Ausverkauf in Borbeck und Altenessen
27.01.2009 | 22:05 Uhr 2009-01-27T22:05:56+0100WIRTSCHAFT. Hertie schließt zwei der vier Warenhäuser in Essen. Stellenabbau auch in Kettwig.
Der Kaufhaus-Konzern Hertie schließt zwei seiner vier Essener Filialen; die Tage der Warenhäuser in Borbeck und Altenessen sind gezählt. Auch in der Unternehmenszentrale in Kettwig baut Hertie "substanziell" Stellen ab. Die Rede ist von etwa 30. Genaueres wollte Unternehmenssprecher Wolfgang Weber-Thedy gestern abend nicht mitteilen.
Im ehemaligen Karstadthaus in Altenessen geht es um 40 Beschäftigte, in Borbeck um 34. Die beiden Häuser in Rüttenscheid und Steele bleiben somit bestehen. Wann die Häuser in Altenessen und Borbeck geschlossen werden, wurde gestern noch nicht bekannt. Es sei eher eine Frage von Monaten, hieß es - womöglich kommt Ende März das Aus. Davor stünden Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan.
In der Unternehmenszentrale im Teelbruch arbeiten insgesamt 120 Beschäftigte, heißt es. Und von dort aus wurden gestern am späten Nachmittag gegen auch die Geschäftsführer der bundesweit 73 Hertie-Häuser informiert - und zum Stillschweigen vergattert: 54 bleiben, 19 müssen schließen. Die Mitarbeiter der Häuser erfuhren die Neuigkeit in den meist kurz vor Ladenschluss.
Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger zeigte sich in einer ersten Reaktion geschockt. "Das ist ein Schlag für die gesamte Stadt, besonders aber für die beiden Stadtteile." Die Folgen für Borbeck und Altenessen "werden dramatisch sein". Jürgen Bessel, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Ruhr, erfuhr die Hiobsbotschaft durch die NRZ. "Das ist für beiStadtteile ein absoluter Tiefschlag". Bessel hofft, dass noch ein Investor einsteigen könnte. Klaus Beyhoff, Vorsitzender des Borbecker Initiativkreises "CeBo", spricht von einer "absoluten Katastrophe". Das Warenhaus sei der Magnet für Borbeck. Das Aus konterkarriere alle Bemühungen, Borbeck nach vorne zu bringen.
Auch bei den beiden anderen Häusern soll sich nach dem Willen von Hertie einiges ändern: So müssen die Beschäftigten mutmaßlich auf Gehaltsbestandteile verzichten, auch müsse die Miete deutlich gesenkt werden.
14:19
Schuld ist IMMER der Kunde ??? Das Haus in Borbeck ist nicht ansprechend, die Öffnungszeiten und das Sortiment sind unattraktiv, das Personal im Drogeriemarkt im gleichen Haus stöhnt um 18.30 Uhr genervt auf, weil Kunden es noch wagen sich an der Kasse anzustellen. Was macht König Kunde? Er fährt wenige Meter weiter, parkt kostenlos am Zett oder Centro und hat den Einkaufsbummel noch vor sich. Hier in Borbeck ist wirklich alles falsch gemacht worden, was man nur falsch machen kann und das schreckliche Besucher-Umfeld im Einkaufszentrum Altenessen verhindert seit Jahren, dass ich jemals wieder einen Fuß in dieses Einkaufszentrum setzen würde.
12:42
Genauso ist das. Wo ich gerne einkaufe, kaufe ich immer ein. Wo ich nicht gerne einkaufe, kaufe ich nimmer ein. Bei Hertie in Borbeck hab ich sehr selten eingekauft, auch schon als es noch Karstadt war. Das Angebot hat mich nicht angesprochen. Trifft mich deshalb als Kunde die Schuld an der Schließung. Wohl kaum.
11:21
schuld ist immer der kunde..???
schon mal was von angebot und nachfrage gehört? oder mal darüber nachgedacht warum die kunden eben nicht scharenweise bei hertie einkaufen gehen sondern lieber weiter wegfahren????? wenn man den kunden nicht bindet (durch sortminet, preise, und vorallem service) muss man sich nicht wundern das er nicht mehr wiederkommt!
10:19
Schuld ist IMMER der Kunde! Wenn die Leute scharenweise bei Hertie einkauften, gäbe es keine Schließungen, sondern Neueröffnungen. Und Kunden seid Ihr alle...
09:27
In diesem Segment entsscheidenallein die Kunden wer bleibt.
Also, alle die hier klagen: Ihr hättet damals bei KARSTADT schon mehr kaufen müssen.
Wartet erst mal ab, wenn Metro die Kaufhof Filialen und einige real Märkte schließt.
Die Metro macht aufßerhalb Deutschlands Umsatz mit Gewinn
09:16
Borbeck und Altenessen ohne Kaufhaus.
Aber Hauptsache, das Centro Oberhausen wurde mit einem enormen Aufwand an Steuermitteln hochgepuscht ......
damit dort Minijobs entstehen.
Der Verantwortliche Herr Drescher, von sich und seinen Genossen hoch gefeiert, hat sich zwischenzeitlich abgeseilt.
07:39
Ich wohne in Borbeck, und ja der Hertie ist ein Anziehungspunkt. Doch bleiben wir mal bei den Tatsachen. Die Innenstadt von Borbeck ist alles andere als interessant. Es gibt zwar x-Bankfilialen , y-Apotheken und z-Handyläden..aber wirkliche Geschäfte die zum verweilen und shoppen einladen sind da Fehlanzeige.
Selbst der Herttie ist ja nicht wirklich DAS Kaufhaus. Dafür ist das Sortiment auch nicht groß genug. Da fahre ich lieber kurz in den Real, da bekomme ich deutlich mehr Auswahl an ähnlichen Produkten. Ich sehe die Hertieschliessung so leid es mir für die Mitarbeitet tut als Chance für Borbeck endlich mal was gescheites auf die Reise zu bekommen. Denn mehr als eine Lebensmittelversorgung ist für mich z.Zt. in Borbeck nicht möglich und die bleibt ja weiterhin ohne Probleme erhalten.
Für das Altenessener Alleecenter hingegen sehe ich schon eher schwarz. Da war Hertie sicher der Hauptmieter mit einer großen anteiligen Verkaufsfläche. Die Lücke zu füllen dürfte weitaus schwieriger werden.
Aber noch icht nicht alles verloren, es bleibt noch Hoffnung, Hoffnung vielleicht auch, dass Hertie einen Wandeln hinbekommt, weg vom Vollsortimenter der alles ein bisschen aber nichts wirklich richtig kann (ausser Suessigkeiten) und der sich ein wenig mehr auf bestimmte Bereiche spezialisiert (warum nicht mal Mittelwertige bis Höherwertige Bekleidung, Dekoartikel, Living , Bücher etc. rausstellen und dafür Bereiche wie Elektro, Taschen, Schuhe etc. rauslassen, das können andere Ortsgeschäfte eh besser.
02:50
Wie hättet ihr denn als OB reagiert?
In Borbeck war schon seit der Umwandlung von Karstadt zu Hertie spürbar, dass hier bald die Lichter ausgehen würden. Die ganze Entwicklung hat auch nicht erst damit begonnen. Zuvor hatten quasi alle Filialen der üblichen Supermarktketten geschlossen oder waren vom Ortskern weg und in die PKW-gerechteren Gewerbegebiete gezogen. Dort stehen zwar nun alle in direkter Nachbarschaft nebeneinander - aber auch das wird sicher nicht für immer so bleiben...
Die kleineren Betriebe, oft Familienunternehmen, konnten noch darauf bauen, dass wenigstens Hertie noch da war und Besucher mitbrachte.
Was die endgültige Schließung für den Stadtteil bedeutet, will man sich eigentlich gar nicht ausmalen. Ein Ortszentrum, das nur noch an Markttagen belebt ist, etwa.
Die Politik hätte die Entwicklung sicherlich bemerken können. Ein frühes Eingreifen hätte beispielsweise die Quasi-Abhängigkeit von einem einzigen größeren Warenhaus verringern können.
Jetzt ist nur noch Schadensbegrenzung möglich. Natürlich kann sich ein OB hier profilieren oder Fehler machen. Einen Rettungsplan oder gar ein fertiges Konzept für die Zukunft wird aber weder Herr Reiniger noch einer der Kandidaten der anderen Parteien in der Schublade haben.
Für die weitere Diskussion möchte ich auch meinen Vorrednern raten, bei allen Emotionen auch ein wenig bei den Tatsachen zu bleiben.
[Und um dies im Vorfeld klarzustellen: Ich persönlich habe noch nicht entschieden, wer bei der Kommunalwahl meine Stimme bekommt.]
00:06
Genau,meine vollste zustimmung.Der soll nicht immer nur rum labern sondern endlich mal was tun für Essen und zwar für alle Essener und nicht nur für den Essener Süden.Jetzt hat er wieder mal eine chance zu zeigen das er der OB aller Essener ist,aber er wird sie wieder nicht nutzen.Endlich weg mit ihm!!!!!!!!!!!
22:31
>Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger zeigte sich in einer ersten Reaktion geschockt. Das ist ein Schlag für die gesamte Stadt, besonders aber für die beiden Stadtteile.<
Dass diese Lusche überhaupt noch zitiert wird....