Bäcker: Arm trotz Arbeit
14.08.2008 | 19:06 Uhr 2008-08-14T19:06:42+0200Beschäftigte des Bäckerhandwerks gingen in der City auf die Straße
"Wenn sich die Beschäftigten des Bäckerhandwerks ihre eigenen Brötchen nicht mehr leisten können, stimmt etwas nicht", sagt der DGB-Regionsvorsitzende Dieter Hillebrand. Und deshalb ging er gestern Morgen mit Beschäftigten aus Essener Bäckereien in der City auf die Straße, um auf die angespannte Situation im Bäckerhandwerk aufmerksam zu machen.
Siegfried Poll, Projektsekretär Bäckerhandwerk der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), erläutert dazu: "Es muss etwas passieren. Viele Beschäftigte sind arm trotz Arbeit. Der Anteil der 400-Euro-Kräfte ist stark angestiegen." Es gebe auch Tarifflucht; so hätten zahlreiche Bäckereien im letzten Monat nicht das tariflich vereinbarte Urlaubsgeld gezahlt. Die NGG macht eine Modellrechnung für eine alleinerziehende Bäckereifachverkäuferin im 5. Berufsjahr auf: Bei 1741 brutto Monatslohn bleiben ihr, einschließlich Kindergeld, 1348 Euro netto. Zieht man die Kosten für Kindergarten, Miete, Energie, Versicherungen, Lebensmittel, Telefon, Auto und Kleidung ab, bleiben ihr unterm Strich drei Euro - von Altersvorsorge und Artzkosten ist dabei noch keine Rede.
Auch die Betriebsrätinnen Ruth Heimann und Christel Losch klagen: "Viele unserer Kolleginnen arbeiten schichtweise von 6 bis 24 Uhr. Oft gibt es keine Spätzuschläge, aber eine Sechs-Tage-Woche. Viele haben einen Zweitjob, zum Beispiel abends in der Pizzeria, weil sie sonst finanziell nicht über die Runden kommen." Es gebe große Existenzangst unter den Beschäftigten. Scheff
20:01
scheiss beruf bäcker 1800 euro brutto ha muss lachen unter 2500 geh ich nicht arbeiten lieber drogenhandel betreiben und keine sorgen haben da mach ich 500 am tag wenns schlecht läuft
und um meine rente und kinder mach ich mir dahn auch keine sorgen es lebt sich verdamt gut so erlich
07:22
arbeite viele Jahre in einer Bäckerei meine arbeit ist nicht leicht. Ich bin pünktlich und fleißig und bin immer da. Aber alleine schaffe ich es nicht für meine Kinder zu sorgen. Ich wünsche mir so sehr
endlich ein par Sorgen weniger. Ich habe angst um meine arbeit deshalb traue ich mich nicht mit zu machen. Ich weiß das ist falsch aber ich denke an meine Kinder. Ich hoffe auf euch.
22:15
Hallo Obsever,
die Hoffnung stirbt zu letzt!
Manchmal dauert es lange - manchmal rechnet man nicht mehr damit -
Menschen sind nicht berechenbar auch wenn Arbeitgeber davon überzeugt sind.
Ich jedenfalls hoffe auf einen Anfang zur Gegenwehr.
Ich wünsche mir, dass meine Kolleginnen und KOllegen endlich an meiner Seite den gleichen Weg dehen, das gleiche Ziel verfolgen.
Das wäre kein Wunder sondern nur ein wenig Mut.
15:42
Als interessierter Beobachter kann ich nur sagen: Und es bewegt sich doch, das Bäckerhandwerk. Hut ab!
Viel zu lange haben die Beschäftigten still gehalten, haben ihre Arbeit geleistet und auf vieles verzichtet. Viel zu lange konnte ein Großteil der Bäckermeister sich daher nicht nur konsolidieren, sondern ganz prächtige Gewinne einfahren. Der Dank? Fußtritte, Mobbingfilialen, mittelalterliches Herrschaftsdenken. Dem Bäckermeister SEINE braven Bediensteten guck(t)en in die (Ofen-)Röhre.
Um so bemerkenswerter, dass sich Beschäftigte in Dortmund und Essen an die Öffentlichkeit wenden, um jetzt auf IHRE Wünsche und Nöte hinzuweisen. Nur so gehts! Ein vernünftiger, zeitgemäßer Dialog, ein sachliches Gespräch über die Arbeitsbedingungen war und ist mit vielen der Arbeitgeber nicht möglich. Schon den Anspruch, auf Augenhöhe miteinander zu reden, begreifen sie als Affront. Also, raus auf die Straße, dem Unmut Luft machen, die Bösen brandmarken und die Vernünftigen loben.
Ich hoffe, da kommt noch mehr von den Beschäftigten. Ich hoffe, da kommen dann auch noch mehr Beschäftigte. Wenn nicht jetzt, wann dann?
21:36
Vertragsbruch!
Ich höre immer, dass die Arbeitgeber im Bäckerhandwerk sich nicht an die vereinbarten Verträge halten.
Sie sprechen doch immer von Vorbildfunktion!
Also Beschäftigte im Bäckerhandwerk, warum hört ihr nicht auf eure Arbeitgeber.
Ihr solltet s ernsthaft überlegen nur noch so zu arbeiten, wie ihr auch bezahlt werdet.
Ich möchte mal sehen, wenn Verkäuferinnen ihre Schürzen abbinden und zwei Stunden früher nach Hause gehen, weil sie nicht ihr volles Gehalt erhalten oder nicht der Leistung entsprechen oder dem Jahre 2008 oder, oder ......
Wenn Verkäuferinnen nicht Stundenlang früher kommen und später ohne Bezahlung gehen, weil sie sonst ihre Arbeit gar nicht schaffen.
Wenn Bäcker nicht mehr alle Brote aus den Öfen holen weil die Bezahlung nicht mehr stimmt.
Ja dann werden sie die Welt nicht mehr verstehen.
IErst in Dortmund jetzt hier in Essen haben die Beschäftigten zu Gegenwehr den ersten Schritt getan. Hierfür möchte ich meine Bewunderung aussprechen. Endlich werden auch dort die Beschäftigten mobil.
Viel Erfolg wünsche ich euch. Meine Unterstüztung habt ihr! Macht weiter so!
21:21
Antwort an Peter Peisert/ Arbeitgeber im Bäckerhandwerk
In vielen Ländern gelten PC als Luxus.
SIE HABEN JA EINEN! HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!
Ich hoffe, dass Sie sich auch den Luxus des Zahnersatz, einer Brille die Medikamentenzuzahlung, die Zahnspangen für Kinder etc. leisten können.
Wenn ja, sind Sie wohl Arbeitgeber oder werden fair und anständig entlohnt.
Nichts anderes wollen wir im Bäckerhandwerk auch.
Auch sind die Spätfolgen schlechter Entlohnung zu bedenken.
Nur 1 Beispiel: Geringes Einkommen heißt, geringe Rentenbezüge,
Privatvorsorge nicht machbar = Altersarmut.
19:01
Als Bäckereifachverkäuferin kann ich es nur bestätigen, man ist arm trotz Arbeit. Oft arbeitet man 6mal in der Woche und geht Sonn- und Feiertags auch noch zur Arbeit . Trotzdem reicht das Gehalt nicht. Ich überlege schon lange, ob ich mir noch einen Nebenjob suche. Doch wie soll das gehen, die Arbeitgeber verlangen Flexibilität , Arbeitspläne werden oft kurzfristig geändert. Da der Arbeitsbeginn oft schon um 4Uhr 30 ist, wäre man für einen Nebenjob auch nicht besonders ausgeruht.
Von der Familie ganz zu schweigen, die sieht mich viel zu selten.
An die Arbeitgeber gerichtet kann ich nur sagen, es wird Zeit, unser Gehalt muss ordentlich steigen. Wie wollt ihr mit diesem Hungerlohn gutes Personal bekommen und halten.
Ihr braucht auch nicht jammern, dass Alles so teuer geworden ist - denn für uns ist auch Alles teurer geworden.
18:21
Ich muss mich dem Kommentar von Peter Pan an schliessen. Es gibt immer noch Menschen, die ohne nachzudenken ihren Senf abgeben. Die sind es auch , die morgens früh im Laden stehen und es als selbstverständlich ansehen ,dass es schon im Laden gebackene Brötchen gibt.
09:43
@ PeterPeisert…
Sagen Sie mal, sind sie Bäckermeister ??…..wenn es in anderen Ländern doch so schön ist , dann wandern sie doch auch…die Arbeitnehmer in unserem land können jedenfalls auf Ihre Kommentare verzichten…genauso wie sie auf Designerklamotten verzichten müssen…und ein Auto braucht selbst eine Bäckereifachverkäuferin…die ihre entlegene Filiale auf dem Land früh Morgens erreichen muss, um vielleicht auch Ihnen ihre Frühstücksbrötchen verkaufen zu können.
Nachdenken hilft manchmal.
Hier gehen Menschen für ihre Belange auf die Strasse…und wollen nur für ihre sehr gute Arbeit gut entlohnt werden…..mehr nicht….
Und wenn sie auswandern….melden Sie sich dich doch beim Fernsehen…..die filmen das im Moment sehr gerne…
09:16
Fairplay...........
Warum ist Ausbeutung bei euch zum Maßstab aller Dinge geworden?
Warum gewinnt man immer mehr den Eindruck, dass dies zum guten Ton bei Arbeitgebern im Bäckerhandwerk gehört, wer am besten Moral und Anstand vergisst,
DER GRÖßTE I ST !
Arbeitnehmer nehmt euren Stolz und eurer Ehre fest in eure Hand und sagt NEIN so nicht mehr.
Seht in die Augen eurer Kinder die verzichten müssen dann seht in die Augen der Kinder eurer Arbeitgeber und seht den Überfluss in den diese Kinder leben.
Und dann fragt euch,
haben eure Kinder das verdient?
habt ihr das verdient?
Wenn schon nicht für euch dann für eurer Kinder….
geht mit auf die Straßen und sagt
nein“ so nicht mehr!
FAIRPLAY FÜR ALLE