BAL-Fraktion schon zerbrochen

Das ging schnell: Kaum vier Wochen nach ihrer Gründung hat sich die „Bürgerliche Alternative Liste (BAL)“ als Ratsfraktion wieder zerlegt. Die beiden Ratsmitglieder Elisabeth van Heesch-Orgass und Marco Trauten kündigten dem Dritten im Bunde, Menno Aden, die weitere Zusammenarbeit auf. Man habe die Feiertage zur Reflexion genutzt, sagte Marco Trauten und sprach gegenüber der WAZ von einer „logischen Konsequenz“.

Zu den näheren Hintergründen für den Rauswurf verwies Trauten auf die BAL-Sprecherin Elisabeth van Heesch-Orgass. Diese war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ausschlaggebend für den Bruch soll nicht zuletzt die Kritik an Veröffentlichungen Adens gewesen sein, die den Verfasser als Vertreter der Denkschule der Neuen Rechten erscheinen lassen.

Noch Anfang Dezember hatte van Heesch-Orgass gegenüber der WAZ erklärt: „Es ist absurd, ihn [Aden; Anm. d. Red.] in eine Rechtsaußen-Ecke zu schieben.“

Menno Aden zeigte sich im Gespräch mit der WAZ überrascht darüber, dass seine Mitstreiter ihm den Stuhl vor die Tür gesetzt haben: „Es ist bekannt, dass ich konservative Meinungen vertrete“, so der 72-Jährige.

Dreckige Wäsche wolle er öffentlich nicht waschen. Eine vielsagende Äußerung, die dafür spricht, dass es mit der als „äußerst angenehm, strukturiert, sachlich und konstruktiv“ beschriebenen Atmosphäre in der BAL wohl sehr schnell vorbei war.

Die ehemalige Grüne Elisabeth van Heesch-Orgass und Marco Trauten, der wie Menno Aden als Vertreter der Alternative für Deutschland in den Rat gewählt worden war, wollen als BAL-Ratsgruppe weitermachen. Aden erklärte, er werde dem Rat als Einzelvertreter weiter angehören.