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Gabelstapler-Turnier

Beim „Stapler Cup“ zählt Ballgefühl mit der Eisengabel

17.06.2012 | 18:30 Uhr
Beim „Stapler Cup“ zählt Ballgefühl mit der Eisengabel
In drei Disziplinen mussten die Fahrer beim „Stapler Cup“ ihr Können unter Beweis stellen.Foto: Dennis Strassmeier

Essen.   Die Ruhrgebietsauflage des „Stapler Cup“ stand ganz im Zeichen des Fußballs. Mit ihren schweren Maschinen zeigten 45 Gabelstaplerfahrer, wie man Grob- und Feinmotorik verbindet. In jeweils 180 Sekunden müssen die Fahrer dabei insgesamt drei Parcours abfahren.

Leicht und locker nimmt Carsten Rehme den Ball auf, führt ihn sicher durch die Mitte entlang der Hindernisse und verwandelt eiskalt: Das Runde liegt auf dem Runden. Mit der Präzession eines Kopfballs von Mario Gomez hat der Gabelstapler-Fahrer aus Werne die Kugel von seinem knapp 35.000 Euro teuren Viertonner auf das Ziel, ein kleines Podest, befördert. Eine starke Leistung, für die es zwar keinen Nominierung für Jogi Löws Fußballer-Team, aber einem Platz in der Endrunde des „Stapler Cups“ gibt.

45 Staplerfahrer aus knapp 20 Ruhrgebietsfirmen sind an diesem Samstag an die Manderscheidtstraße gekommen. Ihr Ziel: den Sieg bei der achten Turnier-Auflage einfahren, das damit verbundene Preisgeld von 500 Euro mitnehmen und sich als Sieger für die „Deutschen Gabelstapler Meisterschaften“ in Aschaffenburg qualifizieren.

Genau das hatte Carsten Rehme im letzten Jahr geschafft und schwärmt noch heute von der Atmosphäre am Endspielort. „Das ist Volksfest-Stimmung, mehrere Tausend Zuschauer, einfach der Wahnsinn.“ Etwas kleiner fällt die Vorrunde im Ruhrgebiet aus, trotz zahlreicher Zuschauer und allerlei Programm, aber: „Das Turnier hat sich auch bei uns etabliert“, sagt Organisator Robert Naht, und Kollege Alexander Reising ergänzt: „Viele Fahrer planen extra ihren Urlaub so, dass sie hier dabei sein können.“

Seit 2005 wird die Ruhrgebietsauflage des „Stapler Cup“ schon in Essen ausgerichtet. „Wir wollen die Fahrer mit dem Wettbewerb in den Vordergrund rücken, denn er leistet Tag für Tag einen super Job“, erklärt Reising die Beweggründe für das ungewöhnliche Sportereignis.

„Die große Kunst ist die Feinmotorik“

In jeweils 180 Sekunden müssen die Fahrer dabei insgesamt drei Parcours abfahren und ihr Feingefühl mit der Gabel unter Beweis stellen. In diesem Jahr ist, natürlich, alles auf das runde Leder ausgerichtet, zum Beispiel an der Torwand. Hier muss der Teilnehmer den Ball mit einem „Schub-Gabelstapler“, wie man ihn aus dem Baumarkt kennt, aufnehmen, eine Pirouette drehen und nacheinander „zwei unten, zwei oben“ versenken.

„Die große Kunst ist die Feinmotorik“, erklärt der Essener Patrick Bachmann. Er nimmt zum ersten Mal teil und scheitert standesgemäß schon in der Vorrunde. „Ich hatte mich sowieso nur aus Spaß angemeldet“, nimmt der Burgaltendorfer Gabelstapler-Fahrer das Ausscheiden locker. Der Spaß soll beim „Stapler Cup“ auch an erster Stelle stehen, einen Hintergedanken haben die Organisatoren aber auch: „Wir wollen zusätzlich Sicherheit und Präzision der Fahrer schulen“, erklärt Reisinger. Schließlich seien das die beiden elementaren Fähigkeiten des Berufs. Neben dem Wettkampf auf Asphalt, zählt deshalb auch theoretisches Können. Das wird in einem Test zu den Unfallverhütungsvorschriften abgefragt und in die Endwertung einbezogen. „Im Job stehen die Fahrer oft unter zeitlichen Druck, dem müssen sie standhalten und dabei immer zuerst an die Sicherheit denken – gleiches gilt so auch beim Stapler-Cup“, sagt Reising.

Als gegen 15 Uhr der Sieger feststeht, zeigt sich Robert Naht mit der 2012er-Auflage des Wettbewerb zufrieden: „Die Stimmung war gut, die Wettkämpfe fair und sicher, so muss es sein.“

Für den besten Ruhrgebiets-Staplerfahrer geht es nun in Aschaffenburg um die Qualifikation zur Europameisterschaft – im Gabelstaplerfahren ist Deutschland im übrigen Titelverteidiger. Ein gutes Beispiel für die, die den Ball mit dem Fuß statt mit der Gabel kicken.

Clemens Boisseree



Kommentare
18.06.2012
09:15
Beim „Stapler Cup“ zählt Ballgefühl mit der Eisengabel
von Pit01 | #1

Könnte es sein, dass dies ein großer Werbe-Coup der Firma Linde Gabelstapler ist? Zumal die Ausscheidung in Aschaffenburg ist ( Linde Werk ). Na ja, wie auch immer, dann viel Vergnügen.

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