Baum-Kontrollen nach Pfingststurm – 1100 Autos abgeschleppt

Entlang der Straßen ließ die Stadt alle Bäume kontrollieren wie hier Am Pramenweg in Kray, störende Autos wurden abgeschleppt.
Entlang der Straßen ließ die Stadt alle Bäume kontrollieren wie hier Am Pramenweg in Kray, störende Autos wurden abgeschleppt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wegen der Straßenbaum-Kontrollen nach dem Pfingststurm ließ die Stadt Essen 1100 Fahrzeuge abschleppen. Wer das Parkverbot übersah, zahlte 160 Euro. Eine Bilanz.

Essen.. Als die Stadt Essen nach dem Pfingststurm beschloss, alle Straßenbäume auf mögliche Schäden und somit Gefahren zu kontrollieren, da war klar: Ohne Abschleppen wird dieses stadtweit angelegte Vorhaben kaum über die Bühne gehen. Nun, da diese Arbeiten so gut wie abgeschlossen sind, steht auch die Abschlepp-Bilanz fest: rund 1100 Fahrzeuge hingen am Haken, da sie die Baumkontrollen behinderten. Für die Halter bedeutete das nicht nur Ärger und Zeitaufwand, sondern auch 160 Euro Strafe.

Über das Parkverbot informierte die Stadt die Anwohner jeweils drei Tage vor dessen Gültigkeit. Dazu stellte man an den betroffenen Straßen Parkverbots-Schilder auf, um zu gewährleisten, dass kein Auto die Arbeiten mit den mitunter großen Fahrzeugen stört. Listen mit den Straßenzügen wurden auf dem städtischen Internet-Portal veröffentlicht. Dennoch war zu befürchten, dass diese Informationen nicht jeden Bürger rechtzeitig erreichen, zumal diese Arbeiten samt Parkverboten in die Ferienzeit fielen, wenn manches Auto über Wochen nicht bewegt wird - weil die Eigentümer beispielsweise in die Ferien flogen.

Die Kontrollen seien dringlich gewesen

Wäre Abwarten eine Option gewesen? Die Kontrollen seien dringlich gewesen, merkt Grün & Gruga-Chef Bernd Schmidt-Knop an: So hatten etwa viele dicke Äste Risse, so dass sie plötzlich abzuknicken drohten. Gleichzeitig riet Ordnungsdezernent Christian Kromberg den Anwohnern wegen der beginnenden Urlaubszeit, Autos frühzeitig umzuparken oder vor Abreise, den Nachbarn die Fahrzeugschlüssel zu überlassen.

Das tat etwa auch ein Paar aus Rüttenscheid. Tatsächlich stellte der Nachbar den ihm anvertrauten Wagen um, im festen Glauben daran, ihn so vor dem Abschlepphaken gerettet zu haben. Was er übersah: Am neuen Stellplatz galt kurz darauf ebenfalls das Parkverbot. So blieb auch diese beiden Urlaubsrückkehrern die böse Überraschung nicht erspart.

Zahl der Abschlepp-Aktionen war hoch

Den Vorwurf, die Stadt gehe unverhältnismäßig gegen die „Falschparker“ vor, weist Stadtsprecherin Jeanette von Lanken zurück. Dass die Zahl der Abschlepp-Aktionen hoch war, sei allerdings nicht zu bestreiten. „Die Auswertung des Ordnungsamtes zu Abschleppmaßnahmen im Rahmen der Baumsicherungsarbeiten lässt erkennen, dass überall dort, wo der Parkdruck sehr hoch ist, auch mehr abgeschleppt werden musste.“

Neben Rüttenscheid gelte das etwa für das Umfeld der Uniklinik. Auch die Arbeiten im Bereich der Evag-Oberleitungen an der Hufelandstraße, wo es offizielle Halteverbote gab, waren problematisch und hatten 40 Abschleppmaßnahmen zur Folge.“ Sie bestätigt zwar einige Beschwerden von Bürgern, aber: „Im Nachhinein hatten die meisten Verständnis.“