Betrunkene werfen wieder Böller auf Retter

Während die Polizei von einem ruhigen Silvester spricht, meldet die Feuerwehr nach dem Jahreswechsel eine sehr arbeitsreiche Nacht, in der Chaoten mehrere Feuerwehrleute mit Böllern angegriffen haben.

„Auch in diesem Jahr war die Respektlosigkeit der Feiernden gegenüber der Feuerwehr und dem Rettungsdienst zu spüren“, sagt Einsatzleiter Sascha Keil. In der Nacht seien erneut mehrere Fahrzeuge und Einsatzkräfte gezielt mit Raketen beschossen und mit Böllern beworfen worden. Zum Glück kam niemand zu Schaden. Im Vorjahr war ein freiwilliger Feuerwehrmann durch einen Böller schwer verletzt worden. „Der aktuelle Appell des Dezernenten ist offenbar verhallt“, bedauerte Einsatzleiter Peter Grafenschaefer. Seine Mannschaft verzeichnete insgesamt weniger Einsätze als zum Jahreswechsel 2013/2014. Die Feuerwehr rückte zwischen null und vier Uhr 32 Mal aus, um Brände zu löschen oder technische Hilfe zu leisten. Im Vorjahr war sie 86 Mal gefragt.

Jedoch waren die Einsätze diesmal aufwändiger, die Sachschäden höher. Zum größten Brand wurde die Feuerwehr nach Stoppenberg gerufen. In der Straße Huckshorst stand der Dachstuhl eines Reihenmittelhauses in Flammen, dichter Qualm drang unter den Dachpfannen hervor. Die Retter mussten die Dachhaut abtragen. Verletzt wurde niemand. Die Kriminalpolizei wurde zur Ermittlung der Brandursache eingeschaltet.

Besonders häufig (18 Fälle) mussten brennende Papier- und Abfallcontainer gelöscht werden, in die Vandalen Pyrotechnik geschmissen hatten (Vorjahr: 37). Zudem rückte die Wehr zu einem Wohnungs- und zu fünf Zimmerbränden aus. Drei der sechs Einsatzorte: der Holunderweg (19 Uhr), der Germaniaplatz (0.15 Uhr) und die Aktienstraße (0.45 Uhr).

Zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens waren alle Löschfahrzeuge der Berufsfeuerwehr im Einsatz, sie wurden vielerorts von der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt.

Um die Vielzahl an Einsätzen bewältigen zu können, schickte die Zentrale sieben zusätzliche Rettungswagen auf die Straßen. In der Zeit von 18 Uhr am Mittwoch bis 10 Uhr am Neujahrstag fuhren sie insgesamt 206 Rettungsdiensteinsätze (2013/14: 189 Einsätze). In 34 Fällen musste zudem ein Notarzt eingreifen (Vorjahr: 32 Einsätze). Bis fünf Uhr morgens war der Rettungsdienst voll ausgelastet. Die häufigsten Einsatzgründe waren Verletzungen als Folge von zu viel Alkohol, Stürze sowie Verletzungen durch Schlägereien und unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern.

Ruhestörung und Körperverletzung

Die Polizei verzeichnete 274 Einsätze – 56 weniger als im Vorjahr. Darunter Ruhestörungen, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. Sprecherin Tanja Horn nannte gestern keine besonderen Vorkommnisse: „Es ist das Übliche passiert, wenn Menschen feiern.“