Blitzmarathon in Essen: Hier stehen die Blitzer der Polizei

Temposünder im Blick: Beim achten Blitzmarathon kontrolliert die Polizei in Essen an 22 Straßen im Stadtgebiet die Geschwindigkeit.
Temposünder im Blick: Beim achten Blitzmarathon kontrolliert die Polizei in Essen an 22 Straßen im Stadtgebiet die Geschwindigkeit.
Foto: Essen
Weniger Kontrollstellen, längere Verweildauer: Die Essener Polizei kündigt für den Blitzmarathon an: „Wir werden nicht weniger wahrnehmbar sein“.

Essen.. Auf 109 Stundenkilometer brachte es ein Fahrer auf der Wuppertaler Straße, wo 70 km/h erlaubt sind. Mit diesem Tempo war er Spitzenreiter beim Blitzmarathon im September. Am Donnerstag startet die Kontrollaktion zum achten Mal – zum ersten Mal europaweit. Die Polizei kontrolliert in der Zeit von sechs Uhr morgens bis um Mitternacht das Tempo auf Essens Straßen: an 22 Stellen im Stadtgebiet.

Über die Orte, an denen die Beamten die Fahrer jetzt besonders im Blick haben, stimmten auch Bürger mit ab. 16 Stellen hatten sie zur Wahl. Vorgegeben hatte die Polizei Straßen, an denen sich immer wieder Verkehrsunfälle mit Verletzten und hohen Sachschäden ereignen oder wo sich schützenswerte Bereiche wie Schulen, Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser befinden. Die Beamten griffen zudem so genannte Wutpunkte auf, die Anwohner gemeldet hatten. Mehrere Hundert Bürger nahmen teil: Besonders häufig stimmten sie für die Friedrich-Ebert-Straße, Rosastraße und Graf-Zeppelin-Straße.

Schrumpfende Zahl der Messstellen

Mit insgesamt 22 Messstellen ist deren Zahl allerdings weiterhin gesunken: 2013 waren es 90, ein Jahr später etwa die Hälfte. Noch im Vorjahr kritisierte etwa FDP-Landtagsabgeordneter Ralf Witzel den vergleichsweise hohen Personaleinsatz und Zeitaufwand, den das Essener Präsidium bei dieser Aktion betreibe. Zeit und Beamte, die dadurch in Bereichen wie dem Wohnungseinbruch fehlten. Und das bei einem Fazit nach sechs Blitzmarathons, das da lautete: 710 Polizeibeamte, rund 5680 Dienststunden und etwa drei bis vier Prozent erwischter Temposünder.

Reagiert die Polizei also mit der weiter schrumpfenden Zahl der Messstellen auf die beharrliche Kritik am Blitzmarathon als Show-Veranstaltung des Innenministers Ralf Jäger? Mitnichten, lautet die Antwort aus dem Präsidium. Vielmehr seien die starken Schwankungen mit zeitgleich stattfindenden bundesweiten Einsätzen und wichtigeren Schutzaufgaben zum Beispiel für die Beamten der Hundertschaft zu begründen. So werden diese Kräfte nicht wie bei früheren Marathons das Tempo messen.

Die Beamten werden Präsenz zeigen

Blitzmarathon Das übernehmen unter anderem Polizisten aus dem Bezirksdienst oder aus dem Wach- und Wechseldienst und auch der ein oder andere, der sonst dienstfrei gehabt hätte, sagt Polizeisprecher Peter Elke: „Es wird schon erwartet, dass wir mit allen möglichen Ressourcen im Einsatz sind.“ Zu wichtig ist das Thema überhöhtes Tempo, das als Killer Nummer eins gilt und auch in Essen nach wie vor zu einer der Hauptunfallursachen gehört: im Vorjahr in 219 Fällen.

Das wird die Polizei den Verkehrsteilnehmern auch beim achten Blitzmarathon bewusst machen. Trotz der geringeren Zahl der Stellen werden die Beamten Präsenz zeigen, denn sie werden an einzelnen Messpunkten länger stehen, sagt Elke: „Wir werden nicht weniger wahrnehmbar sein.“

Zur Liste mit den Blitzern in Essen.