat jetzt den europaweit ersten Lehrstuhl für Energiehandel und Finanzdienstleistungen an der Universität Duisburg-Essen (UDE) übernommen. Die RWE Supply & Trading Essen unterstützt den neuen Stiftungs-Lehrstuhl mit zunächst zwei Millionen Euro für die ersten fünf Jahre.
Ein Blick zurück: Im August 2007 fand die feierliche Vertragsunterzeichnung und Urkundenübergabe zwischen Vertretern der Universität, der RWE Supply & Trading GmbH und des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft statt. Zum Wintersemester 2008/09 ging der neue Masterstudiengang mit 16 Studierenden an den Start.
„Der neue Lehrstuhl ergänzt unsere starken Kompetenzen für Energiewirtschaft und macht die Universität Duisburg-Essen zu einem internationalen Zentrum für kapitalmarktorientierte energiewirtschaftliche Forschung und Lehre”, sagt Professor Michael Goedicke, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der UDE.
Mit Rüdiger Kiesel steht ab sofort ein Mann mit breiter wissenschaftlicher und internationaler Erfahrung an der Spitze des Lehrstuhls. Kiesel, in Bad Bocklet/Aschach (Unterfranken) geboren, habilitierte 1995 an der Universität Ulm in Mathematik. Zuletzt war er als Lehrstuhlinhaber und Direktor des Instituts für Finanzmathematik an der Universität Ulm tätig. An der London School of Economics und der Universität Oslo nimmt Kiesel weiterhin Gastprofessuren wahr. Schwerpunkte seiner Forschungsarbeit sind die Modellierung und Analyse von Finanz-Derivaten - beides wichtig für den Energiehandel. Durch Projekte im Energiebereich entstand der Kontakt zur RWE Trading.
„Die Idee einen internationalen Studiengang aufzubauen, ist faszinierend”, erklärt der 46-Jährige. „Und der starke Praxisbezug zu Handel und Energieunternehmen reizte mich.” So will der Lehrstuhl, dem neben Professor Kiesel noch fünf Assistenten angehören, den Studierenden die Chance einer praxisnahen Ausbildung bieten. In Lehre und Forschung sollen vor allem Themen behandelt werden, die von Praxisinteresse sind. Zum Angebot sollen Stipendien und Praktika im Handelsgeschäft, Austauschprogramme mit europäischen Universitäten und Vorträge von Gastwissenschaftlern gehören. Die Ausbildung soll in Deutsch und zunehmend auch in Englisch stattfinden - der wichtigsten Sprache im internationalen Geschäftsleben.
„Wir möchten den Studenten ein attraktives Paket bieten, um Praxis und Lehre zu verbinden”, erklärt Michael Römmich von RWE Supply & Trading das Engagement des Unternehmens. „So können sie nach dem Studium kompetent in die komplexe Energie- und Finanzwirtschaft einsteigen.”
Das Unternehmen
Das europaweit aufgestellte Unternehmen RWE Supply & Trading hat seine neue Zentrale in der Nähe der Universität Duisburg-Essen im März dieses Jahres bezogen. Hier arbeiten 800 Menschen. Herzstück des Gebäudes an der Altenessener Straße ist der mit 3000 Quadratmetern und 250 Arbeitsplätzen wohl größte Energiehandelsraum Europas. RWE Supply & Trading ist ein führendes Unternehmen im europäischen Energiehandel und gehört mit einem Gas-Beschaffungsvolumen von 40 Milliarden Kubikmetern im Jahr zu den führenden Unternehmen im europäischen Gasgeschäft. Das Unternehmen steuert die Aktivität von RWE an den internationalen Beschaffungs- und Großhandelsmärkten für Energie und agiert als Drehscheibe für Strom, Gas, Kohle und Öl in physischer und derivativer Form. Derivate dienen zur Absicherung von Preisrisiken.
Fotos: Walter Buchholz
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