Das aktuelle Wetter Essen 10°C
Erdrutsch

Autohändler fühlt sich nach Geröll-Lawine alleingelassen

05.11.2012 | 19:30 Uhr
Foto: Svenja Hanusch

Essen.   Nach der Geröll-Lawine in Essen-Byfang bangt Gebrauchtwagenhändler André Neumann um seine Existenz. Als Grundstückseigentümer ist er zuständig für die Sicherung der 15 Meter hohen Steilwand. Derweil beschäftigt sich der Umweltausschuss mit kritischen Felsböschungen im Essener Süden.

Der nach einem Gesteinsabrutsch Sonntagfrüh gesperrte Abschnitt der Nierenhofer Straße in Byfang (wir berichteten) soll Dienstagmittag wieder freigegeben werden. Dies teilte auf Anfrage der Landesbetrieb Straßen.NRW mit, der für die als L 439 geführte Landesstraße zuständig ist. Eine doppelstöckige Schutzplanke werde vor der Freigabe installiert, so Sprecher Bernd Löchter. Die Mieter der seitlich der Unglücksstelle gelegenen Hausnummer 71 kehrten bereits in ihre Wohnungen zurück, nachdem Gutachter des Geologischen Dienstes NRW und des „Erdlaboratorium Essen“ Sonntag ihr Okay gegeben hatten – aber sie sind verunsichert.

Zuständig für die Sicherung der 15 Meter hohen Steilwand ist der Grundstückseigentümer. Das ist Gebrauchtwagenhändler André Neumann. Die Geröllmassen begruben seine Autos unter sich, andere zerbeulten sie . Wie es wirtschaftlich für ihn weitergeht, weiß er nicht. Der Geologische Dienst NRW verwies auf mehrere natürliche Faktoren (Neigung, Verwitterung, Wasserdruck und Wurzelbewegungen), die in ihrer Gesamtheit einen solchen Abrutsch auslösen könnten.

Stadt sichert kritische Böschungen

Auf Neumann kommen nun die Beseitigung und Sicherungsmaßnahmen zu: „Wir versuchen das in die Gänge zu bekommen.“ Am Dienstag komme ein Gutachter seiner Versicherung. Er erzählt aber auch, dass er sich von der Stadt etwas alleingelassen fühle: „Aus lauter Verzweiflung habe ich beim Oberbürgermeister angerufen. Zwei Stunden später rief ein Mitarbeiter zurück.“ Die Gefahrenabwehr sei getätigt, habe es von der Stadt geheißen, mehr nicht. Auf Nachfrage teilte Sprecher Stefan Schulze mit, dass wohl verwaltungsintern eine baurechtliche Überprüfung folgen werde und man dann schaue, wie man dem Eigentümer bei der Hangsicherung beratend zur Seite stehen könne.

Geröll begräbt Autos

Dieselbe Thematik beschäftigt am Dienstag auch den Umweltausschuss. Im nicht-öffentlichen Teil sollen die Mitglieder nachträglich eine Auftragsvergabe der Verwaltung genehmigen: In einer Eilentscheidung am 16. Oktober bekam die Firma „Hoch-Tief-Bau-IMST“ aus Kufstein den Zuschlag, 15 kritische Felsböschungen im Süden (Hardenbergufer/Wuppertaler Straße nördlich und östlich der Lothringer Straße 50/Freiherr-vom-Stein-Straße) von 2012 bis 2014 durch Übernetzung und Fangzäune zu sichern. Kosten für den verantwortlichen Eigenbetrieb Grün und Gruga: 562.352,02 Euro.

Tim Walther


Kommentare
07.11.2012
18:42
Autohändler fühlt sich nach Geröll-Lawine alleingelassen
von BauerKleppe | #12

Hier herrscht zum Teil ein falsches Verständnis von Zuständigkeiten vor.
Bei dem Hang handelt es sich um ein Privatgelände. Die Stadt ist grundsätzlich dafü nicht verantwortlich.
Allenfalls nach der BetrVO NRW könnte der Autohandel als Verkaufsstätte überprüfungspflichtig sein. Dann allerdings auch nur eine Verkaufshalle, nicht das Freigelände.
Sollte schon mal jemand reale Zweifel an der Standfestigkeit gehabt haben, hätte die logische Konsquenz sein mussen, dien Betrieb sofort zu schließen und erst nach Sicherung des Hanges durch den Eigentümer wieder freizugeben.

06.11.2012
13:55
Autohändler fühlt sich nach Geröll-Lawine alleingelassen
von MichaP | #11

Mein Garten muss noch Winterfest gemacht werden aber da fühle ich mich auch bei allein gelasse von der Stadt.

06.11.2012
09:15
Autohändler fühlt sich nach Geröll-Lawine alleingelassen
von Kommentierer | #10

Eigentum verpflichtet. So ist´s halt.

06.11.2012
08:39
Autohändler fühlt sich nach Geröll-Lawine alleingelassen
von ausOB | #9

Also für den silbernen VW Bus würde ich noch € 2.000,- zahlen..........

06.11.2012
08:07
Autohändler fühlt sich nach Geröll-Lawine alleingelassen
von dorfbeobachter | #8

Ob ich in meinem Gartenteich ertrinke, auf meiner Böschung ausrutsche oder von einem morschen Baum erschlagen werde: auf meinem Grundstück möchte ich tun, was ich will. Insofern ist der Ruf nach der Allgemeingeit auch ein Bummerang: wer möchte schon das Ortdnungsamt im Garten haben, das die Priemeln nachmisst?
Klar ist, dass ich für Schäden an meinem Eigentum selbst hafte, wenn sie durch solche ereignisse hervorgerufen werden. das ist der Preis der Freiheit.
Klar ist auch, dass von meinem Grundstück keine Gefahren für andere Grundstücke ausgehen dürfen, weshalb ich die Baumkletterer zur Pflege der alten Bäume selbst bezahle (oder wo bitte reicht man die Rechnung bei der Stadt ein?).
Der Ruf nach "der Stadt" ist genau so absurd, als wenn die Stadt im gegenzug die Preise für die Gebrauchtwagen festlegen wollte.

06.11.2012
06:23
Autohändler fühlt sich nach Geröll-Lawine alleingelassen
von denkstewohl | #7

M.E. kann Herr Neumann froh und dankbar sein, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist und seine Versicherungspolice studieren.
Warum bitte soll die Allgemeinheit für die Risiken seines Grundstückes und insbesondere für seine Pflichtversäumnisse zahlen?

06.11.2012
06:12
Der Hang gehört der Stadt Essen
von schipplock | #6

...und die Stadt koennte ihm wenigstens entgegenkommen und zumindest die Steine wegraeumen. Im Interview wurde deutlich, dass bereits Bedenken an der Sicherheit des Hangs geaeußert wurden und die Stadt darauf nicht reagierte.

Den Eigner des Grundstuecks jetzt so zu benachteiligen finde ich nicht korrekt. Schließlich geht es hier um einen direkten Steuerzahler, der ein Teil der Allgemeinheit ist.

Als Bewohner der Stadt Essen hat man ja auch gewisse Erwartungen und wieso man dem Autoverkaeufer nur schlechtes wuenscht verstehe ich nicht.

05.11.2012
23:26
Autohändler fühlt sich nach Geröll-Lawine alleingelassen
von osis | #5

Alleine mit SEINEM Grundstück? Wem gehört der Hang? Die Böschung für den Verkauf nutzen aber nicht gesichert?

Es kann nicht sein, das dafür die Allgemeinheit aufkommen soll...

05.11.2012
23:17
Autohändler fühlt sich nach Geröll-Lawine alleingelassen
von ruhrpottfan | #4

na ja,
als grundstückseigentümer ist man auch für die sicherheit des eigenen grundstückes verantwortlich.
es liegt an ihm, um mögliche ursachen aufzuklären, auf eigene kosten die fachgutachter einzuschalten.

05.11.2012
21:49
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Umfrage
Für den Superwahltag am 25. Mai plakatieren die Parteien in Essen um die Wette - neuerdings sogar in den Nebenstraßen. Wie finden Sie als Adressaten der Wahlwerbung das?

Für den Superwahltag am 25. Mai plakatieren die Parteien in Essen um die Wette - neuerdings sogar in den Nebenstraßen. Wie finden Sie als Adressaten der Wahlwerbung das?

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aus dem Ressort
Neue Spots auf Zollverein
Video
Zeche Zollverein
Essen, 23.04.2014: Auf dem Gelände des Weltkulturerbes entstehen zur Zeit Himmelstreppe, Aussichtsplatform und Pavillons die den Besucher zum Verweilen einladen wollen.
Warum der letzte Bulle Mick Brisgau keinen Manta fährt
Der letzte Bulle
Am Montag startet die fünfte Staffel der SAT.1-Erfolgsserie „Der letzte Bulle“ mit Henning Baum in der Hauptrolle. Am Samstag zuvor ist der Essener beim Fantag zur Serie in der Lichtburg zu Gast. Um ihn dort zu treffen, haben uns fast 300 Leser Fragen geschickt. Hier lesen Sie einige Antworten.
Unser Gewinnspiel und der Fantag am Samstag
Leser-Aktion
Unter allen Teilnehmern unserer Aktion „Leser fragen Henning Baum“ haben wir fünf exklusive Treffen mit dem Essener Schauspieler und 35 x 2 Tickets für den Fantag am Samstag, 26. April, verteilt – wegen der großen Resonanz und mit Hilfe von SAT.1 zehn mehr als angekündigt.
Wasserrohrbruch auf der Rüttenscheider Girardetstraße
Rohrbruch
Rund 80 Familien, so die Schätzung, sitzen wegen eines Wasserrohrbruchs auf der Girardetstraße seit der Nacht auf Mittwoch auf dem Trockenen. Am frühen Abend soll der Schaden wieder behoben sein.
Exhibitionist lockte Siebenjährige auf einen Trampelpfad
Prozess
Was Eltern kleiner Kinder fürchten, es wurde im vergangenen Jahr in Bergerhausen wahr: Ein Exhibitionist lockte eine Siebenjährige vom Schulweg auf einen Trampelpfad. Vor dem Amtsgericht räumt der Angeklagte die Vorwürfe am Mittwoch nur zum Teil ein.