Binationale Ehen – In der Liebe kennt Essen keine Grenzen

2229 Ehen wurden in Essen im Jahr 2013 geschlossen – 17,4 Prozent waren binational.
2229 Ehen wurden in Essen im Jahr 2013 geschlossen – 17,4 Prozent waren binational.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
17,4 Prozent aller Hochzeiten in Essen werden zwischen Deutschen und Ausländern geschlossen. Damit liegt Essen über dem bundesweiten Durchschnitt.

Essen.. Essen liegt über dem bundesweiten Durchschnitt, wenn es um grenzenlose Liebe geht: Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor, wonach im Jahr 2013 insgesamt 17,4 Prozent aller 2229 Hochzeiten in dieser Stadt zwischen Deutschen und Ausländern geschlossen wurden. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 11,7 Prozent.

Dabei ist es egal, ob eine Deutsche einen Österreicher heiratet oder ein Deutscher eine Philippinin – beides sind sogenannte binationale Ehen. Dabei heiraten wie im bundesweiten Trend auch in Essen mehr deutsche Männer als deutsche Frauen binational: In Essen waren es 212 Männer und 175 Frauen mit ausländischen Partnern.

Auch was die Zahl der Eheschließungen insgesamt angeht, stellt sich Essen erfreulicherweise gegen den Bundestrend: Sank die Zahl der Eheschließungen in Deutschland im Jahr 2013 um 13 768, gaben sich hier sogar 23 Paare mehr als im Vorjahr das Ja-Wort.

Eheschließung Anders als für die 1 773 deutsch-deutschen Hochzeitspaare, war der Gang vors Standesamt für manches binationale Paar ungleich schwieriger. Denn die Bürokratie hält einige Hürden parat, vor allem wenn der Ehepartner aus dem außereuropäischen Ausland stammt. In diesem Falle brauchen Heiratswillige Geduld und gute Nerven, um das Hin und Her zwischen Standesämtern, Ausländerbehörden und Botschaften zu bewältigen. Denn viele ausländische Dokumente müssen nicht nur übersetzt, sondern von den Behörden des ausstellenden Staates beglaubigt und von den deutschen Auslandsvertretungen legalisiert werden. Das kann sich monatelang in die Länge ziehen.

Noch komplizierter wird es, wenn beide Partner aus anderen Herkunftsländern stammen, was in Essen bei 3,1 Prozent der Hochzeiten der Fall war. Welche Ehe-Kombination am längsten Bestand hat, steht am Ende aber in den Sternen: Bei Scheidungen wird nicht mehr nach Nationalitäten und Herkunftsländern unterschieden.