Borbecks Unvollendete
21.01.2011 | 20:23 Uhr 2011-01-21T20:23:00+0100
Essen.Geplantes Millionen-Investment ins Essener Schloss(park)-Umfeld scheitert am Geld.
Es gibt nicht gar so viele historische Perlen im Essener Stadtgebiet, aber diese wenigen möchte man immerzu wienern und pflegen, damit ihre ganze Schönheit erst so richtig zum Vorschein kommt. So hatte es die Stadt auch mit dem Schloss Borbeck und seinem Umfeld vor, wollte nach diversen Sanierungsschritten der Vergangenheit nun die über Jahre vernachlässigten historischen Elemente im Park wieder auf Vordermann bringen.
Die Wasserkaskade gehört dazu oder das Wegenetz, man wollte das Teehäuschen auf die Teichinsel zurückschaffen und den Vorplatz aufbrezeln, den alten Turm besser nutzen und die nahegelegene Immeo-Siedlung an der Residenzaue gestalterisch einbeziehen. Nicht zuletzt sollte das Wirtschaftsgebäude neben dem Schloss weiter aufgemöbelt werden: Mit 900.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II ließ sich zwar die Sanierung an Dach und Fach finanzieren, doch es gibt zusätzliche Pläne für den Innenausbau.
Allein, es scheitert jetzt am Geld: Zwar signalisierte das Land, den Löwenanteil der rund vier Millionen Euro teuren Umgestaltung beisteuern zu wollen, der städtische Anteil von 800.000 Euro aber wäre eine freiwillige Ausgabe, und die ist – allen guten Etat-Nachrichten zum Trotz – noch nicht erlaubt. Darum jetzt die Absage an die Politik.
„Sehr enttäuscht“ war darüber Rainer Marschan (SPD) als Vorsitzender im Planungsausschuss, und auch Planungsdezernent Hans-Jürgen Best findet den Rückzug „sehr schade“: Das Ensemble des Schlosses samt Park „kann man nur vollenden wollen“, so der Stadtdirektor. Immerhin, Stefan Schwarz, Essens Experte für die Städtebauförderung, setzt darauf, dass in ein zwei Jahren einen neuer Anlauf möglich ist – vorausgesetzt, den Fördertopf für die städtebauliche Denkmalpflege gibt es dann noch...
08:48
Wieder eine Geschichte in der Serie, die Stadtverwaltung engagiert sich nicht ausreichend für Borbeck. Andere Großprojekte werden gestemmt, für Borbeck reichen unvollendete Maßnahmen (Schwimmbadplanung, Infrastruktur, Schloß).
Schade, dass die lokalen Parteien sich im Zweifelsfall immer für die Stadtverwaltung nie für den Stadtteil entscheiden.