Blumenhandel geht ein wie eine Primel
20.02.2010 | 15:23 Uhr 2010-02-20T15:23:00+0100Den Gärtnereien und Blumengeschäfte reicht es: Sie haben genug vom Winter. Die Gewächshäuser sind voll, doch niemand kauft ein. Schon bald könnten erste Betriebe die Insolvenz anmelden.
Dabei befindet sich das Geschäft Schley noch in einer komfortablen Situation, denn es besitzt gar keine Gärtnerei und kann daher die Bestellungen an Frühjahrsblumen einfach herunterfahren. Rund 30 Prozent weniger Pflanzen werden derzeit bestellt.
In wenigen Wochen sind erste Insolvenzen möglich
Noch schlimmer sieht es bei der Gärtnerei Knüfelmann in Bredeney aus. Sie hat ein eigenes Gewächshaus, und die Heizkosten sind enorm, aber der Verkauf liegt bei null, sagt Mitarbeiter Antoine Hendriks. Bisher haben sie fast nichts an Primeln und Co verkauft. Lange dürfe das kalte Wetter nicht mehr anhalten, warnt Hendriks. Zwar lassen sich die Blumen im Kühlhaus noch ein wenig frisch halten, aber schon in Kürze werden sie verdorben sein und reif für den Kompost.
Das Problem sieht auch Hans-Jürgen Katzinski. Er hat ein Blumengeschäft in Werden und prophezeit: „Wenn die Temperaturen noch zwei Wochen so niedrig bleiben, werden die ersten Gärtnereien insolvent gehen, weil sie alles wegwerfen können.“ Probleme erkennt Katzinski aber nicht nur im Frühlingsgeschäft. Auch Zimmerpflanzen gehen bei diesem kalten Wetter deutlich weniger über den Ladentisch. „Bei besonders empfindlichen Gewächsen reicht schon ein kurzer Transport im kalten Auto, um der Pflanze den Garaus zu machen.“
Auch der Landesverband Gartenbau Westfalen/Lippe ist genervt. Solange die Temperaturen knapp über null Grad liegen und nachts mit Frost gerechnet werden muss, möchte schließlich niemand Primeln und Narzissen kaufen, so ein Sprecher.
Thomas Hanster, Parkleiter der Gruga, wundert sich nicht über das Klagen der Gärtnereien in der Stadt. „Frühling ist immer ein subjektives Empfinden“, sagt er. Wenn es warm genug ist, möchten die Leute bunte Blumen im Garten haben. Da ist es egal, dass Anfang Februar noch tiefer meteorologischer und kalendarischer Winter herrscht. Die Gärtnereien stellen sich auf den frühen Ansturm der vergangenen Jahre ein - diesmal vergebens. Bei der Gruga selbst sorgt das Wetter für keine Probleme, versichert Hanster. Zwar sind die Pflanzen schon längst bestellt, aber in weiser Voraussicht erst für Ende Februar.
Genau das ist das Problem für Norbert Hallmann. Auch die Kunden seiner Gärtnerei in Altenessen zögern den Einkauf immer weiter hinaus, während sein Gewächshaus voll ist. Hallmann spricht von 50 Prozent weniger verkauften Blumen und wünscht sich, „dass der Winter am besten schon seit vorgestern passé ist.“ Noch kann er seine Pflanzen frisch halten, doch finden sie nicht bald einen Abnehmer, gehen sie ein wie die bekannte Primel.
18:37
Na, ist doch klar, dass keiner Blumen kauft und pflanzt, wenn der Boden noch gefroren ist. Könnte man mit ein bisschen Nachdenken von selbst drauf kommen. Dennoch statt wieder zu jammern, kann man dem Blumenhandel unter die Arme greifen, ein paar Schnittblumen kaufen und die sich auf die Fensterbank oder den Wohnzimmertisch stellen, die gibts nämlich das ganze Jahr über und sind wetterunabhängig. Also nicht meckern, handeln.
10:43
Mit der Überschrift nähert die WAZ sich stark dem Bildzeitungsniveau.
Ist dem Blumenhandel eigentlich noch bewusst dass es 4 Jahreszeiten gibt. Es reicht langsam mit dem dauernden gejammere nach Sonne. Im Radio und Fernsehen wird auch nur noch öffentliche gejammert. Jeder Wetterbericht z.B. in der Aktuellen Stunde beginnt doch mit den Worten „ wann können wir wieder mit Sonne und Wärme rechnen“.
Es ist Winter und da darf es einfach mal kalt sein auch wenn es dem Blumenhandel nicht gefällt.
18:38
Wen will man denn jetzt für den schlechten Absatz verantwortlich machen. Den Winter? Ich habe auch noch keine Primel, Osterglocken oder andere Frühlingsblumen gekauft, aus dem einfachen Grund: Die Erde in der ich sie einplanzen möchte, ist noch gefroren. Also, ein bisschen Geduld..
14:28
Ha Ha Ha Gisela ,wenn die in Not sind, weil die 2 Blumen weniger verkaufen kan ich nur lachen. Reine Geldgier sonst nix.
13:27
Ich wundere mich immer wieder über die Kreativität bei Überschriften der NRZ-Lokalredaktion Essen, wenn es darum geht Personen, die in Not sind, zu verhöhnen.
Sorry, aber ich kann darüber nicht lachen!
Am 1. April wenn sie die Möglichkeit hätten Witze zu reißen, dann ist die NRZ dröge bis zum Anschlag. Verstehe einer diese Politik.
12:11
also auf eisblumen umstellen...
09:24
Tja , manchmal haben wir lange Winter. Schon vergessen wa?
01:13
Richtig, Volksverdummungsassistent.
Lieber Blumenkohl als Blumenstrauß.
19:52
Daran sind wohl weit weniger natürliche Phänomene schuld, als die inzwischen weitreichende Verarmung großer Teile der Menschen in der BRD.
Nennt sich glaub ich --- KAUFKRAFTVERLUST.