Bald wieder ein Bad im Bau?
18.02.2010 | 10:05 Uhr 2010-02-18T10:05:09+0100
Essen. Weil sich vor allem die SPD den Erhalt des Freibads Hesse auf die Fahnen geschrieben hat, sah sich die Stadtverwaltung gezwungen, einen Sanierungsplan auszuarbeiten. Nun spielen SPD und FDP mit dem Gedanken, in Dellwig neue Schwimmbecken zu bauen.
Das Freibad Hesse ist nicht im besten Zustand - um es vorsichtig zu sagen. Manche werden deutlicher und sprechen von einem „Museum der Bäder-Technik“. Weil sich vor allem die SPD aber auf den Erhalt festgelegt hat und FDP und Linke an ihrer Seite weiß, sah sich die an Mehrheitsaufträge gebundene Stadtverwaltung gezwungen, einen Umbau- und Sanierungsplan zu erarbeiten. Den stellte sie gestern im Sportausschuss vor - mit den erwartbaren Reaktionen.
Während dem sportpolitische Sprecher der SPD, Rudolf Jelinek, ein anerkennendes „Das hat schon Charme“ entfuhr, sah es CDU-Ratsherr Guntmar Kipphardt so: „Man soll nicht gutes Geld einer schlechten Sache hinterherwerfen.“ Grob geschätzt belaufen sich die Investitionskosten auf 3,5 Millionen Euro, es könnten aber - wie so oft in derlei Fällen - auch mehr sein.
Neues Schwimmerbecken und Wasserspiellandschaft
Hesse bleibt! - das war das Versprechen, mit dem die SPD in die Wahl zog. Inzwischen wäre die Partei offenbar froh, wenn kaum 15 Prozent der jetzt vorhandenen Wasserfläche übrig bleiben würde.
Das für sich ist peinlich genug, zeigt es doch, wie voll der Mund genommen wurde und wie bescheiden die Möglichkeiten sind. Aber: Selbst dieser teilweise Neubau passt absolut nicht in die Zeit. Man fasst es nicht: Die Lage ist ernst wie nie, existenziell wichtige Investitionen wie etwa die Messe-Ertüchtigung kommen auf die lange Bank und die Politik spielt mit dem Gedanken einer Spaß-Investition. Die Spar-Rhetorik des Oberbürgermeisters fände hier mal ein lohnendes konkretes Ziel. Aber da ist nur schweigen. Bleibt die Hoffnung, dass Regierungspräsident Jürgen Büssow einschreitet.
Herzstück der Pläne: Gebaut werden soll in Absprache mit dem Betreiberverein Ruwa Dellwig, jedoch auf Rechnung der Stadt, ein neues 25 mal 12,5 Meter großes Schwimmerbecken, dem noch eine so genannte Wasserspiellandschaft für Kinder anzufügen wäre. Beides würde räumlich nah an das bestehende Sport- und Gesundheitszentrum herangerückt. Die jetzigen parallel zum Rhein-Herne-Kanal gruppierten großen Außenbecken für Schwimmer und Nichtschwimmer würden dann außer Betrieb genommen. Die gesamte Wasserfläche würde sich von jetzt 3340 Quadratmeter auf dann 420 reduzieren. CDU und Grüne ließen Zweifel erkennen, ob ein solches Mini-Bad an dieser Stelle einen derartigen finanziellen Aufwand wert sei.
Denn bezahlt werden soll die Investition aus dem selben Topf von 15 Millionen Euro, der zurzeit durch die Kommunalaufsicht gesperrt ist und der viele Projekte des Masterplans Sport speisen soll. Wenn mit der Hesse-Sanierung ein weiterer Kostgänger hinzu kommt, müssten sich andere folglich einschränken.
Ob es so kommt, ist aber noch völlig offen, schon weil in der jetzigen finanziellen Lage die Bezirksregierung ein Wort mitzureden hat. Zudem wollen sich alle Essener Parteien mit einer Entscheidung Zeit lassen. Das empfiehlt sich nicht zuletzt deshalb, da auch CDU und Grüne Baupläne wälzen: Sie wollen als Ersatz für Oase, Hallenbad Borbeck und Freibad Dellwig die Chance für ein neues Hallenbad im Nordwesten geprüft wissen.
00:26
@ 18 muss dir ein wenig wiedersprechen Hesse hat noch ein größeres einzugsgebiet denn es kommen auch noch ein paar aus bottrop und Oberhausen. Ich hab auch meine kindheit dort verbracht, ich persönlich fänds schön wenns bleibt, Aber bitte nicht als mini Variante. Ansonsten läuft hier einiges schief in Essen, vielleicht sollte man mal gelder bei theater und philharmonie sparen oder noch besser für das geld was der neue eingang vom rathaus kostet hätte man Oase und Hesse retten können. Ach ja und nicht zu vergessen Stadion allein der angefangene abriss hat schon ein paar millionen gekostet die hätte man sich ja anscheinend leider auch sparen können da sie ja jetzt nicht weitermachen. Das letzte Geld was da ist wird in kultur verbraten jetzt wo wir kulturhauptsadt sind. Hoffen wir das die wenigen touristen die kommen sich nicht verfahren und das wahre Essen sehen..... (geschlossene/Marode Bäder, Halb abgerissenes Stadion, Vergammelte Schulen/Kindergärten,.....) die Liste könnte ewig weitergeführt werden. Essen ist nur noch Peinlich man schämt sich fast hier zu wohnen!!!
16:49
völliger qatsch
vonwalter
14:32
völlig unsinniger plan...
10:01
#22 otessen
Scheint so eine Art Berufskrankheit zu sein, die können nichts dafür!
09:46
#18
so isset
wir brauchen Neuwahlen............
diese Herren machen Fehler über Fehler,
gelinde gesagt Sie haben die Bürger dieser Stadt belogen und betrogen...............
15:00
Es kann nur Geld ausgegeben werden, wenn welches da ist. Essen hat keins - und ein Ausbau des Freibades auf Pump ist nur auf Kosten kommender Generationen machbar. Unverantwortlich!
14:34
Die Sozis hauen unser Geld raus und treiben unsere Stadt weiter in den Ruin. Schlimm!
13:31
Unglaublich! Die Oase soll aufgrund zu hoher Zuschüsse geschlossen, Hesse- ebenfalls defizitär- soll ausgebaut werden. Ins Hesse-Bad fahren nur wenige Besucher, weil die meisten ca. drei Meter neben Hesse kostengünstig in den Kanal springen und zwei-drei Kilometer den Kanal entlang hat bereits in Oberhausen ein neues Spaßbadd eröffnet. Welche Drogen haben die Essener Stadtpolitiker überhaupt genommen, um eine solche Idee ernsthaft durchsetzen zu wollen? Ich dachte, es sei kein Geld da!
13:26
Ich liebe Hesse, hier habe ich fast jeden Sonnentag in meiner Kindheit verbracht. Aber damals spielte Geld dank Wirtschaftswunder noch keine Rolle.
Heute wird die Stadt gezwungen, neben der Vernachlässigung von öffentlich, sozialen Einrichtungen, sogar ihre Azubis zu entlassen. Welcher Mensch mit Hirn und Verstand macht sich angesichts dieser Sachlage noch Gedanken über ein marodes Schwimmbad?
Hesse ist von Essener Bürgern zu Fuß nur von Dellwigern, sowie kleinen Teilen von Gerschede, Bedingrade und Frintrop, also maximal 20.000 Einwohnern zu erreichen.
Alle Anderen sind auf Bus, Bahn oder ein Auto angewiesen, was den Eintrittspreis noch einmal erheblich verteuert.
Egal wie man es dreht und wendet, Hesse hatte seine Zeit, aber die ist vorbei.
Hätte OB Paß einen ***** in der Hose und das notwendige Verantwortungsbewusstsein für die gesamte Essener Bevölkerung, würde er nicht um jeden Preis für diesen Unsinn kämpfen, sondern das Geld für Hesse in sinnvollere Projekte stecken.
Gut, er müsste zugeben, dass er gelogen hat, aber so was kommt auch in sehr vielen Ehen vor ohne dass sie geschieden werden.
Wenn Herr Paß aufhört Everybodys Darling sein zu wollen und endlich damit anfängt, sinnvoll und erfolgreich im Interesse seiner Stadt zu arbeiten, könnten einige Wähler 2015 seine Lüge aus 2009 vergessen haben.
12:46
Was für ein Quatsch. Als wenn der Regierungspräsident die Übernahme der Auszubildenden verbietet und diese Traumtänzerei wie selbstverständlich durchwinken würde...