Bessere Planung

Alte Polizeischule. Noch vor der Nazi-Diktatur Anfang der 1930er-Jahre wurde die „Polizeischule“ an der Norbertstraße im „Bauhaus“-Stil für so genannte geschlossene Einheiten (unter anderem Hundertschaften, Reiterstaffel) fertiggestellt. Ironie des Schicksals. Die Nazis haben später diese Kunstrichtung zerschlagen. Von der Unterkunft oben auf dem Berg aus zog das Polizeibataillon ‘67 in die von deutschen Truppen besetzten Länder Europas, beteiligt an vielen Gräueltaten. Eine offizielle Aufarbeitung der Morde durch Polizeibedienstete hat es in Essen nie gegeben. Lediglich der Düsseldorfer (!) Polizeibeamte Klaus Dönecke und andere Mistreiter haben dies in privater Initiative getan.

Einige Dienststellen der Polizei Essen fanden dort oben an der Norbertstraße immer schon ihre Heimstatt (Kfz-Werkstatt, Einsatzhundertschaft, Verkehrsdienst, Spezialeinsatzkommando u. a.). Als das Polizeipräsidium Essen und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW - nach Auflösung der staatlichen Bauämter - die Verantwortung für die ehemalige Polizeischule übernahmen, begann das Trauerspiel. Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude und das Gelände drum herum wurden „aufgegeben“ und zerfielen zusehends. Die Polizeipräsidentin und ihr Leitungsstab setzten auf eine neue Großliegenschaft, zunächst an der Manfredstraße und später an der Veronikastraße auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs (Messeparkplatz). Beide Projekte scheiterten kläglich. Jahrelang wurde geplant, verworfen, geplant. Ohne nennenswertes Ergebnis. Jetzt soll wieder geplant werden. Die ehemalige Polizeischule rückt erneut in den Focus, eigentlich schon seit zwei Jahren. Ich würde mich freuen, wenn die Immobilie in Kürze ein neues „Bauhaus-Gesicht“ bekäme. Bau- und behördliche Planungssünden gibt es in Essen schon genug.