Ausgeliefert an Wahnsinnige

„Am 11. April ‘45 begannen die acht Tage, an denen Tausende Menschen in Werden, Fischlaken und Heidhausen wegen des Artilleriebeschusses Tag und Nacht in Kellern und Bunkern zusammengedrängt verbringen mussten. Auch die Patienten der beiden Krankenhäuser lagen auf Bänken und primitiven Behelfsbetten. Im Bunker wurde operiert, geboren und gestorben. Es wurde gegessen (soweit vorhanden), geschlafen, geschimpft, geweint, gebetet, gehungert und gewartet – bis am 17. April morgens um sieben Uhr die Stunde der Befreiung schlug. Etwa 100 Menschen hatten ihr Leben gelassen, als Artillerie hüben und drüben (Pastoratsberg – Plattenwald) aufeinander feuerte. Auf den umliegenden Höhen und Dächern hatten fanatische Hitlerjungen Maschinengewehre in Stellung gebracht und sinnlos drauflos geschossen. Alle Versuche, die deutschen Stellen zur Aufgabe dieses sinnlosen Widerstandes zu bewegen, schlugen fehl. Und so litt die ganze Bevölkerung und fühlte sich ausgeliefert an wahnsinnige, verbrecherische Menschen. Friedrich Rose