„Beste Freunde“ begeistert auf der Bühne

Die Komödie „Ziemlich beste Freunde” war das Leinwandphänomen 2011: Mit Humor und Einfühlungsvermögen zog die nach wahren Begebenheiten erzählte Geschichte Millionen Zuschauer in die Kinos. Die Bühnenfassung, die aktuell im Theater im Rathaus zu sehen ist, kommt dem Filmvorbild sehr nahe und weiß vor allem durch seine beiden Protagonisten zu begeistern. Die Dramaturgie ist fast deckungsgleich: Der aus bestem Hause kommende, nach einem Sportunfall querschnittsgelähmte Feingeist Philippe freundet sich mit seinem neuen Pfleger an: Der ungehobelte Driss kommt gerade aus dem Knast und zieht bei Philippe keine Samthandschuhe an – was diesem gut gefällt.


Wie der Film setzt auch das Stück vor allem auf die Vermittlung der Lebensfreude, die die Freundschaft in den beiden Protagonisten weckt. Gunnar Dresslers Adaption konzentriert das Geschehen auf Philippes Villa als alleinigen Spielort. So muss Sara Spennemann praktisch den Part des gesamten Hauspersonals übernehmen und auch André Lassen darf seine Wandlungsfähigkeit beweisen.


Die Stars sind aber Felix Frenken und Timothy Peach: Frenken füllt seinen Driss mit Energie und Vitalität und erobert damit nicht nur Philippes Herz, sondern auch das des Publikums. Peach fällt der schwere Part zu, fast bewegungslos eine emotionale Palette abzuliefern, die von Verzweiflung bis zur freudigen Ekstase reicht.