Bilanz nach sechs Jahren Krieg: 6384 Tote in Essen

Sechs Jahre Weltkrieg in Essen – die Bilanz ist bedrückend: Mindestens 6384 Menschen verloren in dieser Zeit ihr Leben, darunter 1418 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Die meisten kamen bei den 242 Bombenangriffen ums Leben, die zuerst die Kruppschen Fabriken zerstören und sodann die Moral der Zivilbevölkerung brechen sollten. Der letzte Großangriff auf Essen geschah am 11. März – nur ein Monat vor dem Einmarsch der Alliierten. Ein monströser Angriff mit 1079 Flugzeugen, 4600 Tonnen Bomben, 8000 Sprengbomben – und fast 900 Ziviltoten. Ein Angriff, der die Trümmer der Stadt noch einmal umpflügte, wie Norbert Krüger schrieb.

Um Essen einzunehmen, brauchten die US-Amerikaner gut vier Tage. Archivrat Robert Jahn: „Die gewohnte Ordnung ist verschwunden, zusammenhanglos erlebt man Trümmer, Rauch, Schüsse, unverständliche Stimmen. Leute stehen untätig in Gruppen herum, klettern über sinnlos gewordene Panzersperren, stehlen Leitungsdraht, hängen vereinzelt weiße Fahnen heraus.“