Autor - Essener Justiz bei Libanesen „mutlos“
14.09.2011 | 12:45 Uhr 2011-09-14T12:45:00+0200
Essen.Das Buch über das Schattenreich muslimischer Schlichter hat auch das kurdisch-libanesische Milieu in Essen zum Thema. Hart geht der Autor mit der hiesigen Justiz ins Gericht; attestiert ihr „hasenherziges“ Vorgehen ohne Mut und Rückgrat.
Ein Buch sorgt für Furore - und Essen spielt darin eine tragende Rolle. Unter Muslimen und da vor allem in der kurdisch-libanesischen Bevölkerungsgruppe wird die deutsche Justiz im Konfliktfall gezielt außen vorgehalten, berichtet der Autor und Journalist Joachim Wagner. Streitschlichter und so genannte Friedensrichter sorgen sogar bei schweren Gewalttaten für „Lösungen“ angelehnt an die islamischen Scharia-Gesetze - an den ordentlichen Gerichten vorbei. Diese spielen nach Wagners Recherchen oft eine klägliche Rolle, gerade auch in Essen.
11. November 2009 in Katernberg. Faris A. schießt Abdul L. mit einer scharfen Waffe gezielt in den Fuß. Das Opfer hatte angeblich schlecht über ihn geredet. Versöhnungsgespräche der beiden Großfamilien scheitern zunächst. Im Jahr darauf schießt der Bruder des Opfers dem Täter aus Rache ins Bein - ausgerechnet bei einer Hochzeitsfeier, bei der Braut und Bräutigam aus den beiden Familien stammen.
„Herbe Niederlage für die Essener Justiz“
Der Pistolenschütze kommt später mit neun Monaten auf Bewährung davon, weil Zeugen - vermutlich gezielt instruiert - vor Gericht nur unklare Angaben machen und die Dinge im Vorfeld „geregelt“ wurden. Eine „herbe Niederlage für die Essener Justiz“, folgert Wagner - und ein schlagendes Beispiel für die Existenz von Parallelgesellschaften, die sich so weiter verfestigen.
Mitverantwortlich sind auch Rechtsanwälte, die „plötzliche Gedächtnislücken“ von Zeugen und ähnliche Tricks zur Basis ihrer Beratungsarbeit machen, nicht mehr die Mitwirkung an der Wahrheitsfindung.
Justiz-Vertreter sprachen auf Anfrage davon dass ihr das Problem bekannt sei. „Wiederholt“, so der Sprecher der Essener Staatsanwaltschaft, Wilhelm Kassenböhmer, zur NRZ, habe es bei Prozessen Hinweise auf „Einigungsgespräche zwischen den beteiligten Gruppen“ gegeben.
Wagner führt nicht nur eine Fülle ähnlicher Fälle auf, er zeichnet auch ein dichtes, ungeschminktes Sittengemälde der kurdisch-libanesischen Familienverbände, bei denen oft von Integration in die deutsche Gesellschaft keine Rede sein kann. Basis dieser bleibenden Fremdheit ist nicht zuletzt ein auf muslimischen Traditionen beruhendes Gewohnheitsrecht, das die Umgehung, ja Verachtung der deutschen Justiz einschließt. Diese gilt - je nach Interessenlage - als allzu schwächlich oder als leicht auszukontern, weil sie sich an formale Grundsätze halten muss - sehr im Gegensatz zu den Schlichtern, - häufig Familienoberhäupter -, deren Habitus in Wagners Schilderungen mitunter an Mafia-Bosse erinnert.
„Mit Hartz IV-Leistungen können viele Familien trotzdem gut über die Runden kommen“
Ein Schwerpunkt kurdisch-libanesischer Zuwanderung neben Berlin und Bremen ist Essen. 5000 leben in der Stadt, 60 Prozent sind nach Wagners Darstellung abhängig von staatlichen Transferleistungen, und das oft seit Jahrzehnten. 40 Prozent der Jugendlichen haben keinen Schulabschluss. „Mit Hartz IV-Leistungen können viele Familien trotzdem gut über die Runden kommen - dank der zahlreichen Kinder“, so Wagner.
Bei der Kriminalität würden Quoten erreicht, die sich je nach Delikt bis zum 16-fachen dessen bewegen, was im Durchschnitt üblich ist. In Altenessen führte das allgemeine Unsicherheitsgefühl zu Protesten und einer Initiative der Stadt, die in Zusammenarbeit mit der Polizei die Lage zumindest zu stabilisieren scheint - für weitergehende Hoffnungen ist es noch zu früh.
In Essen immerhin gibt es auch ein Beispiel für eine muslimische Schlichtungspraxis, die auch Wagner für akzeptabel hält, weil sie sich in der Regel auf familiäre Konflikte beschränkt. Geschildert werden die Vermittlungen des Essener Imams Raschid, der gemeinsam mit Polizei und Essener Jugendamt in einer Moschee regelrechte Verträge aufsetzt.
Grat zwischen Pragmatismus und Kapitulation ist schmal
Streit auch gewalttätiger Art kann etwa entstehen, wenn Jugendliche für den Geschmack strenggläubiger Eltern sich freiheitlichen Mentalitäten zu weit annähern. Auch hier könnte man allerdings kritisch fragen: Welches fatale, weil allumfassende Religionsbild unterstützt ein Jugendamt, wenn es in einer Moschee als Vertragspartei auftritt, weil eine junge Muslimin ein freizügiges - gemeint ist: für hiesige Verhältnisse normales - Leben führen will? Der Grat zwischen Pragmatismus und Kapitulation ist schmal.
Hart geht der Autor mit der Essener Justiz ins Gericht. Wagner attestiert ihr etwa am Beispiel eines Falles - es ging um die Ahndung einer wüsten Schlägerei mit Messereinsatz - „hasenherziges“ Vorgehen ohne Mut und Rückgrat. Nach drei Jahren und viel Hin und Her endete der Prozess mit Einstellung - ohne Urteile.
20:37
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20:35
@ Komisch66
S I E haben Ihren Nick hier mit Recht so gewählt.
Caligula hätte seinerzeit vermutlich gesagt:
Du bist komisch! :-) Dich töte ich zuletzt!
@ #9 von BorbeckerBefreiungsFront , am 14.09.2011 um 16:31
Beim Lesen des Berichts erschlich sich mir haargenau (!) der gleiche Gedanke.
Es kann nur eine Erklärung für diesen Bericht geben: Er ist eine Art Werbung für ein Buch. Ein Buch, dass ggf. in einer dem WAZ-Unternehmen zugehörigen Druckerei in Serie gegangen ist.
20:35
@#29 von ErwinLottermann Wenn man all das hier posten würde, was belegbar ist, dann wäre schnell der digitale Radiergummi zur Stelle.
Dem stimme 101% zu! Aber mal eine Frage an Sie, wissen Sie eigentlich warum? Das frage ich mich ehrlich gesagt schon seit Jahren, finde aber keine (richtige) Antwort darauf. Wie Sie schon oben schreiben, es handelt sich um belegte und belastbare Zahlen, aber die wären dann so belastend das der digitale Radiergummi schnellst möglich zum Einsatz käme. Keine freie Meinungsäußerung? Nein, noch nicht einmal das Nennen belastbarer Zahlen ist erlaubt! Also auch keine Demokratie, Punkt!
Schreiben Sie doch mal Ihre Meinung, Ihre Sichtweise warum dies so ist, würde mich und viele Andere hier sicherlich interessieren, da ich wirklich nach adequate Antworten suche!
20:20
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20:01
Wenn man all das hier posten würde, was belegbar ist, dann wäre schnell der digitale Radiergummi zur Stelle.
Ach ja, ich vergaß: Wer sich nicht integrieren will, wer keine Ausbildung machen will, wer JEDEN Abend mit dem gleichen BMW und dem gleichen rotwn Nummernschild duch die gegend fährt, der hatte einfach eine schlechte Kindheit.
*Heul* Und ich bin auch dann daran schuld!
19:49
#24 Leider scheinen auch Sie nur wieder die negativen Aspekte beleuchten zu wollen. Wahrscheinlich kennen Sie sich in besagten Stadtteilen nicht annähernd aus.
#26 Ich spreche mich lediglich deutlich gegen jede Form der Vorverurteilung aus. Es gibt eben nicht DIE schlecht integrierten Ausländer aus dem Land xy, und es gibt nicht DIE Ausländer, die nicht arbeiten.
19:46
ja, aber Sie vergessen eben, wenn 60 Prozent angeblich schlecht integriert sind, 40 Prozent dann immerhin gut integriert sind.
Ob man mal abends mit nem roten Nummernschild ein Mädelanhupt oder nicht, empfinde ich persönlich als nicht soo schlimm.
Ob nun im Autohandel oder der Gastronomie nun Geld gewaschen wird, das gehört nunwirklich nciht hierher.
19:45
@#23 von Komisch66 Wenn ein BMW ein ein rotes Nummernschild hat, kann dieser durchaus zum Verkauf vorbereitet werden, und Autoverkaufen ist bekanntlich eine Arbeit, und genau dies -nämlich Arbeiten- sprechen Sie den Libanesen ja pauschal ab. Also, eine sehr durchschaubare Argumentation. Und ferner geht es nicht darum, ob ICH etwas erkennen WILL, sondern darum Fakten zu benennen und nicht Pauschalurteile zu verbreiten.
Also wenn ich das lese, kann ich nur sagen, es ist völlig zwecklos mit ihnen weiterzudiskutieren! Was ich mich frage ist, glauben Sie wirklich was Sie da schreiben, oder gibt es bei Ihnen andere Motivationen, für das was Sie da verbreiten?
19:38
Im Anatomie-Gebäude der Universität des Saarlandes stand in einem Schaukasten mal der sinnige Spruch:
Chancengleichheit: Gleiche Chancen, unterschiedliche Talente zu zeigen
Ich spreche beispielsweise den Libanesen nicht pauschal etwas ab, sondern lasse die Fakten und die Statistik für sich sprechen.
Und Sie brauchen mir nicht vorzumchen, wozu man abends mit roten Nummernschildern durch die Sadt fährt und Mädels anhupt, das ist natürluch ausschließlich für Probe- und Überführungsfahrten, wie der Gesetzgeber es vorgesehen hat, an klar.
Streuen Sie gerne anderen weiter Sand in die Augen und verleugnen Sie, dass im Autohandel und auch in der Gastronomie zu nicht geringem Teil Geld gewaschen wird.
Die Exekutive weiß das schon lange, die Beweiserhebung ist etwas schwerer.
19:35
@#4 Und auch das hier genannte Altenessen ist doch auch ein schönes Beispiel dafür, wie sehr ein Stadtteil von Zuwanderung profitieren kann und wie, ähnlich wie in Marxloh, ein orientalisches Flair entstehen kann, was wirklich niemand mehr missen will.
Das können Sie doch wirklich nicht ernst meinen? Altenessen und Marxloh...ein Flair was niemand mehr missen will?