Berlin ist Vorbild für Essen

Aus der WAZ vom 28. Januar 1965:.  Aus Essen wird eine U-Bahn-Stadt. Seit dem Herbst 1964 wird am ersten Teilstück zwischen Hauptbahnhof und Saalbau gebaut. Die ersten 560 Meter sind im Oktober 1967 fertig, doch bis dahin ist es jetzt noch ein weiter Weg: „Wir stehen vor Neuland“, zitiert die WAZ den damaligen Straßenbahn-Direktor Erich Thiemer. „Wir bauen Tunnels und Weichenstraßen und wissen noch gar nicht, wie die Sicherungstechnik aussehen wird.“ Die Pläne für die U-Bahn-Waggons, die künftig im Essener Untergrund rollen sollen, sind längst fertig: Pate standen dabei vor allem Wagen aus Berlin. Mit der Waggon-Industrie würden Gespräche geführt, heißt es. Fertig sind auch die Pläne für Essens ersten U-Bahnhof: Die Haltestelle „Saalbau“ werde 110 Meter lang, so sei sie ausreichend für 1000 Fahrgäste.

Damals, im Jahr 1965, geht man übrigens auch noch davon aus, dass beim weiteren U-Bahn-Ausbau in Essen ein großes, unterirdisches Drehkreuz unterm Kennedyplatz entsteht. Es kam anders, wie man heute weiß: Die nächste, richtige U-Bahn-Strecke führte zwischen Mülheim und Hirschlandplatz, sie wurde erst 1977 eingeweiht.