Böser Witz, beißende Ironie

Steele/Kray..  Jubiläum in der Studio-Bühne: 25 Jahre wird das Theater an der Korumhöhe 11. Und das feiert es so, wie sich es für ein Theater gehört: mit einer Premiere. Nicht nur wegen des Anlasses ist Wolfgang Grubers Inszenierung von Thomas Bernhards zynischer Satire „Der Theatermacher“ etwa Besonderes: Denn der Regisseur gibt sich nicht damit zufrieden, allein den Theatersaal zu bespielen: Er treibt das Ensemble – und somit auch die Zuschauer – durchs gesamte Haus.

Damit spiegelt die Inszenierung auch die aktuelle Diskussion um die Studio-Bühne wider: Denn noch immer zeichnet sich keine Lösung ab für die Zukunft des Amateurtheaters, seit seine Heimat, ein ehemaliges Schulgebäude, von einer von der Stadt beauftragten Agentur vor fünf Jahren als abrissreife „Schrottimmobilie“ bezeichnet wurde. Dass das Haus nun selbst zum Protagonisten von Grubers Inszenierung wird, passt zum selbstreflexiven Gestus von Bernhards Komödie: Denn in der Geschichte um einen exzentrischen Staatsschauspieler, der mit einer von grenzenloser Dummheit geschlagenen Theatergruppe ein ambitioniertes Stück einstudieren will, parodiert Thomas Bernhard mit bösem Witz, beißender Ironie und voller Sprachgewalt das Theater, die Kulturlosigkeit in der Provinz und das Schauspielerdasein. Die Premiere geht am Sonntag um 20 Uhr über die Bühne, pardon: durchs Haus. Karten gibt es für 14 Euro (ermäßigt 12 Euro) unter: 55 46 01

Wer die Studio-Bühne schon vorher inspizieren möchte, der kann dies an diesem Samstag von 14 bis 17 Uhr tun: Denn in dieser Zeit laden die Macher des Theaters zu einem Tag der offenen Tür ein.

Das Theater Freudenhaus im Steeler Grend (Westfalenstr. 311) setzt indes auf Bewährtes: Für die drei Vorstellungen von Sigi Domkes Komödienklassiker „Freunde der italienischen Oper“ am kommenden Freitag und Samstag (je 20 Uhr) und Sonntag dann um 17 Uhr gibt es noch einige Restkarten (17-19 Euro; 85 132 30).

Musikfreunde haben bereits am heutigen Donnerstag die Qual der Wahl, denn in der Grend-Kneipe schaut Musik Böhmer mit seiner überaus seltenen, 100 Jahre alten Handharmonika vorbei: Mit elek­trischer Verstärkung lockt die Ein-Mann-Bänd völlig neue Sounds aus dem altehrwürdigen Instrument. Und das bei freiem Eintritt.

Das Konzert am Freitag mit Keimzeit fällt indes ersatzlos aus. Tickets können dort, wo sie gekauft wurden, zurückgegeben werden.

Überaus schräg könnte am heutigen Donnerstag der Auftritt von „The Starlite Wranglers“ in der Freak Show werden (20 Uhr, Grendplatz 2a, 6 Euro). Die japanische Band bietet Fernost-Rockabilly . . .

Street-Punk in der Freak Show

Wer könnte da den Schrägheitsfaktor noch steigern? Vielleicht „Burning Lady“: Das Streetpunk-Quartett aus Frankreich will am Samstag ab 20 Uhr das Publikum in der Freak Show mit einer verrückten Bühnenperformance befeuern. Auch hier kommt man rein, wenn man abends dem Mann am Einlass 6 Euro in die Hand drückt.