Ausstellung „Die Gartenstadt Margarethenhöhe“ in Essen eröffnet

Dieses Bild zeigt die damals wie heute auf das Torhaus der Siedlung zuführende Margarethenbrücke. Die beiden Brückenhäuser existieren nicht mehr, wohl aber die Schienen, heute für die U-Stadtbahn.
Dieses Bild zeigt die damals wie heute auf das Torhaus der Siedlung zuführende Margarethenbrücke. Die beiden Brückenhäuser existieren nicht mehr, wohl aber die Schienen, heute für die U-Stadtbahn.
Foto: Stiftung Ruhr Museum
Parallel zur großen Krupp-Ausstellung bietet das Ruhrmuseum eine kleine Zugabe: die Ausstellung „Die Gartenstadt Margarethenhöhe“. Das Eröffnungsdatum, der 26. April, wurde nicht zufällig gewählt: Am 26. April 1812, also vor 200 Jahren, wurde Alfred Krupp, der eigentliche Schöpfer des Unternehmens geboren.

Essen.. Wer noch nicht genug hat vom Krupp-Ausstellungsreigen, für den hält das Ruhrmuseum noch mal ein kleines Extra parat: „Die Gartenstadt Margarethenhöhe“ heißt die Schau, die gestern im Kleinen Atelierhaus auf der Höhe eröffnet wurde. Ein Datum, das nicht zufällig gewählt wurde. Am 26. April 1812, also vor 200 Jahren, wurde Alfred Krupp, der eigentliche Schöpfer des Unternehmens geboren.

Er ist auch der Begründer jenes sozialen Gedankens, der bei Krupp zur Tradition wurde und mit der Stiftung der Margarethenhöhe durch seine Schwiegertochter seine reifste Ausprägung erfuhr. Denn während bis dato Krupp-Siedlungen den Werksangehörigen vorbehalten waren, stand die Höhe ausdrücklich allen Essener Bürgern offen. Alfred Krupp hatte noch ausschließlich die Belegschaft im Blick, „sein Sohn Friedrich Alfred tat dann den Schritt in Richtung eines wirklichen Mäzenatentums“, so Theo Grütter,

Die Margarethenhöhe gehört aber auch zu den vier, fünf klassischen deutschen Beispielen für grundlegende Reformen im Wohnungsbau. Dafür stand neben anderen der Architekt Georg Metzendorf. Sein Konzept eines „umfassend reformierten Kleinwohnhauses“ war entscheidend für seine Beauftragung. Metzendorfs Enkel Rainer, ebenfalls vom Fach, besitzt eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte der Siedlung, die Basis für die Ausstellung im Atelierhaus ist.

Keine allgemeinen Öffnungszeiten

Geboten werden Einsichten in Philosophie, Baugeschichte, Entstehung und Gestalt der Siedlung, das Leben der Bewohner. Kulturdezernent Andreas Bomheuer erinnerte daran, dass die Margarethenhöhe ausdrücklich auch eine Künstlersiedlung sein wollte.

Es gab gleich zwei Atelierhäuser, das große wurde im Bombenkrieg zerstört, das kleine blieb erhalten und wird heute ähnlich wie die „Musterwohnung“ in der Stensstraße vom Ruhrmuseum und der Margarethe-Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge, noch heute Eigentümerin der Siedlung, unterhalten. Für Bomheuer zeigt das unveränderte Engagement des Ruhrmuseums für die Margarethenhöhe, dass die Tradition des alten Ruhrlandmuseums weiter gelte und sich die Macher der Stadt Essen in besonderem Maße verbunden fühlten.

Die Ausstellung mit ihren Fotos, Dokumenten, Modellen und historischen Gegenständen hat keine allgemeinen Öffnungszeiten, sondern kann aus personellen Gründen nur im Rahmen von öffentlichen oder privat gebuchten Führungen besucht werden. Öffentliche Führungen zum Preis von drei Euro pro Person finden jeden dritten Sonntag im Monat um 14 Uhr statt.