Ausgebrannte Gaststätte: Am Hallo soll nach Abriss Wald wachsen

Die Politiker Friedhelm Balke und Werner Dieker (v.l.) besuchten gemeinsam im Jahr 2003 die Gaststätte mit historischem Festsaal am Hallo.
Die Politiker Friedhelm Balke und Werner Dieker (v.l.) besuchten gemeinsam im Jahr 2003 die Gaststätte mit historischem Festsaal am Hallo.
Foto: uvb / NRZ
Was wir bereits wissen
Nach dem Feuer in der historischen Gaststätte am Hallo rollte umgehend der Abrissbagger an. In rund zwei Wochen ist das Gebäude weg, dann wird das Gelände wieder zum Landschaftsschutzgebiet.

Essen.. Schon am Tag nach dem Brand der Gaststätte am Hallo an der Stadtteilgrenze Schonnebeck/Stoppenberg ließ die Stadt den Abbruchbagger anrollen und startete den Abriss des 115 Jahre alten Gebäudes mit dem Eindrücken der Häuserfront. Währenddessen geht die Polizei von Brandstiftung aus. Die Hallostraße wird noch mindestens bis zum Wochenende gesperrt bleiben. Während des Abbruchs musste die Feuerwehr zur Sicherheit noch ausrücken, weil sich Rauchfähnchen in den Trümmern zeigten. Gestoppt wurde der Bagger nicht. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird dort wieder ein Wald wachsen.

Brandstiftung „Die Gaststätte steht im Landschaftsschutzgebiet. Wenn sie weg ist, dann wächst hier wieder Wald“, so Jeanette von Lanken vom Pressebüro der Stadt. Seit 2009/10 hatte sich die Verwaltung bemüht, einen Investor für das nicht-denkmalgeschützte Gebäude zu finden - erfolglos. In einem bestehenden Bau hätte man weiter planen können. Nach dem Abriss aber ist ein Neubau im Landschaftsschutzgebiet verboten. Der Verlust des Gebäudes wird die Stadt aber nicht mehr belasten, im Vermögenshaushalt steht es nur noch mit einem „Erinnerungswert“ von einem Euro.

Die ehemalige Gaststätte ist akut einsturzgefährdet

Und der Abriss war eigentlich auch schon projektiert. Jetzt muss man umplanen. „Normalerweise hätten wir mit dem Abriss von Innen angefangen. Da sich die Fassade aber nun nach vorne gewölbt hat, müssen wir hier beginnen“, erläutert Torben Affeld vom Amt für Straßen und Verkehr.Ohne Brand wäre er vermutlich erst später ausgerückt – erst dann, wenn die Politik grünes Licht für 200.000 Euro Abbruchkosten gegeben hätte. Doch jetzt besteht akute Einsturgefahr.

„Wie teuer uns nun der Abbruch kommt, können wir noch nicht sagen. Wir müssen erst auf Schadstoffe prüfen“, erklärt Gregor Arnold von der städtischen Immobilienwirtschaft. So habe etwa PVC während des Feuers in der vorvergangenen Nacht mitgebrannt. Nach der Vollsperrung gehen die Verantwortlichen davon aus, dass der komplette Abriss noch rund zwei Wochen dauern werde. So lange soll auch die Hallostraße wahrscheinlich nur einspurig zu befahren sein.

Polizei sucht Hinweise auf Brandstifter

Ob die Brandversicherung greift, wird man von Seiten der Stadt erst zu einem späteren Zeitpunkt sagen können. Möglicherweise wird dies auch zusammenhängen mit den Ermittlungen der Kriminalpolizei. Wie Polizeisprecher Marco Ueberbach auf Anfrage berichtete, hat eine Augenzeugin am Montag kurz nach Ausbruch des Feuers fünf Jugendliche flüchten sehen. Nach ihrer Einschätzung sollen die fünf Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahre alt sein. Die Polizei bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 0201/829-0.