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Billiger übernachten in der Essener Innenstadt

09.01.2010 | 06:00 Uhr
Billiger übernachten in der Essener Innenstadt

Essen. Die Billighotel-Kette "Motel One" will viele Millionen Euro in das 50er Jahre Gebäude "Herold-Haus" in der Essener Innenstadt investieren. Herauskommen soll ein Low-Budget-Hotel mit 204 Zimmern.

Seit über neun Jahren steht das teilweise unter Denkmalschutz stehende 50er Jahre Bürogebäude „Herold-Haus“ mitten in der Innenstadt am Kennedyplatz leer, seit drei Jahren wird über mögliche Investoren intensiver diskutiert, doch erst jetzt scheint es richtig ernst zu werden: Die  Münchner Billighotelkette „Motel One“ hat  nun bei der Stadtverwaltung eine Bauvoranfrage gestellt.

Danach soll das „Herold-Haus“ unter Einhaltung der Denkmalvorschriften zu einem Low-Budget-Hotel mit 204 Zimmern umgebaut werden. Geschätzte Gesamtinvestitionssumme: Rund 15 Millionen Euro. Darin enthalten ist bereits der Kaufpreis von geschätzten sieben Millionen Euro. Die „Motel One“-Hotelgruppe hatte im Oktober den Kaufvertrag unterschrieben.

Die vor zehn Jahren gegründete Hotelkette besitzt mittlerweile 26 Nichtraucherhotels mit rund 4460 Zimmern. Diese liegen meist in den Innenstädten und bieten Einzelzimmer zwischen 50 und 70 Euro an. Eine zweite Person kostet zwischen 0 Euro und  15 Euro extra. Fürs Frühstück zahlt der Gast im Schnitt 7,50 Euro.

Zu einer konkreten Stellungnahme war der Münchner Anbieter am Freitag nicht bereit, da es sich beim Essener Projekt um ein völlig neues Vorhaben handele. Doch das Herold-Haus passt genau zur Geschäftsphilosophie der Kette, die 2010 bundesweit   mit neuen Innenstadt-Hotels unter  dem Slogan „Viel Design für wenig Geld“ weiter wachsen will.

„Das ist sehr begrüßenswert, dass im Herold-Haus jetzt endlich etwas passiert“, freut sich Planungsdezernent Hans-Jürgen Best. Die Bauvoranfrage zeige, wie ernst „Motel One“ es mit seinem Engagement in Essen meine. „Hotelzimmer in dieser Preisklasse fehlen hier, und dann liegen diese auch noch in solch zentraler Lage. Da stößt Motel One in eine Marktlücke.“

Best erhofft sich dadurch auch einen Anschub für das Tourismusgeschäft von Normalreisenden, vom Jugendlichen bis zum Rentner, die sich Essen mal anschauen wollen.

Bei der Renovierung soll das Herold-Haus auch energetisch gedämmt werden. Dabei versichert „Motel One“, dass die 50er-Jahre-Fassade komplett erhalten bleiben soll. Alle Wände sollen von innen eine Dämmung erhalten.

Das Herold-Haus ist von 1954 bis 1955 von dem Konzern „Deutscher Herold Versicherungen“ gebaut worden. Dessen Name stand früher in Neonbuchstaben auf dem Dach. Die Versicherung nutzte das Gebäude allerdings nur bis 1968, dann zog dort das Sozialamt ein, das 2001 in die Steubenstraße gezogen ist. Bis 2006 hielt noch ein Geschäft im Erdgeschoss durch: Ein Trekking-Laden.

Peter Szymaniak

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