Braun bleibt billig

Als die Stadt im November 2001 für entsorgte Bioabfälle erstmals eine Gebühr ankündigte, da war nicht nur die Müll-Welt noch eine andere. Schließlich folgte das Jahr der Umstellung auf den Euro, und den Preis für die braune Biotonne mit 120 Litern Fassungsvermögen wies man deshalb in zwei Währungen aus: 105,61 D-Mark – oder 54 Euro.

Dreizehn Jahre sind seither vergangen, doch am Preis für den Bioabfall wurde seither nie gerüttelt: „Um den Trend zur Mülltrennung nicht zu stoppen“, wie es Ende 2002 bei der Kalkulation fürs zweite Gebührenjahr hieß, wurde der Preis fortan quersubventioniert, was bedeutet: Die Deckungslücke bei der Bioabfall-Entsorgung wird seither kurzerhand den Kosten für den Restmüll in der grauen Tonne zugeschlagen und auf all deren Nutzer umgelegt.

2003 belief sich der Betrag auf gerade mal auf rund 181.000 Euro, heute liegt die Summe bei mehr als dem Dreifachen: Nicht weniger als 575.847 Euro werden im Jahre 2015 der Restmüll-Gebühr angelastet, um den Biotonnen-Preis von 45 Cent pro Liter und Jahr (also 54 Euro für die gängige 120-Liter-Tonne) halten zu können. Im vergangenen Jahr hatte man noch knapp 451.000 Euro veranschlagt.

Immerhin bleibt den Nutzern der braunen Biotonne damit rund ein Viertel der anfallenden Gesamtkosten erspart, denn die liegen in diesem Jahr bei insgesamt 2,3 Millionen Euro.

Würde die Quersubventionierung abgeschafft, müsste die Jahresgebühr für die braune Tonne auf etwa 61 Cent je Liter Abfallvolumen steigen. Für eine 120-Liter-Tonne wären dann 72,75 Euro und damit 18,75 Euro mehr als bisher zu berappen.

Im Gegenzug würde sich die strikte Trennung der Gebühren beim Restmüll nur bescheiden auswirken: Angesichts der Gesamtkosten in einer Größenordnung von fast 60 Millionen Euro schlagen 576.000 Euro aus dem Biotonnen-Etat nur mit knapp zwei Cent zu Buche. Eine graue 120-Liter-Tonne für Restmüll wäre also im Jahr 2,40 Euro billiger.