Ausbau der Radwege geht langsam voran

Die Rechtslage ist eindeutig: Kinder ab 10 Jahren müssen grundsätzlich auf der Straße radfahren, der Gehweg ist für sie tabu.

Und der Fahrradbeauftragte der Stadt, Christian Wagener, hält das für richtig: „Ältere Kinder werden sicherer und radeln schneller. So gefährden sie die Fußgänger, die wir als schwächste Verkehrsteilnehmer besonders schützen müssen.“ Radfahrer gehörten daher nicht auf den Bürgersteig.

In der Praxis hänge viel von den Fertigkeiten des Kindes ab. Es gebe Neunjährige, die ihr Rad gut beherrschen, und unsichere 13-Jährige. Davon abgesehen bestreitet Wagener nicht, dass viele Hauptverkehrsstraßen kaum für (junge) Radler geeignet sind. Auf mehrspurigen, vielbefahrenen Straßen fehle oft ein Radweg. „Da sollten Eltern mit ihren Kindern Ausweichrouten über Nebenstraßen auswählen.“

Auf den Einwand, dass das in Essen zu erheblichen Umwegen führen kann, sagt Wagener: „Wir arbeiten seit 20 Jahren daran, unser Radverkehrsnetz auszubauen. Wäre die Stadt finanziell besser aufgestellt, ginge das schneller voran.“ Aktuell werde der holprige Bordsteinradweg an der Sommerburgstraße durch einen Schutzstreifen ersetzt. 2016 werde eine Radweg-Lücke an der Frohnhauser Straße zwischen Westend- und Hans-Böckler-Straße (B 224) geschlossen. 2017 stehe an der Altenessener Straße ein Lückenschluss an. Er verspricht: Noch in diesem Jahr werden weitere Ausbaupläne vorgelegt.