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Bloggende Feuerwehrmänner und Buffy-Songs beim BarCampRuhr

09.03.2013 | 18:47 Uhr
Bloggende Feuerwehrmänner und Buffy-Songs beim BarCampRuhr
Ob soziale Netzwerke oder Smartphones - viele Themen des BarCampRuhr haben die Nische längst verlassen.Foto: Stephan Happel

Essen.  Von wegen digitale Schnelllebigkeit. Bereits zum sechsten Mal lockt das BarCampRuhr hunderte netzaffine Menschen ins Essener Unperfekthaus. Die Teilnehmerschar ist bunt gemischt. Egal ob bloggender Feuerwehrmann oder Webdesigner: In die Barcamp-Gemeinschaft wird aufgenommen, wer sich einbringt.

Die wichtigste Lektion zuerst: „Ein Barcamp hat nur Leute die mitmachen.“ @fernmuendlich blickt ernst in die Gesichter seiner Zuhörer. Maik Wagner, wie er außerhalb von Twitter heißt, hält gerade die Session „Barcamp für Einsteiger“. Lediglich eine handvoll Teilnehmer hat sich im Raum 154 des Unperfekthauses versammelt. Die meisten  der 180 Besucher des BCRuhr6, sind mit dem Konzept bereits vertraut.

Barcamp, das ist eine Unkonferenz. Eine Tagung ohne festes Schema mit einem Programm, das vor Ort entsteht. Das Sessionboard, die Tafel mit Vortragsthemen, wird erst nach Veranstaltungsbeginn gefüllt.  Jeder, der ein Thema präsentieren möchte, kann sich melden. Diskutiert wird, was auf Interesse stößt. Binnen Minuten sind allein für den Samstag 42 Themen gefunden. Während manche davon große Sitzungssäle füllen, werden andere unter acht Augen im Hinterstübchen besprochen.

Die Mischung macht's

45 Minuten sind für eine Diskussionsrunde, Session genannt, eingeplant. Die Inhalte sind bunt gemischt. „Best of der Social-Media-Tools“ und eine Schreibschule für Blogger gehören dazu. Aber auch ein Kurs zum Steuerrecht und ein Gesangsstunde mit Liedern aus der TV-Serie Buffy sind dabei. „Für jeden Kram findet sich jemand“, erklärt  Maik Wagner mit einem breiten Grinsen. Er ermutigt auch die Neulinge, sich direkt einzubringen und eine Session zu gestalten. Zurücklehnen gilt nicht.

Ausverkauft in 60 Sekunden

Trotz allem Spaß, im Vordergrund steht die Weitergabe von Wissen. „Zwei Tage Barcamp sind unglaublich anstrengend“, sagt Stefan Evertz. Neue Leute, Impulse und Ideen bringen den Kopf zum Qualmen.

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Evertz muss es wissen, er organisiert das BarCampRuhr seit Jahren und das mit Erfolg. 180 Barcamper aus ganz Deutschland und der Schweiz drängeln sich am Samstag und Sonntag durch die Flure des Unperfekthauses. Laut dem Veranstalter hätten es mindestens doppelt so viele werden können. 60 Sekunden nach Beginn des Ticketverkaufs sei die Veranstaltung bereits ausverkauft gewesen.

Doch Umziehen in eine größere Halle, das kommt für das BCRuhr erstmal nicht in Frage. „Der Erfolg der Veranstaltung hat ganz viel mit dem Unperfekthaus zu tun“, erklärt Evertz. Tatsächlich tragen die Räume zur familliären und entspannten Atmosphäre bei.

Kaffee hilft beim Kontakteknüpfen

Im ersten Stock sitzende dutzende Teilnehmer in Stuhlreihen vor einem Podium, weiter oben lümmeln andere mit Smartphone und Tablet auf einem Sofa herum. Bei einem Kaffee wird diskutiert, was in der letzten Session besprochen wurde.

Das ist eine andere Lektion in Wagners Einsteigerleitfaden: „Wichtig am Barcamp sind vor allem die Kaffeepausen.“ Denn dort passiert, worauf es ankommt. Schließlich geht  nicht um Monologe, nicht um Vorträge von Einzelnen, nicht um aufwendige Präsentationen. Es geht um Austausch und um Vernetzung, im digitalen wie im realen Leben.

Kein Wunder, dass sich viele Barcamper schon lange kennen, geschäftliche Kontakte pflegen und Freunde geworden sind. „Klassentreffen“ und „Familienfeier“ sind die häufigsten Begriffe, mit denen das BarCampRuhr umschrieben wird.

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Dieses <a href="https://twitter.com/search/%23bcruhr6">#bcruhr6</a> ist unter Anderem deshalb so toll, weil es hier Milchreis gibt. Und Bier.</p>&mdash; klaudia k_laydo (@k_laydo) <a href="https://twitter.com/k_laydo/status/310417681289469953">9. März 2013</a></blockquote>

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Keine Veranstaltung für eine digitale Elite

Bei aller Beständigkeit, natürlich hat sich auch etwas verändert in den sechs Jahren. „Social Media ist viel selbstverständlicher geworden“, erklärt Evertz. Waren Facebook- oder Twitter-Accounts früher eine Seltenheit,  sind sie heute selbstverständlich.  Und so wie die sozialen Netzwerke bei der Masse angekommen sind, so ist auch das Barcamp offener geworden.

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„Die Zielgruppe wird immer breiter“, so Evertz. Auch wenn das Digitale weiterhin absolut im Mittelpunkt steht,  längst nehmen nicht mehr nur Programmierer und Webdesigner am Barcamp teil. Die Lokaljournalistin macht genauso mit wie der bloggende Feuerwehrmann. Von dieser Vielschichtigkeit kann eine Veranstaltung, bei der es um neue Impulse geht, nur profitieren.

Stephan Happel


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