Bewegungsparcours neben dem Spielplatz

Löwental..  Mit bunt bemaltem Gesicht schwingt sich Kat an den Turnringen über die Wiese – Lennard Schmischke leistet Hilfestellung. „Unsere Tochter liebt Kinderschminken – deshalb sind wir hierhin gekommen”, so die Mutter Sonja Sturm. Dass das Spielplatzfest im Löwental eigentlich einen ganz anderen Grund hat, hat sie erst vor Ort erfahren: Denn die Essener Calisthenics-Gruppe wirbt mit der Veranstaltung für ihre Idee, neben dem Kinderspielplatz einen Street-Workout-Park zu errichten – eine Art Spielplatz für Jugendliche und Erwachsene.

Seit über einen halben Jahr rührt die Truppe um Kristian Schäfer kräftig die Werbetrommel, um Förderer und Sponsoren für seine Idee, Street-Workout-Parks unter freiem Himmel, einzurichten. So ein Bewegungsparcours soll es jedem ermöglichen, an einfachen, stabilen Geräten zu trainieren. Calisthenics nennt sich diese Sportart, die sich auf der ganzen Welt mehr und mehr zum Trend entwickelt.

Im Internet verabreden sich Gruppen, um zusammen zu trainieren. „Von elementarer Wichtigkeit für so einen Park ist es, dass er jederzeit kostenfrei nutzbar ist”, so Schäfer. Bei dem vergleichbaren Angebot im Grugapark sei das eben nicht der Fall.

Inzwischen hat er nicht nur die Bezirksvertretung Werden/Kettwig für die Idee begeistern können, ein solches Angebot im Löwental zu errichten, auch die Initiative „1000 Herzen für Essen“ hat das Projekt unter ihre Fittiche genommen. Stolze 10 000 Euro sammelte die vom gemeinnützigem Verein „Essener Chancen“ und dem Contilia Herz- und Gefäßzentrum gegründete Initiative bereits im Mai bei einem Lauf auf Zollverein für das Projekt - und am 5. September folgt ein Charity-Golfturnier am Haus Oefte.

Zusammen mit den 5000 Euro, die die Bezirksvertretung locker machen will, ist die größte Hürde für den Bewegungspark genommen: Denn die 20 000 Euro, die solch ein Park laut Rechnung von Grün und Gruga kosten dürfte, werden damit locker zusammenkommen. Dennoch will die Essener Calisthenics-Gruppe nicht aufhören zu trommeln: „Das Löwental soll erst der Anfang sein”, so Lennard Schmischke, „Wir wollen dann in ganz Essen solche Parks errichten.”

Um die Werdener schon einmal einzustimmen, haben sie das Spielplatzfest organisiert. Jüngst erst haben Kristian Schäfer und Lennard Schmischke die Spielplatz-Patenschaft übernommen: „Damit wollen wir auch zeigen, dass wir für das gesamte Gelände Verantwortung tragen wollen”, betont Schäfer.

Passend zum Grund des Fests ist vieles auf Bewegung ausgerichtet: So können die Kinder eine Bewegungs-Olympiade absolvieren. Kniebeugen, Liegestütze, sich an mobilen Stangen oder eben an den Ringen schwingen – für jede Station bekommen die Kinder einen Stempel. „Für jeden Stempel können sie dann einen Betrag spenden, der in die Finanzierung des Bewegungsparks fließt”, erläutert Schmischke.

Sonja Sturm gibt das Geld gern, denn die Idee eines Street-Workout-Parks in unmittelbarer Nachbarschaft findet sie klasse: „Dann kann man auch ein wenig trainieren, während unsere Tochter spielt – und ich habe sie dabei stets im Auge.”

An diesem Nachmittag gibt es nicht nur etwas für die Muckis, sondern auch für die Ohren: Kristian Schäfer, der sein Brot u.a. als Musiklehrer der Werdener Musikschule verdient, hat einigen seiner Schützlinge hier eine Freiluftbühne geboten. Musik und Sport gehören unbedingt zusammen, findet er: „Als Musiker muss man einfach körperlich fit sein.”