Aus für 109 städtische Auszubildenden
12.02.2010 | 13:57 Uhr 2010-02-12T13:57:00+0100
Essen.Das große Sparprogramm, das die Stadt von der Bezirksregierung auferlegt bekommt, trifft die Azubis der Verwaltung besonders hart. Weil Überschuldung droht, hat Regierungspräsident Jürgen Büssow ein Übernahmeverbot für die 109 Auszubildenden verhängt.
Heute dafür büßen, was morgen vielleicht passiert: „Einige Azubis konnten das ‘Verbot der Übernahme’ gar nicht richtig glauben. Sie fangen erst an das Ganze zu realisieren“, berichtet Karl-Uwe Gaida, Personalrat der Stadt über die Azubiversammlung zum Thema Übernahme. Weil der Stadt die Überschuldung drohen kann, hatte Regierungspräsident Jürgen Büssow ein Übernahmeverbot für die 109 Auszubildenden der Stadt Essen aus Verwaltungs- und gewerblich-technischen Berufen verhängt Nicht betroffen sind die Azubis der städtischen Tochterunternehmen Allbau, Evag, Messe Essen, Entsorgungsbetriebe (EBE) und Stadtwerke. Das Besondere an der Verfügung ist, dass sie präventiv gilt. Der Haushalt hat noch gar nicht zur Prüfung vorgelegen.
„Wir hoffen darauf, dass der Regierungspräsident die Möglichkeit nutzt und seine Entscheidung revidiert“, sagt Kai-Uwe Gaida, Personalrat der Stadt Essen, „Die Situation ist bei uns schon anders, als bei Städten die definitiv überschuldet sind. Aber wir können nicht fordern, nur bitten.“ Bisher wurden 35 bis 40 Prozent eines Jahrgangs unbefristet übernommen, um 30 Prozent erhielten einen befristeten Arbeitsvertrag. Die unbefristeten Verträge gingen meist an die Verwaltungsazubis, die befristeten an die gewerblich-technischen.
Hülsmann sieht gute Perspektive auf dem freien Arbeitsmarkt
Harte Fakten kann nur das Haushaltssicherungskonzept schaffen. Das wird allerdings erst am 30. Juni auf der Ratssitzung verhandelt. „Es hat uns überrascht, dass wir von der Bezirksregierung Ende Januar so eingestuft wurden“, kommentiert Stadtdirektor Christian Hülsmann, „Wir hoffen mit dem Konzept wieder aus der Kategorie rauszukommen.“ Schließlich habe die Stadt für teures Geld engagierte Menschen ausgebildet - bei Nichtübernahme könne von der Personalentwicklung keine Rede sein. Um die 40 neue, festangestellte Mitarbeiter hat die Stadtverwaltung bisher jährlich über die ausgelernten Azubis hinzugewonnen.
Doch schon im Mai werden rund 50 Prozent der betroffenen Azubis, die der gewerblich-technischen Berufe wie Köche und Gärtner, ihre Prüfungen machen. „Die gewerblich-technischen Auszubildenden werden wir wohl alle verlieren“, schätzt Hülsmann ein. Für sie sieht der Stadtdirektor eine berufliche Perspektive auf dem freien Arbeitsmarkt. „Sie werden meist mit Kusshand genommen, schließlich haben sie eine hochwertige Ausbildung“, so Hülsmann, „Problematisch wird es aber für die Verwaltungsberufe, für sie gibt es eigentlich keinen Markt.“ Ihre Prüfungen ziehen sich teils bis in den August, bis nach der Ratssitzung.
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