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Azubi-Speed-Dating in der Essener Philharmonie

12.02.2016 | 12:00 Uhr
Azubi-Speed-Dating in der Essener Philharmonie
Joelle Wittneben nahm vor einem Jahr erfolgreich am Azubi-Speed-Dating teil und ist jetzt Auszubildende des Essener Verpackungsunternehmen Hohendahl Display GmbH.Foto: Dirk Bauer

Essen.  Die IHK Essen veranstaltet zum fünften Mal ein Azubi-Speed-Dating. Bewerber und Unternehmen haben zehn Minuten Zeit, sich kennen zu lernen.

Eine Sanduhr steht auf dem Tisch. Nach zehn Minuten ist sie durchgelaufen. Auf der einen Seite sitzen zwei Interviewer, auf der anderen ein Jugendlicher, auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Was normalerweise für romantische Treffen genutzt wird, kann auch als Jobbörse dienen: das Speed-Dating.

Am 16. Februar veranstaltet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ruhr zum fünften Mal ein Azubi-Speed-Dating. Rund 100 Betriebe nehmen daran teil, sie bieten etwa 550 offene Stellen noch für dieses Jahr an. Bis zu 1000 potenzielle Azubis werden erwartet. „Für sie ist es die Chance, sich direkt über den persönlichen Kontakt beim Personaler und nicht nur über ihre Unterlagen zu bewerben“, erklärt Eva Wilmsmann, Ausbildungsvermittlerin der IHK. Die Jugendlichen bringen zwar ihre Zeugnisse und ihren Lebenslauf mit, hätten aber die Möglichkeit, die ein oder andere schlechte Note mit einem guten Auftreten wett zu machen.

Unbekannte Berufe ins Blickfeld rücken

Bei Joelle Wittneben hat das vergangenes Jahr geklappt. Sie ist angehende Industriekauffrau bei dem Essener Verpackungshersteller Hohendahl Display GmbH – den ersten Kontakt zum Unternehmen bekam sie über das Speed-Dating. „Die kurze Zeit von zehn Minuten hat den Druck genommen. Wenn es nicht so gut lief, habe ich gedacht: Egal, ich gehe weiter.“ Nach dem Abitur nahm sich die 20-Jährige eine Auszeit, um zu reisen. Danach wusste sie noch nicht genau, in welchem Bereich sie arbeiten wollte: „Das Speed-Dating hat mir geholfen, mich zu orientieren.“

Die Jobinteressenten können sich bei allen Unternehmen anstellen. Die größeren Firmen bieten oft mehrere Stellen an, haben allerdings trotzdem nur einen Tisch, an dem sich die Jugendlichen vorstellen können. Besonders lange Schlangen entstehen bei den klassischen kaufmännischen und mechanischen Berufen. „Das Speed-Dating soll aber auch unbekannte Berufsfelder ins Blickfeld der Jugendlichen rücken“, sagt Wilmsmann.

Der erste Eindruck trügt nicht

Die Hohendahl Display GmbH nimmt schon seit dem ersten Speed-Dating 2012 teil. Sie bilden jährlich zwei Industriekaufmänner und zwei Packmitteltechnologen aus. Drei von vier kaufmännischen Azubis der vergangenen beiden Jahre kamen über das Speed-Dating ins Unternehmen. Für den Personalleiter Paskal Karaiskas sind die Vorteile klar: „Wir sind sehr oft positiv überrascht von den Kandidaten, die nur über die schriftliche Bewerbung ein eher negatives Bild abgeben.“ Die Hohendahl Display GmbH wählt in einem anschließenden Assessment Center die Azubis aus, die letztendlich die Stelle bekommen.

„Die kurze Vorstellung ist für beide Seiten spannend, aber auch anstrengend“, weiß Wilmsmann. Für Karaiskas lohnt sich der Aufwand, denn der erste Eindruck trügt nicht: „Zehn Minuten reichen aus, um zu merken, ob man zusammenpasst.“

Linda Heinrichkeit

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2016-02-12 12:00
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