Bounty Killer ausgeladen
25.03.2008 | 15:56 Uhr 2008-03-25T15:56:00+0100Das Wiedererstarken des Reggae in Form von Dancehall-Musik hat eine neue Hassmusik-Debatte ausgelöst. Viele der Dancehall-Stars aus Jamaika „dissen” bei ihren Auftritten nicht nur massiv gegen die Konkurrenz, sondern rufen explizit zum Töten von Schwulen auf. Die anstehende Deutschland-Tour von „Bounty Killer” hat deshalb heftige Proteste ausgelöst. Zwischenergebnis: Zwei von vier Auftritten sind abgesagt.
Sie singen „Bun dem chichiman” (verbrennt den Schwulen) und meinen dies keineswegs symbolisch. Homosexuelle werden krass diskriminiert im Karibikstaat Jamaika. Händchenhalten zwischen Männern kann reichen für zwei Jahre Knast, auf Analverkehr steht im Strafgesetzbuch bis zu zehn Jahre Zwangsarbeit - wegen Sodomie. Nach Angaben von Amnesty International hat Großbritannien Bürgern der Kronkolonie schon Asyl gewährt mit der Begründung, als Homosexuelle sei ihr Leben in Jamaika ständig in Gefahr.
von Ilias Abawi
Homophobe Tendenzen gibt es auch in deutschen Rap-Liedern ...
Die Ragamuffin-Musiker aus den explodierenden Gettos von Kingston haben schwulenfeindliche Hasstiraden vor diesem Hintergrund reichlich im Repertoire. Auch die Religion der Rastafari, aus der Reggae seine musikalischen Wurzeln zieht, ächtet schließlich die Homosexualität.
Rodney Basil Price (36) alias Bounty Killer alias Warlord alias Poor People Governor hat sie gesungen: „Man A Badman” oder „Another Level”. Deshalb hat seine Deutschlandtour bei Schwulen- und Lesbenverbänden offene Empörung ausgelöst. In Köln, der Hauptstadt der schwulen Bewegung, ist das Konzert schon abgesagt. In Essen hat ein Jugendzentrum dem Veranstalter einen Korb gegeben. Der buchte daraufhin die Weststadthalle. Nach dem WAZ-Bericht über die Proteste auch des grünen Bundestagsabgeordneten Kai Gehring hat Ingo Penkwitt, Chef des Essener Immobilienmanagements, am Dienstag den Vertrag gekündigt.
In Berlin und München fordern die Betreiber der Veranstaltungshallen eine „persönliche Distanzierung” des Bounty Killers von seinen Tötungs-Aufrufen. Sonst würden auch sie die Auftritte absagen. Darauf können sie wohl lange warten: Die Tourveranstalter um „Solid Rock Music” teilten der WAZ mit, sie akzeptierten Prices Beschluss, „sich bisher nicht einer öffentlichen Distanzierung anzuschließen, wie es andere Artists in England getan haben”.
Sie weisen auch darauf hin, dass sie in ihren Verträgen inzwischen europaweit Diskriminierungsklauseln auch gegen Schwulenfeindlichkeit aufgenommen haben. „Vertragliche Absprachen, die bei Verstoß gegen die Diskriminierungsklauseln den sofortigen Abbruch des Konzertes und Nichtauszahlung der Gage beinhalten, sind inzwischen unter seriösen europäischen Veranstaltern Konsens.”
In der Tat: Auf dieser Basis wurden 2005 vor dem Reggae-Freiluftfestival „Summer Jam” Künstler ausgeladen, weil sie auf diskriminierende Songs nicht verzichten wollten. Die Debatte um die jamaikanischen Hassmusiker könnte trotz der Absage schnell in eine neue Runde rutschen. Denn: Sizzla kommt auf Deutschlandtour. Der 32-Jährige singt: „Shot Battyboy, my big gun boom” („Pump Up”), und er steht dazu. „Ein Mann muss sich entscheiden, ob er ein Stück Dreck sein will oder ein richtiger Mann”, sprach er 2007 beim Kölner „Summer Jam” in einer Pressekonferenz.
Am 19. Mai wird er in der Dortmunder Live Station erwartet.
01:23
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19:47
Alle Bad Mans fordern (zum größten Teil) doch nur das spirituelle verbrennen von Battymen
Bun down Chi Chi Man
Heißt nicht das man jeden Schwulen anzünden soll -.-
Jah Bless
21:08
Mal was Historisches.
Die Artists aus Jamaica kommen meist aus dem Ghetto (Gully).
Wenige können sich für Ihre Kinder eine Schulausbildung leisten.
Diese Kinder hängen dann auf der Strasse rum und schauen welche Gelegenheiten sich bieten um den Alltag zu bestreiten (Hustle)
Diese Kinder werden älter. Die wenigsten schaffen es durch Ihr gesangliches Talent in Jamaica gehört, geschweige denn gefördert zu werden.
Die hartnäckigsten Artists versuchen über kleine Shows oder Talentwettbewerbe ins Geschäfft zu kommen (Clash). Seit einiger Zeit hat sich diese Situation
etwas gebessert, weil das Jamaikanische Fernsehn Rising Stars das DSDS Jamaicas ausstrahlt und Irie FM seit langem Talente fördert.
Dem letzten Sieger von Rising Stars wurden homosexuelle Affären nachgesagt. Er lebt und erfreut sich in den Dub-Studios grosser Beliebtheit!
Wenn sich nun ein junger Artist an einem Clash beteiligt (örtliches Sound System, irgendwo im Yard mit vielen Artists), muss er gegen eine starke
Konkurenz antreten.
Nur wer der fitteste ist hat überhaupt eine Chance zu gewinnen und ein Preisgeld zu gewinnen.
Jamaikaner schmeissen auch mal gern bei goßen Stage Shows mit Flaschen (mal Gentleman fragen!).
Also haben wir ein gnadenloses Publikum und kaum Aussichten auf Erfolg.
Wie sich sicherlich jeder vorstellen kann klopfen diese Jungs ordentlich Sprüche um sich beim Publikum in den Vordergrund zu drängen.
Also gehts bei einem Clash hoch her und es werden Derbe sprüche geklopft.
Da wird die Mutter, die Schwester, die Kleidung, ect des anderen Beleidigt und sich lustig gemacht, Ihm homoxexualität angedichtet!
Bevor das aber einem Artist selbst geschehen kann greift er zu folgendem Trick:
Damit kein anderer behaupten kann das ich schwul bin, sag ich doch gleich das ich es nicht bin und es auch nicht gut heisse. zum teil sehr derb
(bun chi chi bun). Chi Chi ist übrigenns ne kleine Made. Das wird selbstverständlich alles in Gesangsform vorgetragen. Wichtig ist zu wissen, das dies nur ein Bestandteil eines Chlashes ist.
Alle anderen Themem Liebe, Politik, ect werden auch behandelt. Ich hab nie gesehen das einer verbrannt wurde. ich hab schwule gesehen die öffentlich in frauenkleidern über die hauptstrasse einer stadt singend
gewandert sind. ich hab sie nicht brennen sehen.
Das ist seit anbeginn jamaikanische Clash Kultur so üblich. Da es früher kein Radio gab hatten Sounds die übers Land fuhren diese informative, soziale Funktion.
Das ist gelebte, gewachsende Kultur, die man eigentlich nur beurteilen kann wenn man sie erlebt.
Es handelt sich um Sprüche.
Die nun folgende eurozentristische Beurteilungen einiger Tunes von Bounty, Sizzla, TOK, Buju, ect wird demnach aus dem Kontext gerissen.
In Jamaika ist nichts easy und schön so wie es die meißten in Ihren Köpfen tragen, sondern harte realität, wo die Menschen jeden Tag um Ihre Existenz
kämpfen um sich und Ihre Familien zu ernähren und deren Ausbildung zu sichern. Jamaika ist ein sogenanntes 3 Welt land, wo sehr viel Armut herrscht
und nur sehr wenige sehr reich sich. kaum Mittelschicht. Musik ist der Schlüssel zum Erfolg. Die jamaikanische Musikindustrie ist die kreativste der Welt.
Ein Artist bringt manchmal bis zu 3 Alben im Monat raus. Es handelt sich dabei aber meisst um sammlungen der 7 inch Produktionen, die das täglichen Überleben
kennzeichnen, d.h. jeden Tag einen Tune. jeden tag geld, denn in jamaika wird gesungen, dann kassiert. die rechte liegen beim produzenten. nur die wenigsten habe verträge.
Viele Probleme resultieren aus der von Weißen Europäern eingeführte geschlechtlich Trennung, die heute noch extreme Auswirkung auf die politische und gesellschaftliche Enwicklung Jamkaikas hat. Wo also die Frau Haus und Hof innehat und viele Männer streunen,
weils immer schon so war das Männer und Frauen nicht unter einem Dach leben. Also Tradition inklusiver all Ihrer Probleme.
Das war ja wohl keine Großtat der Europäer.
Nun gehen diese (Babylon) erneut hin und stülpen den schwarzen eine eurozentristische Denk-
und Handelsweise auf und versuchen nicht mal Ansatzweise eine andere Kultur in ihrer Realität zu begreifen.
Schwule verlangen viel Toleranz und sind nicht bereit selbst tolerant zu sein. Bun dem out.
09:59
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23:23
Wieso wird auf einmal so ein Wirbel um einen Musiker gemacht?!?! Wie der Artikel selbst schon erwähnt, geht es in der Tendenz der landeseigenen Musiker schon immer mehr in Richtung schwulenfeindlich. Doch traut sich hier irgendwer ein solches Konzert zu kippen? Aller Wahrscheinlichkeit nicht. Da ist der Erfolg und das eingespielte Geld um einiges höher als bei einem Bounty-Killer Konzert, und die Masse an Leuten die unsere Musiker hören will ist auch um ein Vielfaches größer. Leider zeigt so eine Aktion mal wieder das Fehlen eines Rückgrates der deutschen Behörden. Natürlich wird sich nun damit gebrüstet wie toll, und tolerant wir doch sind, da wir einen Hassmusiker verboten haben. Doch ein Konztert bei dem bspw. eine Grugahalle bis auf den letzten Platz ausgefüllt wird traut sich keiner zu verbieten, weil da die Gegenpartei, nämlich die Leute die das Konzert hören wollen, in der Überzahl sind, im Gegensatz zu den Leuten die es verboten haben wollen! Ich kann mich da nur der meinung von Miriam anschließen Armes Deutschland, was ist aus dir geworden?!
Einerseits bin ich natürlich verärgert darüber, dass es soweit geht, das Musikern der Mund verboten wird, auf der andern Seite jedoch amüsiert über ein so großes unverständnis und unwissen. Wieviele Leute kennen Bounty-Killer denn? Eine durchaus geringe Zahl! (Was der erste Kommentar deutlich zeigte....Milkyway). Und ich bezweifle, dass sich die Autoren mit der jamaicanischer Kultur und deren Musikern richtig auskennen! Wieder einmal wird ein bisweilen kaum bekannter Mensch durch schlechte Schlagzeilen und wie ich finde üblen unterstellungen zerissen. Wer will wissen ob die Texte ernst gemeint sind?! Bestimmt nicht, die beiden Autoren dieses Artikels! Im endeffekt ist es einfach nur traurig wie manipulativ einerseits die Zeitungen sind, und anderseits wie leicht Menschen maipulierbar sind. Außerdem ist es durchaus verwunderlich jemand nur auf Grund von ein paar Tracks als Hassmusiker zu bezeichnen. Nur weil sich jemand ein paar mal gegen etwas äußert muss er noch lange kein Hassmusiker sein! Ich empfinde diese Bezeichnung als Beleidigung gegen Rodney Price a.k.a. Bounty-Killer!!
Traurig Traurig....
Jedoch werden mich solche Artikel nicht davon abhalten mir die so titulierten Hassmusiker auf Konzerten anzuhören! Beim Lesen solcher Artikel kann ich nur schmunzeln, jedoch nur weil ich es besser weiß! Aber was ist mit den Menschen die davon keine Ahnung haben und so in eine bestimmte Richtung gedrängt werden?!?!
10:41
Gibt mal in eurer Googleleiste ein: ÖL INS FEUER RIDDIM. Auf der Riddim Seite gibt es was zu euren Thema. Sehr gut zu wissen wo diese Homophobie herkommt..Einige Leute sollten sich mal Infomieren bevor die hier alle Religiösen und Schwarze Menschen von euch Abgestempelt werden.
14:54
ich gehe mal nicht auf die ganzen netten kleinen Vorurteile und Diskrimierungen ein, die sich hier so angesammelt haben und auch nicht auf den bedenklich einseitigen Tenor des Berichts,sondern auf die rechtliche Situation und die erschreckenden Konsequenzen, die diese Entwicklung noch haben könnte:
1)Tatsache ist, dass der Vertrag mit seinen Klauseln von Anfang an vorgelegen hat und somit jede diskriminierende Äusserung von Bounty Killer den Abbruch seiner Show zur Folge gehabt hätte!
2)Tatsache ist, das KEINES seiner Lieder(die hier Herangezogenen sind alle mindestens 8 Jahre alt,seitdem hat er keinerlei diskriminierende Songs mehr geschrieben!) auf einem Index steht, zensiert wurde o.Ä. !
3)Tatsache ist, dass seine Musik inm Handel frei verkäuflich ist!
4)Tatsache ist, dass es KEINERLEI RECHTLICHE GRUNDLAGE gab für den Verbot der Veranstaltungen,sondern das Ganze rein auf poltischem Druck basierte!
5)Tatsache ist,dass sich die Schwulen- und Lesbenverbände jedem Gespräch mit den Veranstaltern verweigert haben.Es gab jede Menge Angebote zum offenen Austausch,Versuche, einen Kompromiss/Konsens zu finden...keine Reaktion ausserkein Interesse!
Daraus folgert für mich ,dass in Deutschland ein interessenverband neuerdings die Möglichkeit hat, das Recht auszuhebeln und politischen Druck ausüben kann gegen ihm nicht genehme Personen und Organisationen...und das dies tatsächlich seitens der Politik zugelassen wird!
Bei der Vorstellung, wohin das führen kann und angesichtsder breiten Auswahl an möglichen zukünftigen Feindbildern, die man auf gleiche Art und Weise aus dem Weg räumen könnte,wird mir ganz übel!!!
Armes Deutschland, was ist aus dir geworden?!
07:28
@Maiky Wans: Und Gott, Jah, Allah, egal wie man ihn nennt hat die Menschen geschaffen, damit sie nachdenken können und ihr Hirn einsetzen - nur Leute wie dich hat er dabei wohl vergessen.
Dein Kommentar tut einfach nur weh. Sorry, aber das musste raus. Hehehehehe....
23:28
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23:17
Eine sehr tröstliche Nachricht - und ausnahmsweise mal wirklich ein Grund für ein wenig Stolz auf unser Land:
Die deutsche Bundesregierung hat den jamaikanischen Hass-Sänger Rodney Price alias Bounty Killer zur Zurückweisung an der Grenze ausgeschrieben. Dies teilte das Bundesinnenministerium heute mit. Allerdings kommt das Einreiseverbot zu spät. Dem Vernehmen nach befindet sich Bounty Killer bereits im Schengen-Raum.