Das aktuelle Wetter Essen 17°C
Sekundarschule

Bistumsschule bei Eltern hoch im Kurs

07.02.2013 | 12:00 Uhr
Bistumsschule bei Eltern hoch im Kurs
Ebenso wie die Sekundarschule waren auch die anderen Schulen in kirchlicher Trägerschaft bei den vorgezogenen Anmeldungen stark nachgefragt.Foto: Ulrich von Born

Essen.   In der Sekundarschule am Stoppenberg waren sie am Mittwoch immer noch mit Anmeldegesprächen beschäftigt, den vierten Tag in Folge. Jedes dritte Kind muss abgelehnt werden – der Platz reicht nicht aus.

In der Sekundarschule am Stoppenberg waren sie am Mittwoch immer noch mit Anmeldegesprächen beschäftigt, den vierten Tag in Folge. 258 Kinder, davon kündete die Terminlage, sollten am Ende auf der Liste der Anwärter stehen – viel mehr als man aufnehmen kann. Etwa jedes dritte Kind wird die Schule neuer Form, die im Sommer mit dem zweiten Jahrgang startet, abweisen müssen.

175 Kinder können zugelassen werden

„Uns freut der große Erfolg, andererseits bedauern wir, so vielen Interessierten keinen Platz bieten zu können“, sagt Bernd Ottersbach, Schuldezernent des Bistums, dem Träger der Schule. Zum vergangenen Schuljahr hatte das Bistum die Haupt- und Realschule seines Schulzentrums in dem neuen Modell aufgehen lassen. Die Zahl der jetzigen Anmeldungen liegt weit über den 195, die zuletzt für Haupt- oder Realschule vorsprachen, und auch über den 205, die die Sekundarschule bei ihrer Premiere verzeichnete. Aufnehmen kann sie 175 Kinder in sieben Klassen.

Wie erklären sich die Verantwortlichen den Ansturm? „Der offensichtlichste Grund ist: Wir sind immer noch die einzige Sekundarschule in Essen“, so Ottersbach. Eine städtische Sekundarschule gibt es nicht, und das große Interesse der Eltern am bischöflichen Vorläufer wird manchen erneut fragen lassen, warum eigentlich.

Die Stadt verweist stets darauf, die Gründung einer Sekundarschule könne nicht von oben verordnet werden, das Ansinnen müsse aus den Schulen heraus kommen. Bei Konferenzen mit Schulleitern in allen Bezirken hätten sich kaum Anknüpfungspunkte ergeben. Vor allem die Begeisterung der Realschulen hält sich in Grenzen. Sie fürchten einen Profilverlust, wenn sie sich mit einer Hauptschule zusammentun.

Profitieren vom guten Ruf

Ob eine städtische Sekundarschule bei den Anmeldungen so erfolgreich gewesen wäre wie die bischöfliche, ist in der Tat ungewiss. Am Stoppenberg profitiert man auch vom ohnehin guten Ruf der Schulen in kirchlicher Trägerschaft. Die anderen Standorte verzeichneten bei den vorgezogenen Anmeldungen ebenfalls reges Interesse.

Mehr als 205 Termine hatte das Holsterhauser B.M.V.-Gymnasium , das erstmals Jungen aufnimmt . Gut 15 Kinder wird die Schule abweisen müssen, obwohl sie erstmals wieder mit sechs Klassen startet. Auch das Don-Bosco-Gymnasium in Borbeck kann nicht alle 124 angemeldeten Kinder aufnehmen (2012: 127).

Am Mariengymnasium in Werden, das nach Geschlechtern getrennten Unterricht anbietet, zählte man 135 Anmeldungen (2012: 132), 50 von Jungen, 85 von Mädchen. Je zwei Klassen wird es geben, weshalb diesmal vor allem Mädchen abgewiesen werden. Zuletzt zogen die Jungen den Kürzeren.

Kapazitäten hat noch das Gymnasium am Stoppenberg mit 115 Anmeldungen (2012: 128). Vielleicht, hofft Bistums-Schuldezernent Ottersbach, kann man hier den einen oder anderen geeigneten Aspiranten der Sekundarschule unterbringen. Alle anderen müssen nun auf die Anmeldungen an den städtischen Schulen warten.

Helen Sibum


Kommentare
07.02.2013
18:50
Bistumsschule bei Eltern hoch im Kurs
von Shy_Eye | #2

Egal in welchem Zusammenhang ich etwas mit der Kirche höre... ich habe direkt nur EIN Bild im Kopf und das ist kein schönes! Mein Kind würde ich da sicher nicht anmelden.

2 Antworten
Bistumsschule bei Eltern hoch im Kurs
von NichtnurMainstream | #2-1

Manchmal ist das Bild im Kopf eher wie ein Brett davor.

Bistumsschule bei Eltern hoch im Kurs
von woelly | #2-2

Gut so, dann ist ein Platz mehr frei!

07.02.2013
17:59
Bistumsschule bei Eltern hoch im Kurs
von woelly | #1

Wieso das denn? Das sind doch katholische Schulen! Gibt es dafür plausible Gründe? Ist das bei Krankenhäusern in katholischer Trägerschaft auch der Fall? Man muß sich doch darüber sehr wundern, finde ich! Was geschieht eigentlich, wenn die katholische Kirche aus den Trägerschften aussteigt? Wird das dann staatlich weitergeführt, oder übernimmt Verdi gleich das Kommando?

Umfrage
Die A40 und A52 im Essener Osten sind seit Mittwochabend gesperrt. Dort muss ein alter Bergbauschacht verfüllt werden. Wie reagieren Sie?

Die A40 und A52 im Essener Osten sind seit Mittwochabend gesperrt. Dort muss ein alter Bergbauschacht verfüllt werden. Wie reagieren Sie?

 
Aus dem Ressort
Zwischen Werden und Kettwig durch eine Idylle wandern
100 Orte (74)
Ein Tipp für Essener Naturfreunde und alle, die die Ruhe lieben: Wer früh losgeht, kann auf dem Rad- und Wanderweg zwischen Werden und Kettwig das hier urwüchsige Flussufer fast ohne Ausflugsdruck erleben. Wer einkehren möchte: Das Lokal „Zwölf Apostel“ hat einen idyllischen Biergarten.
Die Ruhr in Werden und Kettwig
Bildgalerie
100 Orte in Essen
Ein Ausflug, der sich lohnt: Entlang der Ruhr zwischen Essen-Werden und Essen-Kettwig gibt es viel zu entdecken.
Straußenfarm in Essen landet Volltreffer mit XXL-Ostereiern
Ostern
Auf dem Rutherhof in Schuir sorgen Strauße für die Frühstückseier. Längst haben sich die besonderen Hingucker zum Osterfest herumgesprochen. Schließlich sind die Rieseneier recht ergiebig: Ihr Inhalt entspricht etwa 25 bis 30 Hühnereiern. Dafür dauert es auch gut 90 Minuten, bis es hart gekocht ist.
Die Südtiroler Stuben – das Ausflugslokal am Baldeneysee
Gastrokritik
Die Südtiroler Stuben sind das Ausflugslokal am Nordufer des Baldeneysees.
Essener läuft alleine 1800 Kilometer durch Deutschland
Erkundung
Vom Rickelsbüller Koog nach Einödsbach: IT-Fachmann Hubert Wüllner will die Republik zu Fuß erkunden, er läuft von der dänischen bis zur österreichischen Grenze. Der Mann aus dem Essener Norden hat sich über 20 Jahre auf dieses Abenteuer vorbereitet.