Bei Primark in Essen bleiben die Türen vorerst zu

Vor verschlossener Tür standen gestern Kunden, die zu Primark an der Kettwiger Straße wollten. Mit einem Bus-Shuttle ging’s - kostenfrei - nach Gelsenkirchen, wo eine andere Filiale bereits in Betrieb ist. Fotos: Walter Buchholz
Vor verschlossener Tür standen gestern Kunden, die zu Primark an der Kettwiger Straße wollten. Mit einem Bus-Shuttle ging’s - kostenfrei - nach Gelsenkirchen, wo eine andere Filiale bereits in Betrieb ist. Fotos: Walter Buchholz
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Was wir bereits wissen
Kurzfristig sagte die irische Textil-Billig-Kette Primark die für Montag geplante Neueröffnung ihrer Essener Filiale ab. Grund: Technische Schwierigkeiten. Rauchmelder und Sprachalarmierungssystem funktionieren nicht wie gefordert und auch die Brandmeldeanlage tut’s nicht.

Essen.. Vanessa Kühn ist nicht böse, dass bei Primark in Essen am Eröffnungstag die Türen verschlossen bleiben. Zum Einkaufen ist ist gekommen – und einkaufen wird sie. Allerdings in Gelsenkirchen, wohin am Montag Shuttle-Busse pendelten. Denn obschon in der neuen Filiale der irischen Mode-Kette an der Kettwiger Straße die Rolltreppen laufen, die Auslagen prall gefüllt sind und das Personal Spalier steht, darf nicht eröffnet werden. Vorerst zumindest – denn es gilt, nachzubessern.

„Als wir am Freitag zur technischen Bauabnahme vor Ort waren, konnten die Verantwortlichen wichtige Gutachten nicht vorlegen“, sagt Essens Stadtplanungsamts-Chef Thomas Franke. Rauchmelder und Sprachalarmierungssystem funktionieren nicht wie gefordert und auch die Brandmeldeanlage tut’s nicht. Und „wenn die nicht funktioniert und im Notfall ordnungsgemäß zur Feuerwehr durchschaltet, können wir kein Auge zudrücken. Dann gibt’s keine Abnahme“, sagt Franke. Für die Primark-Verantwortlichen, die trotz fehlender Gutachten die Werbekampagne laufen ließen und nicht frühzeitig die Eröffnung absagten, kann die Entscheidung der Planungsamtsmitarbeiter nicht überraschend gekommen sein – für die Kunden hingegen schon.

37 Mio. Euro Investition

Alles war bestens vorbereitet. Die Zielgruppe - meist junge Mädchen - hatte in Internet-Foren zum „Sturm“ auf die neue Filiale mit ihren Eröffnungsangeboten mobil gemacht. Noch am Samstagvormittag liefen auf Radio Essen und Eins Live Werbespots, ab dem Nachmittag ruderte man zurück. Plakate wurden eilig mit Terminverlegungs-Hinweisen überklebt, Sender, Internet-Seiten und Zeitungen berichteten. Ob man allerdings alle Kunden erreichen würde, bleib fraglich. Denn wie gewaltig der Andrang ist bei der Eröffnung neuer Primark-Filialen, das zeigte sich zuletzt in Hannover, dort stand eine 200 Meter lange Menschenschlange am Eröffnungstag vor der Tür.

So richtete man in Erwartung des Kunden-Unmuts für den Eröffnungstag den kostenfreien Shuttle-Service ein, bereits ab 10 Uhr pendelten die Busse gen Gelsenkirchen. Dennoch: eine Notlösung. Denn in die Eröffnungs-Werbung hat der irische Textil-Billig-Anbieter, der vorwiegend in Fernost fertigen lässt, einiges investiert. Eine neue Kampagne zu starten indes macht zur Zeit wenig Sinn. „Wir hoffen, dass wir in einer Woche eröffnen können“, sagt Wolfgang Krogmann, Generaldirektor für den Bereich Nord-Europa. Doch „Hoffen“ signalisiert – er weiß es nicht. Die Nacharbeiten laufen. Erst im Anschluss könne die technische Abnahme in der ehemaligen C&A-Immobilie erfolgen. Bis dahin werden die rund 219 Mitarbeiter in Gelsenkirchen und Dortmund eingesetzt.