Aus für 109 städtische Auszubildende
12.02.2010 | 17:32 Uhr 2010-02-12T17:32:00+0100
Essen.Das große Sparprogramm, das die Stadt von der Bezirksregierung auferlegt bekommt, trifft die Azubis der Verwaltung besonders hart. Weil Überschuldung droht, hat Regierungspräsident Jürgen Büssow ein Übernahmeverbot für die 109 Auszubildenden verhängt.
Heute dafür büßen, was morgen vielleicht passiert: „Einige Azubis konnten das ‘Verbot der Übernahme’ gar nicht richtig glauben. Sie fangen erst an das Ganze zu realisieren“, berichtet Karl-Uwe Gaida, Personalrat der Stadt über die Azubiversammlung zum Thema Übernahme. Weil der Stadt die Überschuldung drohen kann, hatte Regierungspräsident Jürgen Büssow ein Übernahmeverbot für die 109 Auszubildenden der Stadt Essen aus Verwaltungs- und gewerblich-technischen Berufen verhängt Nicht betroffen sind die Azubis der städtischen Tochterunternehmen Allbau, Evag, Messe Essen, Entsorgungsbetriebe (EBE) und Stadtwerke. Das Besondere an der Verfügung ist, dass sie präventiv gilt. Der Haushalt hat noch gar nicht zur Prüfung vorgelegen.
„Wir hoffen darauf, dass der Regierungspräsident die Möglichkeit nutzt und seine Entscheidung revidiert“, sagt Kai-Uwe Gaida, Personalrat der Stadt Essen, „Die Situation ist bei uns schon anders, als bei Städten die definitiv überschuldet sind. Aber wir können nicht fordern, nur bitten.“ Bisher wurden 35 bis 40 Prozent eines Jahrgangs unbefristet übernommen, um 30 Prozent erhielten einen befristeten Arbeitsvertrag. Die unbefristeten Verträge gingen meist an die Verwaltungsazubis, die befristeten an die gewerblich-technischen.
Hülsmann sieht gute Perspektive auf dem freien Arbeitsmarkt
Harte Fakten kann nur das Haushaltssicherungskonzept schaffen. Das wird allerdings erst am 30. Juni auf der Ratssitzung verhandelt. „Es hat uns überrascht, dass wir von der Bezirksregierung Ende Januar so eingestuft wurden“, kommentiert Stadtdirektor Christian Hülsmann, „Wir hoffen mit dem Konzept wieder aus der Kategorie rauszukommen.“ Schließlich habe die Stadt für teures Geld engagierte Menschen ausgebildet - bei Nichtübernahme könne von der Personalentwicklung keine Rede sein. Um die 40 neue, festangestellte Mitarbeiter hat die Stadtverwaltung bisher jährlich über die ausgelernten Azubis hinzugewonnen.
Doch schon im Mai werden rund 50 Prozent der betroffenen Azubis, die der gewerblich-technischen Berufe wie Köche und Gärtner, ihre Prüfungen machen. „Die gewerblich-technischen Auszubildenden werden wir wohl alle verlieren“, schätzt Hülsmann ein. Für sie sieht der Stadtdirektor eine berufliche Perspektive auf dem freien Arbeitsmarkt. „Sie werden meist mit Kusshand genommen, schließlich haben sie eine hochwertige Ausbildung“, so Hülsmann, „Problematisch wird es aber für die Verwaltungsberufe, für sie gibt es eigentlich keinen Markt.“ Ihre Prüfungen ziehen sich teils bis in den August, bis nach der Ratssitzung.
21:27
@6
Schon wieder 109 unqualifizierte Sozialschmarotzer mehr. Hach einfach nur ekelhaft
Firmen und Städte werden an die Wand gefahren und löffeln dürfen die Kleinen die Suppe. Eine solche Verurteilung der Betroffenen ist eine bodenlose Frechheit
15:28
Schuld sind
a) 30 Millionen Aufbau Ost jährlich kreditfinanziert
b) 40 Millionen für TUP (jährlich)
c)Prestigeobjekte
d) Kredite aus vorangegangen Jahren einschließlich Tilgung
und vor allem
d)Sozialleistungen ohne Ende
600 Millionen werden jährlich an Sozialleistungen ausgegeben, das Personal welches dafür benötigt wird noch nicht einmal eingerechnet.
15:18
Tatsache ist doch, dass in erster Linie die Pensionslasten der in den 70er und 80er Jahren eingestellten Mitarbeiter die Stadt finanziell erdrücken wird. Damals gab es aber noch keine arbeitsplatzvernichtenden Computer, sondern die Vision, dass Essen eine Millionenstadt wird.
Nach Stammtisch-Art würde ich jetzt denjenigen die Schuld geben, die der Stadt den Rücken gekehrt haben und fein im grünen wohnen und täglich zur Arbeit pendeln, die Infrastruktur der Stadt Essen nutzen, aber dafür nicht bezahlen müssen.
Es ist eine Entwicklung eingetreten, die nicht mehr umkehrbar ist, wer Geld hat, zieht weg, wer Transferleistungen bezieht, zieht zu.
Das ist leider die traurige Perspektive, dass die Stadt noch viel mehr sparen muss, es werden Straßen nicht mehr so gepflegt werden, weiter Bäder geschlossen, Bibliotheken zusammengelegt, Personal abgebaut.
Wer das leugnet, will nur bei der nächsten Wahl wiedergewählt werden.
09:11
Deswegen bewerben sich jährlich hunderte bei den Verwaltungen , werden intensive Tests über mehrere Tage durchgeführt, teilweise ausführlicher als in der freien Wirtschaft um dann am Ende diejenigen zu nhemen die die dümmsten sind, ist schon klar Ricke und Zeche!
08:41
@ 20
Steht doch da.....
Weil Überschuldung droht, hat Regierungspräsident Jürgen Büssow ein Übernahmeverbot für die 109 Auszubildenden verhängt.
Dazu weitere Maßnahmen,,,,,
20:21
Ist mir 1985 schon bei der Stadt Essen passiert. Wer regt sich 2010 darüber auf?
18:15
Auszubildene werden nicht übernommen, doch hochsubventionierte Kulturpalaläste weiter betrieben. Wie Pervers ist unsere Stadtführung.
Stellt endlich die Subventionen von 43 Mio. € für die TUP ein und verkauft die Gebäude von Aalto und Phliharmonie. Allein wirtschaftliche Gründe müssen hier greifen. Die Eintrittsgelder decken noch nicht mal die Kosten der Miete der Crossborder-Finanzierung.
Macht endlich Schluss mit dem Kulturgehabe auf Kosten der Steuerzahler.
19:09
@19
Ricke ich gebe dir voll und ganz recht.
Auserdem würde mich von #17 gerne einmal wissen welche Verfügungen es gibt außer einem Sparkommisar des RP?
http://heinzkolb.npage.de/index.html
18:28
Bei der Stadt oder in den Städten arbeiten doch schon überwiegend Angestellte, die für den freien Arbeitsmarkt gar nicht vermittelbar sind. Und hier haben doch in den letzten Jahren in barmherziger Weise jene Leute aufgefangen und eingestellt, die auf dem freien MArkt gar keine Chance hatten. Und die wurden von der Stadt (von den Städten gerettet...
Ich nehme an, ein Grossteil der Azubis wird ab sofort hartzen..
16:25
1998 / 99 hat die Stadt - damals noch unter SPD-Ratsmehrheit - sich durch Vermögensverkauf noch einmal ein paar Jahre Luft verschafft. Die neue Ratsmehrheit unter der CDU hätte 1999 sofort das Bremsmanöver einleiten müssen. Hat sie aber wider besseres Wissen nicht getan - ganz im Gegenteil: Philharmonie, Zollverein, Folkwang-Musikschule, Weststadthallen, Ruhrmuseum, Stadtarchiv usw.usw. - überwiegend im Kulturbereich wurde alles neu und schön gemacht. Tag für Tag hat die Stadt eine halbe Million € mehr ausgegeben als eingenommen.Wen wundert es da heute, dass die Bezirksregierung bei einer Stadt, die seit Jahren entscheidungsschwach der Pleite entgegentaumelt, die Reissleine zieht? Die Suppe auslöffeln müssen zuerst die schwächsten in diesem Pleitesystem: Auszubildende, die auf der Straße stehen, Erzieherinnen in Kindergärten, deren Verträge auslaufen.