Beim Stoff- und Tuchmarkt wird es bunt

Werden..  Es wird wieder voll in Werden, wenn am Sonntag, 29. März, auf dem Schulhof an der Körholzstraße der Stoff- und Tuchmarkt stattfindet. An mehr als 100 Ständen zeigen zahlreiche Händler von 11 bis 17 Uhr ihre Waren – und zusätzlich öffnen die Werdener Geschäfte beim „Verkaufsoffenen Sonntag“ von 13 bis 18 Uhr ihre Ladentüren für die Kunden.

„Für die Geschäftsleute ist das der Auftakt ins Jahr. Und weil sich die Veranstaltung in den vergangenen Jahren so gut entwickelt hat, machen alle gerne mit“, sagt Rolf Sachtleben, Geschäftsführer des Werdener Werberings über die Traditionsveranstaltung.

Die Stoffhändler werden mit der aktuellen Frühjahrskollektion an Mode-, Deko-, Gardinen- und anderen Spezialstoffen nach Werden kommen: „Von der Baumwolle für kleines Geld bis hin zur exklusiven Seide aus Italien wird die gesamte Bandbreite an Stoffen angeboten“, sagt Organisator Marko Krstic.

Er verspricht angesichts der vielfältigen Auswahl an feinem Tuch, Perlen und Schmuck ein „Meer aus Farben und Mustern“ und weist darauf hin, dass manche der niederländischen Aussteller mehr als zehn Kilometer Stoff im Gepäck haben.

Bunte Vielfalt

Nach Schätzungen des Werdener Werberings kommen jedes Jahr bis zu 10 000 Menschen nach Werden wenn der Stoff- und Tuchmarkt samt verkaufsoffenem Sonntag stattfindet. Markt-Organisator Krstic, dessen Unternehmen Expo-Concept im ganzen Land Stoff- und Tuchmärkte veranstaltet, hat eine Erklärung dafür, dass das Angebot von den Besuchern so gut angenommen wird: „Die Stoffmärkte erfreuen sich bundesweit einer immer weiter zunehmenden Beliebtheit. Von der bunten Vielfalt geht eine eigenartige Faszination aus, der man sich selbst dann nicht entziehen kann, wenn man eigentlich gar keinen Bezug zu Stoffen hat.“ Allein im ersten Halbjahr 2015 finden in allen Teilen der Republik mehr als 40 Märkte statt.

Nähen liegt im Trend

Nähen sei zwar nicht neu, liege aber derzeit im Trend, sagt Krstic, der derzeit eine Art Renaissance beobachtet. Immer mehr junge Leute würden sich für das Hobby Handarbeit und insbesondere fürs Schneidern begeistern. Grund sei offenbar der Wunsch nach Individualisierung bei der Kleidung. „Selbermachen ist in“, sagt Krstic. Auch aus diesem Grund sollen gezielt Näh-Neulinge angesprochen werden. „Alle Interessierten können sich bei den Ausstellern informieren und sich von ihnen beraten lassen“, so Krstic.

Rolf Sachtleben vom Werdener Werbering nennt den Stoff- und Tuchmarkt „eine Bereicherung für den Stadtteil“. Kein Wunder also, dass die Mitglieder seines Vereins mit anpacken und für das Rahmenprogramm sorgen. Im Post-Innenhof an der Hufergasse werden sie Bierzelt-Tische aufstellen – und reichlich Leckereien anbieten. Es wird gegrillt, es gibt Fleisch und Fisch, Käse, Weine und süße Crêpes. Für deftige Kost sorgt das Deutsche Rote Kreuz und stellt eine Gulaschkanone auf. „So schaffen wir an zentraler Stelle einen Platz, an dem die Menschen zusammenkommen und ins Gespräch kommen können“, sagt Sachtleben.

Handarbeit, Einkaufen, Medizin

Erstmals macht in diesem Jahr auch das Katholische Krankenhaus St. Josef beim verkaufsoffenen Sonntag mit – und sorgt dafür, dass Handarbeit und Einkaufen um das Thema Medizin ergänzt werden. Auf dem Rathausplatz werden von 11 bis 18 Uhr Professor Michael Rünzi, Direktor der Gastroenterologie, und seine Fachkollegen über das Thema „Darmkrebsvorsorge“ informieren. Und das soll durchaus praxisnah geschehen: Die Mediziner bauen ein begehbares Darm-Modell auf.