Auszug aus dem Urteil

Die Vertragsgestaltung der Beklagten (MM-Bus) für ihre geringfügig beschäftigten Busbegleitungen ist auf die bloße Vergütung des effektiven Arbeitseinsatzes angelegt. In diesem Konzept waren die gesetzlich vorgeschriebene Gewährung bezahlten Erholungsurlaubes und die Leistung von Entgeltfortzahlungen an Krankheits- und Feiertagen nicht vorgesehen. Die Frage des Gerichtes, ob die Beklagte (MM-Bus) auch nur einer ihrer mehr als hundert Busbegleitungen jemals bezahlten Erholungsurlaub gewährt hat, hat der Geschäftsführer der Beklagten verneint. Vor diesem Hintergrund erscheint die Behauptung der Beklagten, derartiges habe ja auch keiner der betroffenen Beschäftigten verlangt, zynisch. Jedem Arbeitgeber muss sich in einer solchen Situation aufdrängen, dass dies nur daran liegen kann, dass die Arbeitnehmer ihre Rechte entweder nicht kennen oder sich nicht trauen, sie durchzusetzen. Wer diese Umstände hinnimmt und ausnutzt, beutet entweder die Unerfahrenheit oder den Mangel an Urteilsvermögen oder eine erhebliche Willensschwäche der Mitarbeiter oder alles zusammen aus.

Das ganze Urteil ist auf der Internetseite des Landesarbeitsgerichtes veröffentlicht. AZ: 8 Sa 764/13, Urteil vom 19.8.2014