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Ausbau des Glasfasernetzes in Essen lahmt

04.07.2011 | 11:00 Uhr

Essen.Über 730.000 Euro Gewinn waren mit dem Ausbau des Glasfasernetzes von „essen.net“ für dieses Jahr versprochen, doch die Planzahlen hängen bei den Finanzen genauso hinterher wie beim Ausbau der Technik, der schon knapp zwei Jahre über dem Zeitplan liegt.

Wenn es um die Technik geht, setzen sie auf nicht weniger als Lichtgeschwindigkeit – und haben dafür stets diesen anschaulichen Vergleich parat: Um einen Film in DVD-Qualität herunterzuladen, werden mit einem DSL-Anschluss derzeit bis zu 90 Minuten benötigt. Wenn „essen.net“ erst einmal stadtweit sein Glasfasernetz in Betrieb nimmt, geht das in naher Zukunft binnen weniger als zwei Minuten.

Vielleicht liegt es an derlei Tempo-Versprechen, dass in der Politik mancher ein wenig ungeduldig wird, wenn es darum geht, das zum Ausbau des Glasfasernetzes zwischen Karnap und Kettwig gegründete städtische Unternehmen aus der Verlustzone zu hieven: Über 730.000 Euro Gewinn waren für dieses Jahr versprochen, doch die Planzahlen hängen bei den Finanzen genauso hinterher wie beim Ausbau der Technik: Einzig in Frohnhausen meldet das Unternehmen bei der Verlegung von Schutzrohren für die Glasfaserkabel Vollzug, Huttrop und Kray, Holsterhausen, das Südostviertel und Frillendorf sollen folgen, wobei man schon jetzt auch aus anderen Stadtteilen die sogenannten Grundstückseigentümer-Erklärungen einsammelt, die „essen.net“ berechtigen, das Netz bis ins Haus zu legen.

Stadt will Deutscher Telekom kein Exklusiv-Recht anbieten

Es hat sich, sagt ein Kenner der Materie, alles ein wenig nach hinten geschoben: die Beschlüsse, die folgenden Investitionen, die Vermarktung – „wir hängen eineinhalb bis zwei Jahre hinterher“. Denn mindestens die Hälfte aller anschließbaren Eigentümer muss schon ihr Okay geben, bevor man mit dem Ausbau beginnt.

Aber immerhin: Ein Betreiber des Glasfaser-Netzes ist in der Firma Vitronet gefunden. Zuvor hatte es lange Zeit Verhandlungen mit der Deutschen Telekom gegeben, die jedoch am Ende daran scheiterten, dass die Telekom vorhatte, das Netz exklusiv für eigene Kunden anzubieten. Die Stadt jedoch will allen Interessen ermöglichen, ihre Inhalte durchs Netz zu schicken.

Mit der Vergabe des Netzes an Vitronet zum 1. Januar des kommenden Jahres sind auch feste kalkulierbare Einnahmen pro Anschluss verbunden. Wann diese in schwarze Zahlen führen, ist noch offen. Skeptiker gab es einst bei der DKP genauso wie bei der FDP, die dem Einstieg in den Glasfasernetz-Bau nicht folgen wollten. Die anderen glauben an das Projekt, wollen aber überzeugt werden. Wenn’s geht, mit Lichtgeschwindigkeit.

Wolfgang Kintscher

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Kommentare
05.07.2011
22:19
Ausbau des Glasfasernetzes in Essen lahmt
von Jerrymator | #7

Die Telekom bietet schon jetzt VDSL 50 (50 MegaBit/s) in Essen an. Wir haben Entertain mit VDSL und sind vom Preis- Leistungsverhältnis begeistert, die Telekom hat es halt drauf....

05.07.2011
22:16
Ausbau des Glasfasernetzes in Essen lahmt
von Jerrymator | #6

Die Telekom bietet schon jetzt VDSL in Essen an. Wir haben Entertain mit VDSL und sind vom Preis- Leistungsverhältnis begeistert, die Telekom hat es halt drauf....

04.07.2011
23:55
Ausbau des Glasfasernetzes in Essen lahmt
von redfly | #5

@ motobear

Tja, wir Mieter aller großen Wohnungsgesellschaften haben in Frohnhausen die Kabel bis im Keller liegen. In Holsterhausen gibt es auch verkommene Straßen, von daher scheint das Klientel dort auch nicht besser zu sein. Auch in Rüttenscheid ist nicht alles Gold was glänzt. Hauptsache das Klientel bezahlt doppelt so viel Miete.

04.07.2011
15:33
Ausbau des Glasfasernetzes in Essen lahmt
von patrik2901 | #4

Recht gehabt zu haben, macht nicht immer Spaß.


Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in der damaligen Debatte gesagt hatte, dass man kein Kommunist sein muss, um den vorgelegten Businessplan nicht für realistisch zu halten. Er war nicht belastbar, in sich widersprüchlich und viel zu optimistisch. Nun hat sich das, ähnlich, wie Bemerkungen zu den Schweizer-Franken-Krediten, bewahrheitet.

Darüber empfinde ich keine klammheimliche Freude, was mich ärgert ist, dass es damals im Rat kaum einer hören wollte. Schlimmer noch, nachdem Bedenken, die u.a. ich geäußert hatte, mehrheitlich weggestimmt worden waren, wurde ich noch von einem damaligen Ratskollegen, der zugestimmt hatte, angesprochen: Ich hätte ja durchaus recht, aber..?. Das aber stand wohl für Fraktionsdisziplin, die auch in dieser Frage höher gewichtet wurde, als die Interessen der Stadt und der gesunde Menschenverstand.

Patrik Köbele, DKP

04.07.2011
14:28
Ausbau des Glasfasernetzes in Essen lahmt
von nocheindirk | #3

So lange warten musste keiner, das ist richtig. Dafür hätte es aber auch Ärger geben können wenn an einem Anschluß mehr als einTelefon hängt. Das hätte nämlich zu früheren Zeiten besonders angemeldet werden müssen. Und diese zeiten waren besser?

04.07.2011
13:06
Ausbau des Glasfasernetzes in Essen lahmt
von TimTom | #2

Wie immer erst alles privatisieren und dann meckern wenn alles nicht richtig läuft. Ich könnte den Rentnern die Post, Bahn usw. privatisiert haben heute noch irgendwo hin treten. Früher hat keiner so lange auf einen Anschluß warten müssen.

04.07.2011
12:25
Ausbau des Glasfasernetzes in Essen lahmt
von motobear | #1

Meine Eigentümererklärung für 25 Wohnungen in Holsterhausen liegt bei essen.net schon lange vor, aber bei Anrfragen, welcher Zeitplan für den Ausbau geplant ist, bekommt man keine Auskunft.
Versprechungen, dass ein Techniker zurückruft, werden tortz mehrfacher Nachfragen überhaupt nicht eingehalten.
Zuerst sollte die Glasfaser kostenlos bis in die Wohnungen gelegt werden, wenn man beim Ausbau der Staße dem Anschluß zustimmt; mittlerweile wird nur noch der Hausanschluß FTTB kostenlos erfolgen, bis in die Wohnungen FTTH muss man jetzt selber zahlen.
Bei der Anschlußreihenfolge setzt essen.net (nach deren Aussage) darauf, wieviele Wohnungen die Erlaubnis zum Anschluß bekommen. Interessanterweise hat Allbau (übrigens Gesellschafter bei essen.net!) die Eigentümererklärungen abgegeben, und somit wurden die Sozialwohnungen in Frohnhausen natürlich vorrangig bedient.
Ob die Klientel in diesen Wohnungen auch ihre mehrheitlichen Analog-Telefonanschlüsse per Kupferkabel eintauschen gegen Glasfaser, wage ich zu bezweifen.
Zusammenfassend bin ich der Meinung, hier wurde (und wird!) einfach handwerklich schlampig bei essen.net geplant und vermarktet. An eine Besserung glaube ich nicht, und wenn Vitronet mit Gewinnen rechnet, dann glauben die auch an den Weltuntergang 2012.

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